Sechs Jahre nach seinem letzten Auftritt in Mannheim stand Sänger Xavier Naidoo am Freitagabend wieder mit einem eigenen Konzert vor „heimischem“ Publikum auf der Bühne. In der ausverkauften SAP-Arena feierten mehr als 10.000 Fans die Rückkehr des 54-jährigen Mannheimers. Es war der erste von drei geplanten Abenden dort. Wie eine Sprecherin der SAP-Arena mitteilte, ist auch das Konzert am Samstag (24. Januar) ausverkauft. Für den Tour-Abschluss am Dienstag, den 27. Januar, gibt es noch vereinzelt Karten.

Musikalisch setzte der umstrittene Mannheimer Sänger ganz auf Nähe zum Publikum

Die Konzerte in Mannheim sind Teil von Naidoos Comeback-Tour „Bei meiner Seele“. „Dieser Weg“, „Wunder des Lebens“, „Ich kenne nichts“ –  Mehr als zwei Stunden lang sang der Mannheimer einen Hit nach dem anderen aus seiner 27 Jahre langen Karriere. Es war ein Abend mit wenigen Worten. Politische Botschaften ließ er weg. Auch zu dem, was ihn so viele Jahre von der Bühne ferngehalten hatte, gab es keinen Ton. Stattdessen bedankte er sich immer wieder bei seinen Fans. „Es ist uns eine Ehre“, sagte er.

Xavier Naidoo wurde zuvor schon bei einem Konzert in Köln gefeiert

Bereits Mitte Dezember 2025 hatte Naidoo in Köln sein Comeback gegeben, das war der Auftakt seiner Tour. Nach weiteren Auftritten am 20. und 21. Januar in Berlin setzte er die Tournee nun in Mannheim fort. Ausverkauft waren die Berliner Konzerte nicht. Trotz jahrelanger Pause scheint das Interesse an der Musik von Xavier Naidoo aber weiter ungebrochen zu sein.

Naidoo war in den vergangenen Jahren immer wieder wegen der Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien in die Schlagzeilen geraten. Außerdem sorgte er mit Auftritten bei Demonstrationen der Reichsbürger-Szene und mutmaßlichen Holocaust-Leugnungen für massive Kritik. Im Jahr 2020 endete das in massiven Protesten gegen seine Konzerte und schließlich mit seinem Rückzug von der Bühne.

In Berlin hatte es beim Konzert am Mittwoch (21. Januar) im Vorfeld Proteste gegeben. Auch in Mannheim war die Rückkehr des Sängers nicht unumstritten. Vor allem die Jüdische Gemeinde hatte im Vorfeld Kritik an den Auftritten geäußert. Am Freitagabend gab es aber keine Proteste vor der SAP-Arena. Für das Konzert-Publikum spielte diese Debatte offenbar keine Rolle.