Wer hätte das gedacht? Die Streichung beziehungsweise Verschiebung von ICE-Verbindungen aus Mecklenburg-Vorpommern in Richtung Hamburg schlägt hohe politische Wellen.
Während der Landesverkehrsminister nach eigenen Worten ärgerlich sei, aber gleichzeitig darauf verweist, dass die Bahn an anderen Stellen das Angebot im Nordosten Deutschlands verbessert habe, dreht der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Herbst 2026 das große Rad. Daniel Peters hat jetzt direkt an die neue Bahnchefin Evelyn Palla einen Brief geschrieben.
Zoff um ICE-Verbindungen in MV: Landes-CDU reagiert
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In dem Schreiben, das der Nordkurier Mediengruppe exklusiv vorliegt, heißt es unter anderem: „Mit großer Sorge nehmen wir die Entscheidung der Deutschen Bahn AG zur Kenntnis, ab Mai 2026 frühe ICE-Fernverkehrsverbindungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg einzustellen. Diese Entscheidung stößt in unserem Bundesland auf breites Unverständnis und wird vom Landtag Mecklenburg-Vorpommern entschieden kritisiert werden.“ In dem Zusammenhang verweist Peters auf einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag, den die CDU in der nächsten Woche in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einbringen möchte.
CDU betont: Viele Pendler aus Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern sei als Flächenland mit seinen zahlreichen Pendlern und seiner Verbindung zur Metropolregion Hamburg in besonderem Maße auf eine leistungsfähige und verlässliche Anbindung an das nationale Fernverkehrsnetz angewiesen. Gerade die frühmorgendlichen ICE-Verbindungen seien für zahlreiche Berufspendler, für Geschäftsreisende sowie für den Zugang zu zentralen Arbeits-, Bildungs- und Verwaltungsstandorten von erheblicher Bedeutung, schreibt der CDU-Landeschef.
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Peters macht deutlich, dass schon die aufwändige und aufgrund der Dauer zeitlich herausfordernde Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin für erhebliche Einschränkungen für die Fahrgäste gesorgt hätte. Die Sanierung habe zudem eine Erwartungshaltung bei den Fahrgästen geweckt, die durch die angekündigte Streichung der Frühverbindungen enttäuscht werde.
Deutliche Kritik aus MV an ICE-Plan der Deutschen Bahn
Peters wörtlich: „Ihre Streichung bedeutet eine spürbare Verschlechterung der überregionalen Erreichbarkeit des Landes und schwächt die Stellung Mecklenburg-Vorpommerns im bundesweiten Verkehrsnetz. Die Entscheidung der Deutschen Bahn AG sendet zudem ein hochproblematisches Signal an Regionen außerhalb der Metropolräume. Eine weitere Ausdünnung des Fernverkehrsangebots verstärkt bestehende strukturelle Nachteile und steht im Widerspruch zum verfassungsrechtlich verankerten Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland. Als bundeseigenes Unternehmen trägt die Deutsche Bahn hierbei eine besondere Verantwortung.“
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Der CDU-Politiker erwartet von der Bahnchefin eine erneute, ergebnisoffene Überprüfung der Entscheidung unter Einbeziehung der tatsächlichen Bedarfe des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Peters appelliert: „Sehr geehrter Frau Palla, wir bitten Sie nachdrücklich, die geplante Streichung der ICE-Frühverbindungen zurückzunehmen und gemeinsam mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern Lösungen zu entwickeln, die eine dauerhaft verlässliche Fernverkehrsanbindung sicherstellen. Mecklenburg-Vorpommern darf im Fernverkehr nicht weiter an den Rand gedrängt werden.“