Der 24. Januar ist mal wieder ein Demo-Samstag in Düsseldorf. Tausende werden auf mehreren Demos gegen das Regime in Iran erwartet. Viele alte iranische Flaggen mit dem Löwen und dem Schwert des früheren Schahs sind schon am Mittag im Düsseldorfer Hauptbahnhof und davor zu sehen.

Die größte Demo, zu der 20.000 Menschen erwartet werden, sammelt sich auf der Friedrich-Ebert-Straße. Es sind viele Shah-Flaggen zu sehen, auch Bilder von Shah-Sohn Reza Pahlavi. Ein Mann aus Köln sagt: „Was wir von hier tun können, ist deren Stimme sein“, und meint die der Demonstrierenden im Iran, die massiver Gewalt vonseiten des Regimes ausgesetzt sind.

Eine junge Frau aus Köln sagt unserer Reporterin vor Ort, dass erst mal Pahlavi die Monarchie wieder einführen müsse. Er habe einen Plan für die ersten 100 Tage. Sie ist sich sicher, dass danach eine Demokratie umgesetzt werden könnte. Die junge Frau hat Verwandte in Iran. Sie halte Kontakt über Instagram. Wenn sie etwas poste, könne sie sehen, wenn ihre Verwandten das gelesen haben. Dann wisse sie, dass diese noch lebten.

Die Düsseldorfer Polizei erwartet wegen der Demos massive Verkehrseinschränkungen im Innenstadtbereich. „Da bis in die Abendstunden mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen ist, werden Besucher der Innenstadt gebeten, für die An- und Abreise auf die Angebote des ÖPNV, insbesondere die unterirdisch verkehrenden Bahnen, zurückzugreifen“, sagte die Düsseldorfer Polizei vorab. Und auch die Rheinbahn weist daraufhin, dass es auf ihren durch die Innenstadt fahrenden Bussen und Bahnen zu Verspätungen und Ausfällen kommen kann. Wo möglich würden die Linien umgeleitet, informiert das Verkehrsunternehmen seine Fahrgäste über die digitalen Anzeigen an den Haltestellen.

Grund für gleich vier angemeldete Proteste ist das Vorgehen des iranischen Regimes gegen Demonstranten im eigenen Land. Dagegen regt sich weltweit immer mehr Widerstand, auch in Düsseldorf. Allein beim größten Zug wurden laut Polizei 20.000 Teilnehmer angemeldet. Los geht es bei diesem um 14 Uhr an der Friedrich-Ebert-Straße nahe dem Hauptbahnhof. Von dort wollen die Demonstranten unter dem Motto „Freiheit für den Iran“ durch die Innenstadt zum Landtag ziehen, enden soll die Veranstaltung dort mit einer Abschlusskundgebung um 18 Uhr. Vor allem dieser Aufzug, der von der Friedrich-Ebert-Straße zur Landtagswiese ziehen wird, dürfte laut Polizei „während der relevanten Zeit für verkehrliche Beeinträchtigungen sorgen“.

Fast parallel dazu findet ein weiterer Protestzug statt, das Motto lautet „Solidarität mit dem Iran“. Startpunkt ist um 14.30 Uhr der Schadowplatz, von dort aus geht es bis 17.30 Uhr zur Friedrich-Ebert-Straße. Erwartet werden bei diesem bis zu 1700 Teilnehmer.

Zudem findet, hier wieder unter dem Motto „Freiheit für den Iran“, auf dem Schadowplatz eine Kundgebung statt. Zu dem Protest zwischen 17.30 Uhr und 19.30 Uhr werden bis zu 1500 Teilnehmer erwartet.

Insgesamt wurden für den Samstag bei der Polizei neun Versammlungen angemeldet, einige jedoch nur mit einer Teilnehmerzahl zwischen zehn und 15 Personen. Mehrere Hundert Polizistinnen und Polizisten werden heute im Einsatz sein.

Auslöser der jüngsten Proteste Ende Dezember war zunächst die schwere Wirtschaftskrise. Das iranische Regime geht gewaltsam gegen die Versammlungen vor. Noch nie in der Geschichte der Islamischen Republik wurden so viele Demonstranten bei Protesten getötet.

Der Iran hat am vergangenen Donnerstag offizielle Todeszahlen zu den jüngsten Massenprotesten veröffentlicht. Insgesamt 3117 Menschen seien ums Leben gekommen, hieß es in einer Erklärung des Sicherheitsrats. Die tatsächlichen Opferzahlen dürften unterschiedlichen Schätzungen zufolge deutlich höher liegen. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA hatte zuletzt 4500 Tote verifiziert mit rund 9000 weiteren Fällen in der Prüfung.