
AUDIO: Zahl der Stromsperren in Hamburg gestiegen (1 Min)
Stand: 23.01.2026 16:03 Uhr
Kein Licht, Herd, Kühlschrank, keine Heizung oder andere elektrische Geräte: Wegen unbezahlter Rechnungen wird Hamburger Haushalten immer häufiger der Strom abgestellt. Im vergangenen Jahr ist das 6.613 Mal passiert.
Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Damit ist die Zahl der sogenannten Stromsperren in Hamburg im Vergleich zum Vorjahr um 468 Fälle gestiegen. Stromlieferanten mussten ihre Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr auch nach wie vor häufig wegen noch offener Rechnungen abmahnen. Insgesamt sind rund 340.000 Mahnungen rausgegangen.
Auch Wasser und Gas häufiger gesperrt
Nach Angaben des Senats ist auch die Zahl der Wassersperren im vergangenen Jahr deutlich gestiegen – um 250 auf mehr als 800 Fälle. Und auch bei den Gassperren gab es einen Anstieg: von 41 im Jahr 2024 auf 67 Fälle im Jahr 2025.
Linke fordert Notfallfonds „ohne Schnickschnack“
Die Linksfraktion spricht von äußerst alarmierenden Zahlen. Ihre sozialpolitische Sprecherin Olga Fritsche meint: “Hamburg braucht einen Notfallfonds für Energieschuldner ohne bürokratische Hürden und viel Schnickschnack.“
Die Sozialbehörde verweist auf Nachfrage darauf, dass die Heizkosten für Hamburgerinnen und Hamburger, die existenzsichernde Leistungen erhalten, übernommen würden.
Härtefallfonds kaum gennutzt
2022 hatte Hamburg einen Härtefallfonds eingerichtet. Damit wollte der Senat verhindern, dass Hamburger Haushalten Strom oder Gas abgestellt wird, wenn sie nicht mehr zahlen können. Effektiv war der Fonds, der 2024 auslief, aber offenbar nicht. In eineinhalb Jahren wurden in nur 75 Fällen Energie-Schulden übernommen und damit Stromsperren verhindert. Olga Fritsche kritisiert: „Der Härtefallfonds war damals zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht.“

Mit dem Härtefallfonds wollte Hamburg Haushalten helfen, die wegen zu hoher Energiekosten in Not geraten sind. Doch er wurde kaum genutzt.

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Dieses Thema im Programm:
NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.01.2026 | 16:00 Uhr
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