Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin hat Tarifbeschäftigte des Landes Berlin, darunter Mitarbeitende in den Kita-Eigenbetrieben, staatlichen Schulen, Bezirksämtern sowie an den staatlichen Hochschulen, für Donnerstag, den 29. Januar, zum Warnstreik aufgerufen. Dies gilt auch für Beschäftigte beim Pestalozzi-Fröbel-Haus, beim Lette-Verein und für studentische Beschäftigte der Hochschulen.

Wie die Gewerkschaft mitteilte, findet der Streik im Rahmen eines bundesweiten „Streiktags Bildung“ statt; auch in anderen Städten soll die Arbeit niedergelegt werden. Berlin wird einer der zentralen Orte der Protestaktionen sein.

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Der Vorsitzende der GEW Berlin, Gökhan Akgün, kritisierte die Zustände im Berliner Bildungssystem. Beschäftigte arbeiteten „am Limit“, sagte er. Bildungseinrichtungen seien vielerorts marode, Schulplätze fehlten – besonders für Kinder mit Fluchterfahrungen und mit Förderbedarf.

Akgün betonte, der Streik sei ein notwendiges Signal für bessere Arbeitsbedingungen und für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen in Berlin.

Auch die GEW-Landesvorsitzende Felicia Kompio erklärte, Berlin werde eine zentrale Rolle beim bundesweiten Protest übernehmen. Sie verwies auf Personalmangel, Überlastung und steigende Anforderungen, die den Alltag in Kitas, Schulen und Hochschulen prägten. Nur mit fairer Bezahlung und verbindlichen tariflichen Regelungen könnten attraktive Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Die Gewerkschaft fordert die Arbeitgeber auf, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

Die Arbeitgeber hatten auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder kein Angebot gemacht. Mit den Warnstreiks soll nun der Druck auf die Länder erhöht werden.

Beim letzten Warnstreik hatten am ersten Tag rund 2300 Angehörige des pädagogischen Personals teilgenommen, darunter rund 1200 Lehrkräfte. Horte und Kitas sind jeweils nur betroffen, wenn das Personal dort direkt beim Land angestellt ist, statt zum Beispiel bei freien Trägern.

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Die Berliner Demonstration beginnt am 29. Januar um 11 Uhr am Hermannplatz. Gegen 12.15 Uhr ist eine Kundgebung am Oranienplatz (Nordseite) geplant. Dort wird unter anderem die GEW-Bundesvorsitzende Maike Finnern sprechen.

Bereits zwei Tage vor dem bundesweiten „Streiktag Bildung“ ruft die Gewerkschaft ver.di für Dienstag, 27. Januar, zum „Streiktag Gesundheit“ auf. Am Mittwoch, 28. Januar, folgt ein bundesweiter „Hochschulaktionstag“. (Tsp)