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Dortmund – Nach den Schüssen im Dortmunder Kiosk-Krieg haben Polizisten am Donnerstagabend vier Männer festgenommen und zwei Wohnungen durchsucht. Am Freitag wurden zwei der Verdächtigen wieder freigelassen.

Polizeisprecherin Theresa Stritzke: „Die Einsätze stehen im Zusammenhang mit dem versuchten Mord vom 15. Januar in der Missundestraße.“ Bei den Festnahmen wurden die Polizisten von einem Spezialeinsatzkommando unterstützt.

Ob die Verdächtigen auch für die Hinrichtung an Kiosk-Verkäufer Suleyman M. (†40) in der Nacht zum 22. Januar verantwortlich sind, ist derzeit noch unklar. Nach BILD-Informationen hoffen die Ermittler, in den anstehenden Vernehmungen dazu weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Suleyman M. war auf der Straße vor seinem Laden erschossen worden, zwei Täter flüchteten auf einem E-Scooter.

Zwei der Verdächtigen waren am Donnerstagabend in einer U-Bahn festgenommen worden

Zwei der Verdächtigen waren am Donnerstagabend in einer U-Bahn festgenommen worden

Foto: Wickern / Wüllner/ Mauermann / News 4 Video-Line TV 

Verdächtige entkamen auf E-Rollern

Auch bei dem Anschlag an der Missundestraße war ein Verdächtiger auf einem E-Roller geflüchtet. Der Mann hatte um 22.50 Uhr den Kiosk betreten und dreimal auf den Mitarbeiter (31) gefeuert. Zwei Projektile trafen seinen Arm, ein weiteres streifte den Hals. Das polizeibekannte Opfer soll den Ermittlern im Krankenhaus gesagt haben, es könne sich den Angriff nicht erklären.

Ein Zeuge leistete Suleyman M. Erste Hilfe, doch der Kiosk-Besitzer starb später im Krankenhaus

Ein Zeuge leistete Suleyman M. Erste Hilfe, doch der Kioskbesitzer starb später im Krankenhaus

Foto: Justin Brosch / ANC-NEWS

Die Polizei hatte daraufhin mit Bildern einer Überwachungskamera nach dem schwarz gekleideten und vermummten Täter gefahndet. Ob danach Hinweise eingingen, die zu den aktuellen Festnahmen führten, ist nicht bekannt. Wegen der laufenden Ermittlungen wollten Polizei und Staatsanwaltschaft dazu keine weiteren Angaben machen.

Tatverdächtige sollen Haftrichter vorgeführt werden

Am Freitagabend gab die Polizei Dortmund dann bekannt: Zwei Männer kommen wieder auf freiem Fuß, zwei sollen vor den Haftrichter. Ein 19-Jähriger und ein 34-Jähriger wurden inzwischen aus dem Polizeigewahrsam entlassen, so die Ermittler. Ein 21-Jähriger und ein 37-Jähriger sollen nun dem Haftrichter vorgeführt werden. „Sie stehen unter dem Verdacht, mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gehandelt zu haben“, heißt es. Inwiefern sie mit den Kiosk-Morden in Verbindung stehen, lässt die Polizei an dieser Stelle offen.

Polizisten hatten den Tatort in der Dortmunder Nordstadt abgesperrt, sicherten stundenlang Spuren

Polizisten hatten den Tatort in der Dortmunder Nordstadt abgesperrt, sicherten stundenlang Spuren

Foto: Justin Brosch/dpa

Geht es um Drogen und Schutzgeld?

Auch in der Unterwelt wird derzeit über die Hintergründe der Kiosk-Schüsse spekuliert. Es heißt, es ginge um Drogenverkäufe und Schutzgeld. Bei den aktuellen Durchsuchungen fanden die Ermittler tatsächlich Betäubungsmittel, Bargeld und eine vermutlich scharfe Schusswaffe mit Munition.

Bereits am 26. Dezember hatte ein Gangster aus einem Mercedes auf einen Mann (27) vor einem Kiosk gefeuert. Das Opfer wurde schwer verletzt. Auch dieses Attentat wertet die Polizei als versuchtes Tötungsdelikt.

Hinweise an die Polizei Dortmund unter Tel. (0231) 132-7441.

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