Kurzfassung des Artikels:

  • Holstein Kiel verspielte am Freitagabend in Bielefeld eine 2:0-Pausenführung und trennte sich 2:2 vom DSC Arminia.
  • Nach einer Gelb-Roten Karte für Ivan Nekic mussten die Kieler ab der 68. Minute in Unterzahl spielen und kassierten kurz vor Schluss den Ausgleich.
  • Das Kieler Team blieb im sechsten Pflichtspiel in Folge ungeschlagen, zeigte sich aber enttäuscht über den verpassten Sieg.

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Sie waren ein wenig hin- und hergerissen, die Spieler des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. Einerseits mussten sie angesichts eines Powerplays von Arminia Bielefeld in der zweiten Halbzeit glücklich darüber sein, einen Punkt verbuchen zu dürfen und somit im sechsten Pflichtspiel in Folge ungeschlagen zu bleiben. Andererseits war aber auch mehr drin als „nur“ ein 2:2 auf der Alm, wo die „Störche“ vor 24.886 Zuschauern einen 2:0-Pausenvorsprung verspielten und somit auch im siebten Anlauf in ihrer Clubhistorie keinen Sieg in Bielefeld feiern durften.

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Phil Harres und Jonas Therkelsen verpassen die Entscheidung

„Wenn ich die letzten 30 Minuten betrachte, bin ich froh, dass wir einen Punkt mitnehmen, weil die Bielefelder sehr gedrückt haben. Aber insgesamt betrachtet muss man schon sagen, dass wir auch einfach das 3:0 hätten machen können“, bilanzierte Mittelfeldmann Jonas Meffert. Der 31-Jährige spielte auf zwei Szenen an, in denen die Kieler – und das hatte im zweiten Durchgang absoluten Seltenheitswert – im Strafraum der Arminen auftauchten: Sowohl Phil Harres, der selbst abschloss, anstatt zwei vermeintlich besser postierte Mitspieler zu bedienen (50.), als auch Jonas Therkelsen, dessen Versuch nach einem schönen Solo von Bielefelds Maximilian Großer abgeblockt wurde, hätten die Entscheidung herbeiführen können (61.). Das taten sie jedoch nicht.

„Insgesamt betrachtet muss man schon sagen, dass wir auch einfach das 3:0 hätten machen können.“

Jonas Meffert

Spieler Holstein Kiel

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Und so kippte das Spiel kurz darauf in eine völlig andere Richtung. Ivan Nekic, der noch in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts das 2:0 für die KSV geköpft hatte, ging gegen Marius Wörl ebenso unnötig wie rustikal zu Werke, verursachte dadurch einen Strafstoß und flog auch noch mit Gelb-Rot vom Platz (68.). Diese Szene war nicht nur doppelt, sondern gleich dreifach bitter, weil unmittelbar zuvor ein hartes Einsteigen von Bielefelds Großer gegen Adrian Kapralik von Referee Lars Erbst (Gerlingen) nicht geahndet worden war.

In der 87. Minute bekommt Holstein Kiel die Quittung präsentiert

„So wie der da in den Ball und den Gegenspieler reinfliegt, da hätte ich als Schiedsrichter gepfiffen“, meinte Meffert, der das Unterzahlspiel der Kieler als „sehr anstrengend“ und „sehr, sehr hart“ bezeichnete. Kapitän Steven Skrzybski pflichtete ihm indirekt bei. „Wir hätten in der zweiten Halbzeit mehr Konter gebraucht, um immer wieder Nadelstiche zu setzen. Aber spätestens nach der Gelb-Roten Karte war das quasi ausgeschlossen“, sah auch der 33-Jährige seine Mannschaft nur noch in der eigenen Hälfte am Ackern – ohne Aussicht auf den einen oder anderen Entlastungsangriff. Die Quittung dafür bekamen die „Störche“ in der 87. Minute präsentiert, als der erst wenige Augenblicke zuvor eingewechselte Noah Sarenren Bazee zum 2:2-Endstand einköpfte.

Der Ausgleich für Arminia Bielefeld gegen Holstein Kiel: Noah Sarenren Bazee (blaues Trikot) steigt hoch und gibt mit seinem Kopfball den Gästeakteuren Marco Komenda (von links), David Zec und Jonas Krumrey das Nachsehen.
Foto: dpa/Friso Gentsch

Der Ausgleich für Arminia Bielefeld gegen Holstein Kiel: Noah Sarenren Bazee (blaues Trikot) steigt hoch und gibt mit seinem Kopfball den Gästeakteuren Marco Komenda (von links), David Zec und Jonas Krumrey das Nachsehen.Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize

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Steven Skrzybski macht für Adrian Kapralik Platz

Skrzybski selbst hatte seiner Offensive nur wenige Impulse verleihen können, immer wieder musste er in der eigenen Hälfte aushelfen, ehe er nach 65 Minuten für Kapralik Platz machte. „Der Elfmeter und Gelb-Rot haben das ganze Spiel verändert“, urteilte der Kapitän, der jedoch auch klar festhielt: „Unterzahl bedeutet nicht automatisch, auch wenn noch lange zu spielen ist, dass wir das hier noch aus der Hand geben. Wenn du 2:0 führst, musst du das Ding ziehen – Kulisse hin oder her. Aber nach hinten heraus musst du ja glücklich sein, dass du das Spiel nicht noch verlierst.“ Mutmaßlich, so der Offensivmann, hätte Holstein „vor ein paar Wochen ein solches Ding noch verloren“.

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Dass die Kieler den dritten Sieg in Serie noch hergaben, bezeichnete Skrzybski als „brutal ärgerlich“. Es habe sich zwar jeder im Team auf dem Platz reingehauen, dass es am Ende jedoch nur zu einem Remis langte, war für den 33-Jährigen „irgendwie ein Scheiß-Gefühl“.