
Australian Open aktuell
Australian Open heute: Wer ist weiter? Wer ist raus? Das Wichtigste von den besten Spielen am Samstag, kurz und kompakt.
Wawrinkas Abschiedstour endet gegen Fritz
Stan Wawrinka – Taylor Fritz 6:7, 6:2, 4:6, 4:6
Als Sport-Reporter im besten Bandscheibenvorfall-Alter berichtet man selten über Sportler, die älter sind als man selbst. Umso schöner, dass es Stan Wawrinka gibt! Zwölf Jahre nach seinem Triumph bei den Australian Open befindet sich der 40 Jahre alte Schweizer dank einer Wild Card auf Abschiedstour und ist dabei in seiner Rolle als Tennis-Rentner der absolute Publikum-Liebling.
Auch gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz waren die Sympathien auf den Tribünen klar verteilt: „Stan the Man“ sollte es noch einmal machen. Wawrinka bewies dann auch, dass er trotz der bevorstehenden Früh-Rente noch lange kein Auslaufmodell ist. Mit seiner ebenso wunderschönen wie aus der Mode gekommenen einhändigen Rückhand begeisterte er noch einmal die Fans und stelle Fritz immer wieder vor eine Herausforderung. In der Endabrechnung hatte Wawrinka aber das Nachsehen. „Das war mein letztes Mal heute hier. Danke, dass ihr alle gekommen seid“, sagte Wawrinka nach dem Match, ehe er sich noch auf dem Court ein Bier öffnete.
Swiatek nach Achterbahnfahrt weiter
Anna Kalinskaya – Iga Swiatek 1:6, 6:1, 1:6
Die Weltranglisten-Zweite Iga Swiatek hat am Samstag eine rasante Berg- und Talfahrt hingelegt. Gegen ihre russische Gegnerin Anna Kalinskaya spielte sie erst sehr stark, dann eher durchwachsen und dann wieder sehr stark. In Zahlen ausgedrückt liest sich das wie folgt: 6:1, 1:6, 6:1. Klarer Fall von: Am Ende souverän durchgezogen, sie hätte es wohl aber auch leichter haben können.
Osaka reist ab
Naomi Osaka muss ihre zahlreichen bunten Outfits früher zusammenpacken als gedacht. Die Japanerin muss aufgrund einer Bauchmuskelverletzung aufgeben, zu ihrer für den Samstag geplanten Drittrunden-Partie gegen die australische Qualifikantin Maddison Inglis trat sie erst gar nicht an.
Große Hitze in Australien
Hitze gegen alle
Ja, auf der anderen Seite der Erde ist tatsächlich Hochsommer. Während in Deutschland Nebel, Frost und teilweise sogar Schnee dominieren, erleben die Australian Open eine Hitzewelle, wie sie einst Rudi Carrell besang. „Da gab es bis zu 40 Grad im Schatten, die Sonne knallte ins Gesicht.“ Was selbst an einem Strandtag wohl nur mit vielen Sprüngen ins Meer und noch mehr Eis auszuhalten ist, ist beim Tennis ein echtes Problem.
Da auf der sogenannten „Heat Stress Scale“, die von 1 bis 5 reicht, der Höchstwert erreicht wurde, unterbrachen die Veranstalter alle Spiele und Trainings-Einheiten auf den Außenplätzen. Bei den großen Arenen wurden die Dächer geschlossen. Danach ging es ohne direkte Sonneneinstrahlung weiter. Die einzige Frage, die bleibt: Wann wird’s auch in Deutschland mal wieder richtig Sommer?
Sinner auf der letzten Rille ins Achtelfinale
Jannik Sinner – Eliot Spizzirri 4:6, 6:3, 6:4, 6:4
Obwohl Jannik Sinner als Südtiroler gewisse Erfahrungen mit hohen Temperaturen haben sollte, kam der Weltranglisten-Zweite mit der Hitze bei den Australien Open überhaupt nicht zurecht. Sinner wurde von Krämpfen geschüttelt, schleppte sich von Ballwechsel zu Ballwechsel und musste zwischenzeitlich sogar behandelt werden.
Beim Stand von 4:6, 6:3, 1:3 bekam der 24-Jährige dann im wahrsten Sinne des Wortes Hilfe von oben. Da die bereits beschriebene Heat Rule griff, musste das Dach geschlossen und die Partie dafür einige Minuten unterbrochen werden. Sinner nutzte die Pause, um in der Kabine abzukühlen und dann erfrischt durchzustarten. „Ich hatte körperliche Probleme und wirklich Glück“, sagte er nach dem Match.
Dolce Vita in Australien
Lorenzo Musetti – Tomas Machac 5:7, 6:4, 6:2, 5:7, 6:2
Karen Chatschnanow – Luciano Darderi 6:7, 6:3, 3:6, 4:6
Wären die Australian Open ein Themen-Büfett im Drei-Sterne-Urlaubshotel, hätte es an diesem Tag viel Pasta und Pizza gegeben. Die dominierenden Farben auf den Tribünen waren am Samstag Grün, Weiß und Rot, die dominierende Sprache: Italienisch. Neben Sinner waren auch seine Landsmänner Lorenzo Musetti und Luciano Darderi im Einsatz, beide hatten deutlich weniger Probleme mit den Bedingungen.
Musetti musste gegen Macnac in einen Fünf-Satz-Marathon, zeigte dabei aber teilweise atemberaubende Schläge und überzeugte zudem mit einer nicht nachlassenden Fitness. Darderi kam gegen den Russen Chatschanow vergleichsweise unterkühlt weiter. Klare Sache: Die Italiener dürften bei diesem Turnier noch für den einen oder anderen Leckerbissen sorgen. Oder, wie es der begeisterte australische Kommentator formulierte: Buon appetito!
Lorenzo Musetti in der 3. Runde gegen Tomas Machac
US-Frauen nicht aufzuhalten
Ashlyn Krueger – Madison Keys 1:6, 5:7
Was Italien bei den Männern ist, sind die USA bei den Frauen. Nach Shootingstar Iva Jovic und Coco Gauff zogen am Samstag gleich drei weitere US-Spielerinnen ins Achtelfinale der Australian Open ein. Die prominenteste: Madison Keys, ihres Zeichens Titelverteidigerin. Die 30-Jährige zeigte eine abgeklärte und souveräne Leistung und überstand die dritte Runde ohne Probleme. Im Anschluss machten dann Amanda Anisimova (gegen Peyton Stearns) und Jessica Pegula (gegen Oxana Selechmetjewa) das US-Quintett im Achtelfinale perfekt.
Madison Keys in der Partie gegen Ashlyn Krueger