Der zweite Tag der Verhandlungen in Abu Dhabi über ein mögliches Ende des Ukrainekriegs soll auch mit Gesprächen über das Thema Gebietsabtretungen begonnen haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtet unter Berufung auf Kreise der russischen Delegation, dass mehrere Dokumente studiert und erörtert würden: „Sowohl Territorien als auch (Sicherheits-)Garantien und andere Aspekte“ stünden auf der Agenda.
Das Thema Gebietsabtretungen ist eines der brisantesten bei den Gesprächen über einen Frieden. Russland fordert von der Ukraine neben den ohnehin schon besetzten Gebieten im Osten weitere Landstriche, konkret die auch nach knapp vier Jahren noch nicht eroberten Reste des Gebietes Donezk, für sich ein. Dies wiederum lehnt die Ukraine ab – ebenso wie einen einseitigen Rückzug aus der Region.
Direkte Gespräche zwischen Ukraine, Russland und den USA
Bei den Verhandlungen in Abu Dhabi reden russische und ukrainische Unterhändler nach längerer Pause wieder direkt miteinander. Zudem sind es die ersten direkten Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA. Diese trilateralen Gespräche auf
Expertenebene hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos angekündigt.
Die russische Delegation beharrt laut Teilnehmeraussagen bei den Verhandlungen unter anderem auf ihrer Forderung, dass die Ukraine auf einen Nato-Beitritt verzichten müsse. Auch hält sie an Gebietsforderungen fest. Russland werde sein Ziel auf militärischem Wege erreichen, sollte die Ukraine den Forderungen nicht zustimmen, heißt es vonseiten der russischen Delegation.
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