Mannheim. Kurden in ganz Deutschland gehen derzeit gegen die Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung in Syrien auf die Straße – unter anderem am Samstag in Mannheim. Bei einer ähnlichen Demonstration in Stuttgart am vergangenen Wochenende mit rund 2.000 Menschen war es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen.
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Die Demonstration war mit 20 Teilnehmern angemeldet worden. Demonstrierende hatten laut Polizei Flaschen und Pyrotechnik auf Beamte geworfen, diese hätten im Gegenzug Pfefferspray eingesetzt. Zudem seien zahlreiche Menschen vermummt gewesen.
Demonstration in Mannheim
- Der Demonstrationszug in Mannheim am Samstag läuft von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr.
- Das Thema : Gegen die Unterdrückung, Einschüchterung, Vertreibung und Gewalt gegenüber der kurdischen Bevölkerung und Rojava.
- Die Route verläuft vom Ehrenhof, Kurpfalzstraße, Paradeplatz in Richtung Abendakademie, Kurpfalzbrücke bis zur Alten Feuerwache.
Für den Demonstrationszug in Mannheim „Gegen die Unterdrückung, Einschüchterung, Vertreibung und Gewalt gegenüber der kurdischen Bevölkerung und Rojava“ werden laut Stadtverwaltung bis zu 1.200 Menschen erwartet. Die Polizei Mannheim kündigte an, mit „angemessener Stärke“ vor Ort zu sein, um einen friedlichen Verlauf zu gewährleisten.
Bereits am vergangenen Dienstagabend haben 1.500 Menschen in der Mannheimer Innenstadt gegen die aktuellen Kämpfe auf kurdischem Gebiet in Syrien demonstriert. Dabei wurden Rauchtöpfe, Raketen und Böller gezündet.
Demonstration von Kurden in Mannheim: Konflikt in Nordsyrien bewegt die Menschen
Die Kurden streben seit Langem nach einem eigenen Staat. Warum gehen jetzt Tausende auf die Straße? Hintergrund ist die zugespitzte Lage in Nordsyrien. Seit Dienstag gilt dort ein Waffenstillstand zwischen den Regierungstruppen und ihren Verbündeten sowie den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Zuvor waren über Tage hinweg die Regierungstruppen mit Hilfe arabischer Stammeskämpfer immer weiter in Gebiete vorgerückt, die von den SDF kontrolliert werden.
Mit den Gefechten versuchte die Übergangsregierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa militärisch durchzusetzen, was auf anderem Wege nicht umgesetzt werden konnte: Die Regierung will die Gebiete, die bisher unter kurdischer Selbstverwaltung standen, unter ihre Kontrolle bringen. Die als Rojava bekannte Verwaltung ist Teil des langen Strebens der Kurden nach einem eigenen Staat.
Eine Schwächung der Kurden und der kurdisch angeführten SDF bedeutet unterdessen einen strategischen Erfolg für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Ankara betrachtet die SDF als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. (dpa/dk)