Kirchturm, Teterower Hecht und Bahnhof: Das Bild – eine Collage aus der Bergringstadt – ist ein Hingucker im Teterower Rathaus. Es ziert zudem Taschen, Tassen, T-Shirts sowie Grafiken, die in der Teterower Tourist-Info erhältlich sind. Doch nicht nur Teterow hat Künstler Heiner Radau zu Papier gebracht. Der passionierte Zeichner, der unter anderem auch in der Teterower Bergringschule tätig war sowie einen Kurs am Teterower Gymnasium gab, war in den vergangenen Jahren in einigen Städten weltweit unterwegs.
Seit zehn Jahren weltweit auf Reisen
Der 37-Jährige hat im Landhaus seines Vaters in Carlshof seine Werkstatt. Seit zehn Jahren reist er rund um den Globus, erkundet Großstädte und bringt ihre Wahrzeichen sowie Kultplätze auf jeweils einem Bild zusammen.
„Die Städtebilder sind mein Lebenswerk“, erklärt der Künstler. So seien bereits Ansichten von Valencia, Brüssel, Hanoi, Basel oder London dabei. Zuletzt hatte er sieben Wochen in New York verbracht und die Wahrzeichen der Metropole gezeichnet.

Belebter Platz vor der New Yorker Börse: Diesen Ort hat Heiner Radau ebenfalls auf seinem Bild verewigt. (Foto: ZVG)
Bevor er zu seinen Reisen aufbricht, recherchiert Heiner Radau, wann an seinen Reisezielen der geringste Niederschlag fällt und es am wenigsten stürmt. Schließlich sitzt er mit seinem „Dreieck“ – so nennt er seinen mobilen, zusammenklappbaren Zeichentisch – meist draußen und ist dem Wetter dann ausgeliefert. So zeichnet er mit Bleistift die jeweiligen Objekte vor und male sie dann mit einer Tintenfeder nach, erklärt der 37-Jährige, der an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Flächen- und Textildesign studiert hat.
New Yorker U-Bahn-Geruch erinnert an Kindheit
In New York sei er bereits vier bis fünf Mal in seiner Kindheit mit seinem Vater gewesen, der dort ein Stipendium hatte. „Mich hat nun der Geruch der U-Bahn wieder an meine Kindheit erinnert“, erzählt Radau. Klar, dass er die Subway – die New Yorker U-Bahn – auf seinem Bild verewigt hat. Auf jedem Bild seien Details zur Verkehrsinfrastruktur wie Straßen, Brücken oder U-Bahnen zu sehen, berichtet Radau, der sich häufig solche Plätze aussucht.
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In New York habe er zum Beispiel den Time Square, den Madison Square und Washington Square aufgesucht. Letzterer erinnere ihn ein Stück weit an den Alexanderplatz in Berlin, erzählt Radau, der auch in Berlin aufgewachsen ist. „Mir geht es um die echten Orte, dort, wo sich die Menschen aufhalten“, erläutert er seine Auswahl.
New York habe ihn mit seinen vielfältigen Möglichkeiten und seinen verschiedenen Menschen besonders begeistert- unmöglich, das alles auf Papier festzuhalten. „Ich war nicht ein einziges Mal auf einer Party, weil ich wusste, dass ich Content machen wollte“, sagt der Künstler, der auf seinem Instagram- und Youtube-Profil jeden Tag einen kleinen Film von seinen New-York-Erlebnissen präsentierte.
Städtereisen aus familiären Gründen aufgeschoben
Diese Videobeiträge sowie seine Städtebilder sind auf seiner neu gestalteten Internetseite zu finden. Weitere Städtereisen habe er für die kommenden Monate erst einmal aufgeschoben. Aus familiären Gründen liege sein Lebensmittelpunkt derzeit im thüringischen Rudolstadt. „Ich habe in Carlshof meine Werkstatt und in Teterow viele Freunde, die ich im Jahresverlauf besuchen werde“, blickt er voraus.