Französische Ermittler untersuchen die Todesfälle von zwei Säuglingen, die Babymilchpulver konsumiert hatten, das Anfang dieses Monats vorsorglich zurückgerufen wurde, teilte das französische Gesundheitsministerium am Freitag mit.  

Einer der Säuglinge, der in der Stadt Pessac im Südwesten Frankreichs starb, war mit Guigoz-Milchpulver des Schweizer Konzerns Nestlé ernährt worden. Die Staatsanwaltschaft Bordeaux teilte mit, dass eine Untersuchung zur möglichen Todesursache im Gange sei.

Das Ministerium erklärte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass die Todesfälle mit den Babymilchprodukten in Zusammenhang stehen.

Nestlé und der in Privatbesitz befindliche französische Konzern Lactalis hatten in diesem Monat Chargen von Babymilch, die in Frankreich verkauft wurden, wegen möglicher Kontamination mit Cereulid, einem Toxin, das Übelkeit und Erbrechen verursachen kann, zurückgerufen.

Reuters konnte nicht sofort feststellen, welches Babymilchpulver der zweite Säugling konsumiert hatte.

Nestlé teilte mit, man nehme die laufenden Ermittlungen zur Kenntnis.

„Wie von den Behörden erklärt wurde, deutet derzeit nichts darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen tragischen Ereignissen und dem Verzehr unserer Produkte gibt“, hieß es in einer E-Mail an Reuters.

Lactalis erklärte, man habe keine Meldungen von den Gesundheitsbehörden erhalten.

ANALYSEN LAUFEN, TEILT MINISTERIUM MIT 

„Zwei Meldungen über Säuglingstodesfälle wurden den Gesundheitsbehörden zur Kenntnis gebracht, bei denen berichtet wurde, dass die Kinder die von den Rückrufen betroffenen Babymilchprodukte konsumiert hatten. Bis heute wurde kein wissenschaftlich belegter ursächlicher Zusammenhang festgestellt“, teilte das Gesundheitsministerium in einer Erklärung mit. 

„Weitere Analysen laufen, und diese Fälle werden von den zuständigen Staatsanwaltschaften untersucht“, hieß es weiter.      

Die Einleitung einer Untersuchung ist nach dem verdächtigen Tod eines Säuglings ein Standardverfahren.

Die Staatsanwaltschaft in Angers, Westfrankreich, wo sich der andere Todesfall ereignete, reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters nach einer Stellungnahme.

Lactalis, der weltweit größte Molkereikonzern, rief Babymilchprodukte in 18 Ländern zurück, Nestlé in Dutzenden. Ein weiteres französisches Unternehmen, Danone, blockierte eine Charge Babymilchpulver, die speziell für den singapurischen Markt produziert wurde.       

Alle drei Unternehmen erklärten, die Maßnahmen seien vorsorglich erfolgt.

Das französische Landwirtschaftsministerium teilte am Mittwoch mit, dass die Ergebnisse einer ersten gerichtlichen Untersuchung in den kommenden zehn Tagen erwartet werden. Bei den Ermittlungen sei ein Öl, das reich an Arachidonsäure (ARA) ist und von einem chinesischen Lieferanten produziert wurde, als Quelle der Kontamination identifiziert worden.