Katja Stuke und Oliver Sieber freuen sich auf den Austausch mit den interessierten Schwerterinnen und Schwertern. © Rolf K. Wegst

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Zum Jahresauftakt macht die Grand Snail Tour von Urbane Künste Ruhr Station in Schwerte. Treffpunkt rund um die Aktion der Künstler*innen Katja Stuke und Oliver Sieber (auch bekannt als Böhm Kobayashi) wird ein Parkplatz sein – ein öffentlicher Ort, der womöglich erst beim zweiten Hinsehen als ein solcher wahrgenommen wird, aber etwa als Treffpunkt eine große Rolle spielen kann. Das Künstler*innen-Duo aus Düsseldorf gestaltet vier vorhandene Billboards als Oberflächen für ihre Arbeiten um und tritt so in den Dialog mit der Umgebung.

Die künstlerischen Arbeiten werden an den großformatigen Stellflächen bereits am Montag, 26. Januar, angebracht. Stuke und Sieber verbinden in ihren Werken Fotografie, Publikation, Video und kuratorische Praxis. In Schwerte begeben sie sich am Tag der Veranstaltung ab 17 Uhr außerdem in den offenen Austausch mit dem Hamburger Künstler Tilman Walther, der bei diesem Tourstopp als Chronist tätig sein wird. Mit dabei sind wie immer auch einige Werke aus der Sammlung der Tour und ein heißer Tee.

Alle Informationen

  • Datum: Donnerstag, 29. Januar 2026
  • Uhrzeit: 15-18:30 Uhr
  • Ort: Beckestraße 98, 58239 Schwerte

Programm

  • Ab 15 Uhr Künstlerische Aktion von Katja Stuke und Oliver Sieber
  • 17 Uhr Offener Austausch mit Katja Stuke, Oliver Sieber und Tilman Walther

Katja Stuke und Oliver Sieber verschränken in ihrer Arbeit Fotografie, Publikation, Video und kuratorische Praxis miteinander. Ihre teils langfristigen künstlerischen Recherchen untersuchen verschiedene Bildkulturen und die Zusammenhänge von fotografischen Bildern und gesellschaftlichen Fragestellungen. Sie realisieren seit über 25 Jahren Künstler-Publikationen (als Böhm Kobayashi) und seit 2010 das kuratorische Projekt ANT!FOTO. Sie leben und arbeiten in Düsseldorf.

Seit 2005 arbeiten sie regelmäßig im Ausland, oft in Osaka, Tokio, Paris, aber auch in Chicago, Chongqing, Rotterdam, Sarajevo oder Toronto. 2024 wurden sie mit dem MO_Kunstpreis Museum Ostwall, Dortmund, ausgezeichnet. 2023 waren sie Preisträger des „Regards du Grand Paris“. Zuletzt haben sie ihre Arbeit „Le Monde de Demain“ im Projektbüro des DFI e.V. in Düsseldorf gezeigt.

Stadtspaziergang in Schwerte für Urbane Künste Ruhr und die Grand Snail Tour.© Heinrich Holtgreve

Tilman Walther lebt und arbeitet in Hamburg und ist als Künstler, Autor und Kurator tätig. Er schreibt und spricht zu Partizipation und Inklusion in musealer Kulturproduktion und zu Geschichts- und Opfernarrationen der frühen BRD. Künstlerisch und wissenschaftlich untersucht er den gebauten Stadtraum als Ort der Geschichtserzählung, der gesellschaftlichen Selbstdarstellung und als kollektiven Trauerraum. Seit 2020 leitet Tilman Walther, gemeinsam mit Nina Lucia Groß, den Freiraum im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg als Raum für Partizipation und Diskurs. Gemeinsam mit ihrem Team konzipieren, kuratieren sie Veranstaltungs- und Diskursprogramm zur politischen und kulturellen Bildung im Freiraum. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach der (Mit-)Gestaltung von Zusammenleben, Geschichtsschreibung und gemeinsamer Gegenwart.

Werke aus der Sammlung der Grand Snail Tour

Einen wesentlichen Bestandteil der Grand Snail Tour bildet ein – sich nach und nach erweiternder – Pool an Arbeiten internationaler Künstler*innen, die individuell vor- und ausgestellt, vor allem jedoch tatsächlich benutzt werden. Wir präsentieren eine Auswahl aus der ständig wachsenden Sammlung, die bisher die folgenden Werke umfasst:

  • Cem A. – floor pieces and stanchions
  • Havîn Al-Sîndy – Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle
  • Aram Bartholl – Missed Connections
  • Cosima von Bonin – 7000 Palmen
  • Jordi Colomer – NEW RUHR MAP
  • Kasia Fudakowski – Palliative Patterns
  • Lütfiye Güzel – Local Blackouts
  • Anna Haifisch – Kleine orange Schnecke
  • Nils Norman – Tablescapes
  • Sowatorini Landschaft – Sonne Art Minigolf
  • Anna Viebrock – HEUTE DEMNÄCHST ENDE

Chronik

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen, die Eindrücke in der jeweiligen Stadt sammeln und diese visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht allmählich eine vollständige Reisechronik: ein Kaleidoskop an Momentaufnahmen aus den 53 Städten und Gemeinden der Region.

Chronist in Schwerte: Tilman Walther (Fotografie / Text)

Die Grand Snail Tour 2024 – 2027

Die Grand Snail Tour ist ein mobiles Aktions- und Ausstellungsprojekt, das im Verlauf von drei Jahren durch alle 53 Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets reist. Das Projekt widmet sich experimentell und innovativ wichtigen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens: Wem gehört der öffentliche Raum und wie können wir Orte der Zusammenkunft schaffen oder bestehende Räume aktivieren? Welche Rolle spielt Kunst dabei? Wie kann Kunst zu den Menschen kommen, statt nur geduldig auf sie zu warten? Die Grand Snail Tour möchte vielfältige Eindrücke hinterlassen, gemeinsame Erfahrungen anbieten und zum Mitreisen einladen.

Nächste Station ist am 20. Februar 2026 Hagen.

Die Grand Snail Tour endet voraussichtlich im Oktober 2027 in Herne.

Urbane Künste Ruhr – über uns

Urbane Künste Ruhr ist eine dezentrale Institution für Gegenwartskunst im Ruhrgebiet, die in unterschiedlichen Formaten öffentliche Räume schafft und nachhaltig erforscht. 2012 im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 gegründet, initiiert sie unter der Künstlerischen Leitung von Britta Peters Ausstellungsprojekte für konkrete Orte und Situationen, Programme für Gastkünstler*innen sowie die experimentelle Reise Grand Snail Tour durch die Region. Viele Projekte finden in Zusammenarbeit mit lokalen, überregionalen und internationalen Partner*innen statt. Neben Ruhrtriennale, Tanzlandschaft Ruhr und Chorwerk Ruhr ist Urbane Künste Ruhr Teil der Kultur Ruhr GmbH mit Sitz in Bochum, deren Gesellschafter und öffentliche Förderer das Land Nordrhein-Westfalen und der Regionalverband Ruhr sind.