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Essen/Düsseldorf (NRW) – Nach immer neuen Schäden an den Gleisen und schließlich einem Hangrutsch bei Ratingen musste die S-Bahnstrecke zwischen Essen und Düsseldorf für umfangreiche Bauarbeiten knapp zwei Jahre voll gesperrt werden. Ab Mitte Dezember 2025 sollten die Züge wieder störungsfrei verkehren – tun sie aber nicht.

Seit Wiedereröffnung herrscht Chaos auf einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Ruhrgebiet und Rheinland.

Eine lange Zeit mit umständlichen Umstiegen und unzuverlässigen Ersatzbussen an oft weit entfernten und versteckt gelegenen Haltestellen liegt hinter tausenden Pendlern in Nordrhein-Westfalen. Doch die Freude hielt trotz erster kleiner Probleme nur ein Wochenende. Dann war die für mehr als 20 Millionen Euro sanierte Strecke wegen eines Kabelschadens stundenlang lahmgelegt. Und die Pannenwelle riss trotz dessen Behebung nicht mehr ab.

Zuletzt sorgte ein Stellwerk für das Bahnchaos

Ein Sprecher der Deutschen Bahn zu BILD: „Leider haben wir seitdem immer wieder Relais-, Signal- und Bahnübergangsstörungen zu verzeichnen. Aufgrund der teilweisen Eingleisigkeit der Strecke führen diese Störungen leider zu größeren Auswirkungen auf der Strecke Essen – Düsseldorf.“ Zuletzt am Donnerstagmorgen, offizieller Grund: „Defektes Stellwerk“. Die Folge: Totalausfall, Schienenersatzverkehr.

Der Sprecher: „Bis Ende 2027 soll ein neues Stellwerk in Betrieb genommen werden.“ Noch zwei Jahre Chaos? „In den kommenden Monaten gibt es immer wieder planmäßige Instandsetzungen, die zu einer Stabilisierung des Betriebs führen werden.“

Arbeiten an Gleisen der Deutschen Bahn (Symbolfoto). Die Strecke Essen – Düsseldorf war nach Sanierung gerade erst wieder freigegeben worden

Arbeiten an Gleisen der Deutschen Bahn (Symbolfoto). Die Strecke Essen – Düsseldorf war nach Sanierung gerade erst wieder freigegeben worden

Foto: Deutsche Bahn AG

Pendler von ständigen Störungen genervt

Verständnis für die ständigen Ausfälle und Vertröstungen haben die Bahnkunden schon lange nicht mehr. Drei Stunden Fahr- und Wartezeiten für die Distanz von knapp 20 Kilometern sind keine Seltenheit. „Lachnummer“, „Kann nicht sein“, „Katastrophe“, heißt es etwa in den Sozialen Medien. Ein User schreibt: „So was Grauenhaftes bei so einer wichtigen Pendelstrecke habe ich noch nie erlebt!“. Einer fragt: „Hallo, weiß jemand, ob die S6 fährt?“ Ein anderer antwortet: „Niemand weiß das, nicht einmal die S6.“ Doppelt ärgerlich: Die zweite Strecke von Essen nach Düsseldorf ist derzeit voll gesperrt.

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Immerhin gibt der Sprecher zu: „Auch die Deutsche Bahn ist mit der Betriebsqualität nach Wiederaufnahme des Betriebs nicht zufrieden und bittet ihre Kund:innen um Entschuldigung.“ Natürlich würden Betroffene auch von den allgemein gültigen Fahrgastrechten Gebrauch machen können.