67 Minuten lang hatte Fußball-Zweitligist Holstein Kiel die Partie bei Arminia Bielefeld fest im Griff, führte bereits zur Halbzeit mit 2:0 und drängte auf den dritten Treffer. Dann verlieh der bis dahin starke Ivan Nekic dem Spiel durch einen verschuldeten Elfmeter und seinen Platzverweis allerdings eine unerwartete Wende. Bielefeld glich die Partie in Überzahl aus – und Holstein musste am Ende mit einem Punkt zufrieden sein. Wer überzeugte bei den „Störchen“ und wer enttäuschte? Die Einzelkritik.
Nekic trifft – und fliegt vom Platz
Jonas Krumrey: Zeigte eine kleine Unsicherheit, als er einen hohen Ball wegfausten wollte und diesen aber nur erneut hoch in die Luft beförderte. War sowohl beim Gegentor als auch beim 2:2 chancenlos. Verhinderte mit einer Parade am Ende die drohende Niederlage. (Note 3,5)
Ivan Nekic: Holte sich eine frühe Gelbe Karte ab, die ihm zum Verhängnis werden sollte. Machte auf der rechten Abwehrseite erneut einen ordentlichen Job und zeigte vorne kurz vor der Halbzeit wieder einmal seine Kopfballstärke, als er eine Niehoff-Ecke am langen Pfosten völlig frei stehend einköpfte. Rettete zu Beginn der zweiten Hälfte einmal in höchster Not gegen Momuluh. Mit seiner Grätsche gegen Wörl verursachte er dann aber nicht nur einen Elfmeter und brachte Bielefeld zurück in die Partie, er flog auch mit Gelb-Rot vom Platz. (Note 4)
David Zec: Der ansonsten so starke Abwehrchef erwischte einen seinen schwächeren Tage. Zeigte sich ungewohnt zweikampfschwach und verlor vor dem 2:2 auch das Kopbfballduell mit Sarenren Bazee. (Note 4,5)
Marko Ivezic: Kein gutes Spiel des Serben, der nur einen von sechs Zweikämpfen gewann und sich zudem einige Fehlpässe im Aufbau erlaubte. Wurde schließlich ausgewechselt, da er auch noch mit Gelb bedacht wurde. (Note 4,5)
ab 66. Marco Komenda: Half dabei, in Unterzahl zumindest einen Punkt über die Zeit zu retten. (Note -)
Skrzybski fehlt die Durchschlagskraft, Tohumcu unauffällig
John Tolkin: Zeigte sich defensiv sehr präsent, gewann fast alle seine Zweikämpfe und ließ auf seiner Seite wenig anbrennen. Offensiv agierte er allerdings erneut zu fehlerhaft und leistete sich 19 Ballverluste. (Note 3,5)
Jonas Meffert: War sehr präsent im Mittelfeld, bekam viele Bälle, zeigte sich allerdings nicht so passsicher wie vor einer Woche gegen Paderborn. 85 Prozent seiner Zuspiele fanden einen Teamkollegen. (Note 3,5)
Niklas Niehoff: Zeigte ein eher unauffälliges Spiel auf der rechten Seite, bereitete aber den Treffer zum 0:2 von Ivan Nekic mit einer maßgeschneiderten Ecke vor. Insgesamt würde man sich von ihm mehr offensive Impulse wünschen. (Note 3,5)
Steven Skrzybski: Hatte eine gute Schusschance aus 18 Metern zu Beginn des Spiels, blieb anschließend offensiv allerdings recht blass. Der Kapitän musste viel gegen den Ball arbeiten und konnte keine Torgefahr mehr erzeugen. (Note 4)
ab 66. Adrian Kapralik: War nach dem Platzverweis vorne quasi auf sich alleine gestellt und konnte kaum einmal einen Entlastungsangriff starten. (Note -)
Umut Tohumcu: Ein unauffälliger Auftritt des Mittelfeldspielers, der sein Können kaum einmal zur Schau stellen konnte und insgesamt zu fehlerhaft agierte. Besonders im Spiel nach vorne konnte er kaum Akzente setzen. (Note 4,5)
ab 58. Kasper Davidsen: Konnte im defensiven Mittelfeld nicht die gewünschte Stabilität herstellen. Agierte zu fehlerhaft und leistete sich unnötige Ballverluste. (Note 4,5)
Starker Therkelsen verpasst die Entscheidung
Jonas Therkelsen: Leitete den Führungstreffer mit einem Dribbling und einem klugen Pass auf Harres ein. War in der ersten Halbzeit Aktivposten und Antreiber des Offensivspiels, hätte in der zweiten Hälfte nach einem Solo für die Entscheidung sorgen können, zögerte mit seinem Abschlus aber zu lange. (Note 3)
Zeigte in der ersten Halbzeit eine gute Leistung für Holstein Kiel, ließ im zweiten Durchgang gegen Arminia Bielefeld aber die Chance zum 3:0 für die „Störche“ liegen: Jonas Therkelsen.
Foto: imago / Noah Wedel
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ab 74. Lasse Rosenboom: War auf der rechten Seite ausschließlich mit Defensivaufgaben betraut, konnte der in der Schlussphase anfälligen Abwehrreihe aber auch nicht die nötigen Impulse verleihen. (Note -)
Phil Harres: Zwang Bielefelds Schneider mit seiner Hereingabe zum Eigentor, das Holstein in Führung brachte. Hätte zu Beginn der zweiten Halbzeit bei einem aussichtsreichen Konter den besser postierten Therkelsen einsetzen müssen, statt selbst abzuschließen. Wurde nach dem Platzverweis von Nekic zu Gunsten der Defensive geopfert. (Note 3,5)
ab 74. Stefan Schwab: Konnte dem Holstein-Spiel in der Schlussphase keine Struktur und Ruhe verleihen. (Note -)