Bei der Präsentation im Rathaus am Freitag waren erstmals zwei Exemplare zu sehen. Weiß sind die 26 Zoll großen Räder samt Aufschrift „Düsselbike“. Acht Gänge, ein Frontkorb mit zwölf Litern Fassungsvermögen, Handyhalterung. Am 1. Juli geht es los. 500 Räder sollen zunächst an 20 Stationen in den Stadtbezirken eins bis vier verfügbar sein, also von Niederkassel bis Heerdt, von Golzheim bis Volmerswerth und nach Osten bis Oberbilk.

Weitere Ausbaustufen: 1000 Räder kommen am 1. August, erneut 1000 am 1. September dazu, an dann insgesamt 100 Stationen. Dazu zählen werden die bereits vor allem aus der Innenstadt bekannten Sharingstationen, aber auch neue Stadtradplätze mit Bügelsystem.

400 Abstellplätze sollen nach und nach insgesamt eingerichtet werden, langfristig sogar noch mehr. Alle Stadtbezirke sollen abgedeckt werden, kündigt Rolf Neumann an, Geschäftsführer der Connected Mobility Düsseldorf (CMD), die von der Stadt mit der Umsetzung und Ausschreibung beauftragt worden war.

Genau dieses auch außerhalb zentraler Orte in der Stadt verfügbare Angebot unterscheide es von bestehenden. Preislich soll es aber auf einem ähnlichen Niveau liegen, wie von verfügbaren Leihrädern (Nextbike) bekannt. Das Tarifsystem steht noch nicht fest. Neumann nannte aber beispielhaft eine Größenordnung von einem Euro für eine halbe oder ganze Stunde Nutzung. Auch Abos soll es geben sowie Kombinationen mit Rheinbahntickets.

Überhaupt betonte Neumann die Anbindung an den ÖPNV. An den Haltestellen sollen oftmals Düsselräder zu finden sein. Einen Haken hat das Ganze jedoch, vor allem in den Außenbezirken mit einem eher vereinzelten Angebot von Radstationen. Wer an der Haltestelle aussteigt, kann dann eigentlich nicht mit dem Leihfahrrad nach Hause fahren, weil er es ja an der Station wieder abgeben muss.

Genau für die sogenannte „Letzte Meile“ ist das Angebot aber vorgesehen. Laut Neumann sei aber angedacht, Buchungsangebote zu machen, wonach das Rad etwa mit einem günstigen Nachttarif gut zu Hause zwischengeparkt werden kann. Am nächsten Tag könnte es dann wieder für den Weg zur Haltestelle genutzt werden. Zudem kündigt Neumann an, einige Stationen in Wohnvierteln zu platzieren.

Für Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) ist das neue kommunale Leihsystem ein Beitrag dazu, „möglichst viele Menschen zu motivieren, Wege ohne Auto zurückzulegen“. Wenig Gefallen hatte Keller ja bislang an den mietbaren E-Scootern in der Stadt gefunden. Als einen Verdrängungsversuch will er die städtischen Fahrräder allerdings nicht sehen. „Sie sprechen eine andere Zielgruppe an und haben einen verkehrspolitischen Nutzen, den ich bei den Scootern immer infrage gestellt habe.“ Im Blick hat die Stadt als Nutzer zum Beispiel Pendelnde, Studierende und Touristen.

Die Kosten für die Stadt halten sich übrigens in Grenzen. Ein Grund: Die Ergo tritt als Sponsor deutlich lesbar auf den Rädern auf, übrigens kurz nachdem der Düsseldorfer Konzern auf den Trikots von Inter Miami CF erscheint, dem Club von Lionel Messi. Waren die Kosten für die Stadt zunächst auf zehn Millionen Euro für fünf Jahre geschätzt worden, sagt Neumann jetzt: „Diese Summe werden wir bei Weitem nicht benötigen.“ Die Ergo stellt nach Informationen unserer Redaktion einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag zur Verfügung. Oliver Willmes, Vorstandsvorsitzender der Ergo Deutschland AG, betonte die enge Verbundenheit zu Düsseldorf.

Vor Ort mit seinen Rädern umsetzen wird das Angebot Donkey Republic. Das Unternehmen ist 2014 in Dänemark gegründet worden und mittlerweile in zahlreichen Städten in Europa präsent – zum Beispiel in Barcelona, Amsterdam und Kopenhagen. In Kürze wird es die Räder auch im Ruhrgebiet geben, in Hannover und Kiel ist das schon der Fall, wie CEO Thor Möger Pedersen berichtete.