3. Liga
Stand: 24.01.2026 16:10 Uhr
Der TSV Havelse hat bei Rot-Weiss Essen in einem wahren Drittliga-Spektakel einen überzeugenden Auftritt hingelegt, doch eine Überraschung gelang nicht. Die abstiegsbedrohten Niedersachsen unterlagen am Sonnabend mit 1:4 (1:2) beim Aufstiegskandidaten.
Die Rollen schienen im Vorfeld klar verteilt. Doch seinen Kampfgeist hatte Havelse, das vor dem Spiel in Essen viermal in Folge nicht verloren und wieder Hoffnung auf den Ligaverbleib geschöpft hatte, zuletzt eindrücklich unter Beweis gestellt.
Auch diesmal begannen die Niedersachsen mutig, setzten die favorisierten Hausherren unter Druck und tauchten mehrfach gefährlich im Sechzehner auf. RWE benötigte eine Weile, um sich zu sortieren, kam aber nach rund 20 Minuten besser mit den schnellen Flügelspielern der TSV zurecht.

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Chancenfestival und hohes Tempo
Es entwickelte sich ein temporeiches Spiel voller Höhepunkte im legendären Stadion an der Hafenstraße. Chancen gab es hüben wie drüben. Havelse hatte es vor allem Tom Opitz zu verdanken, dass die Null stand, mit starken Paraden verhinderte der Keeper gleich zweimal die Essener Führung durch Marek Janssen.
Es wurde dennoch das Spiel des Essener Mittelstürmers, der sich erstmals in der 35. Minute in die Torschützenliste eintrug. Nach einer Ecke nickte er zum 1:0 ein. Keine zwei Minuten später schnürte er den Doppelpack: Er enteilte seinen Verfolgern, umkurvte den herausstürmenden Opitz und vollstreckte zum 2:0.
Rexhepi trifft sehenswert zum Anschluss
Havelse gab sich aber nicht geschlagen, die dritte gute Möglichkeit zum Anschluss nutzte Arlind Rexhepi, als er einen Freistoß stark über die Mauer in den linken Winkel zirkelte – 1:2. Ein Treffer, der den ohnehin unerschrockenen Gästen kurz vor dem Pausenpfiff noch mehr Mut machte.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Havelse spielfreudig und die Begegnung unterhaltsam. Doch wieder war es Janssen, der den Niedersachsen den Zahn mit seinem dritten Treffer des Tages in der 52. Minute zog. Ausgerechnet der 28-Jährige machte den Unterschied in dieser Partie, nach seiner Kritik an Trainer Uwe Koschinat und internen Querelen war er zuletzt mit einer Geldstrafe belegt worden, durfte aber von Beginn an spielen und zeigte seine ganze Klasse.
Eine Niederlage, die Mut macht
1:3 – war es das? Es spielte den Gästen vermeintlich in die Karten, dass Essens Jannik Hofmann nach einer Grätsche gegen Marko Ilic Rot sah (55.) – eine harte Entscheidung. Es blieb spannend, Havelse gab alles, doch Torben Müsel machte mit seinem Tor zum 4:1 (68.) den Deckel drauf. Opitz war beim abgefälschten Abschluss machtlos.
Am Ende wurde es noch ein wenig bitter für den TSV. Rexhepi scheiterte in der 90. Minute nur an der Latte, der überzeugende Semi Belkahia sah kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte.
Unterm Strich blieb aber die Erkenntnis, spielerisch gegen abgezockte Essener streckenweise mithalten zu können. Das 1:4 klingt härter, als es der Spielverlauf hergab. Der dürfte Havelse weiterhin Mut machen, dass der Klassenerhalt vielleicht doch noch gelingt.
21. Spieltag, 24.01.2026 14:00 Uhr
Golz – Rios Alonso, Schultz, Kraulich – Ja. Hofmann, K. Gjasula, Müsel (87. Arslan), Brumme (46. Bouebari) – Obuz (58. Kostka), Mizuta (84. Reisig) – Janssen (58. Safi)
4
Opitz – Plume, Belkahia, Kolgeci – Sommer, Oltrogge, Ilic – Boujellab, Düker – Rexhepi, Paldino
1
Tore
- 1:0 Janssen (35.)
- 2:0 Janssen (37.)
- 2:1 Rexhepi (45. +1)
- 3:1 Janssen (52.)
- 4:1 Müsel (68.)