Nichts von der Evakuierung mitbekommen hatte hingegen Uwe. „Ich habe mir morgens einen Kaffee beim Bäcker geholt. Als ich zurück nach Hause kam, stand die Feuerwehr vor der Tür und meinte, dass ich weg muss“, erzählt er. Somit habe er nichts mehr einpacken können und sei direkt los zum Tivoli.
Ähnlich erging es RWTH-Student Lars. Er habe frühmorgens beim Gassigehen mit seinem Hund durch Zufall von einem Freund davon erfahren. Wieso er, ein junger Mann mit Internetzugang, von der Evakuierung nichts erfahren habe? „Mein Kopf war einfach ausgeschaltet, das ist komplett an mir vorbeigegangen“, erzählt er lachend. Zumindest habe er aber noch seine Onlinevorlesung zu Hause anschauen können, bevor er losmusste.
Nicht viel besser lief es bei Paul. Er habe erst realisiert, dass etwas faul ist, als er vor die Tür gegangen war und die leeren Straßen erblickte. „Ich dachte nur: Hä, ist heute Sonntag?“, sagt er. Zum Glück könne er aber remote arbeiten, weswegen die Evakuierung keine großen Auswirkungen auf ihn hatte.
Um 14.36 Uhr – fast pünktlich im Zeitplan – gibt die NINA-Warnapp schließlich Entwarnung. Die Bombe ist entschärft. Aufregung oder gar Jubel hört man im Tivoli aber nicht. Die Menschen machen sich gelassen auf den Weg zurück in ihre Wohnungen.