Die Eintracht kassiert gegen Hoffenheim wieder drei Gegentore und verliert das Spiel. Die Stimmung rund um den Frankfurter Bundesligisten ist am Boden. Auf Stille in der Schlussphase folgen Pfiffe nach dem Ende.

Frust pur bei Eintracht-Stürmer Arnaud Kalimuendo.

Frust pur bei Eintracht-Stürmer Arnaud Kalimuendo.
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00:44 Min.|24.01.26|Daniel Höhr

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Irgendwann herrschte nur noch Stille im Frankfurter Stadtwald, stellten selbst die treusten Unterstützer ihren Support ein. Die Eintracht taumelt derzeit von Verlegenheit zu Verlegenheit, kassierte am Samstag zum fünften Mal nacheinander drei Gegentore und verlor das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim mit 1:3 (1:0). Im ersten Bundesliga-Spiel von Interimstrainer Dennis Schmitt verschärfte sich damit die ohnehin veritable Krise noch einmal. Die angepeilte Qualifikation für den Europapokal rückt in immer weitere Ferne, der Gegner aus dem Kraichgau etwa ist als Tabellendritter bereits neun Zähler enteilt (bei einer weniger absolvierten Partie).

Dabei lag die Eintracht zur Pause sogar durch Arnaud Kalimuendo (18.) etwas glücklich in Führung. Nach dem Seitenwechsel aber brachen alle Dämme, Hoffenheim kam durch Max Moerstedt (52.), Ozan Kabak (60.) und ein Eigentor von Aurèle Amenda (64.) zum verdienten Auswärtssieg.

Kalimuendo trifft, Santos pariert

Dabei hatte die Eintracht doch so begonnen, wie vorher von den Fans erhofft: seriös. Soll heißen: Die Hessen glänzten zwar nicht, hielten die formstarken Hoffenheimer anfangs aber gut in Schach. Seinen Teil dazu trug Amenda bei, der in der Abwehr anstelle des seit Wochen schwächelnden Arthur Theate ran durfte. Amenda war es auch, der die Führung einleitete. Er klärte einen Zweikampf in die Füße von Can Uzun, der Kalimuendo auf die Reise schickte. Der Winterzugang ließ sich die Chance nicht nehmen (18.).

Die Eintracht versuchte ihre Reihen zu verdichten, der Fokus lag auf der Defensive. Vorne fanden die Frankfurter nach ihrem Treffer dagegen kaum statt. Und hinten? Da stand zur Pause die Null – vor allem dank guter Paraden von Kaua Santos. Der Torwart hielt erst gegen Fisnik Asllani mit einer reaktionsschnellen Flugeinlage (39.) und kurz drauf gegen Wouter Burger mit breiter Brust (45.+1). Zuvor hatte Hoffenheims Kabak noch eine Ecke an den Pfosten geköpft (21.). Und so musste bei aller Eintracht-Zufriedenheit über die Pausenführung angemerkt werden: Ein Rückstand wäre ebenfalls drin gewesen.

Es kommt, wie es immer kommt

Und er kam dann doch schnell. Die Eintracht verteidigte nun wieder Eintracht-like und somit völlig offen. Ein simpler Angriff über die rechte Frankfurter Seite, die wie so oft in dieser Runde viel zu weit aufgerückt war, brachte TSG-Torschütze Moerstedt in Position (52.). Auf den Ausgleich folgte alsbald die Hoffenheimer Führung. Kabak kam im zweiten Anlauf nach einer Ecke freistehend im Fünfer zum Kopfball (60.). Die Reaktion der Frankfurter Fans auf den doppelten Nackenschlag war vielsagend wie vernichtend: „Wir wollen euch kämpfen sehen“.

Die Hoffenheimer Gäste, eigentlich alle, spürten nun, wie angeknockt die Eintracht in ihrer jetzigen Verfassung ist. Entsprechend machte die TSG kurzen Prozess. Einen Flankenversuch von Vladimir Coufal fälschte Amenda ins eigene Netz ab (64.). Die Entscheidung, Stille im Stadtwald, die Stimmung am Boden, Krise pur. Nach Spielschluss wurden die Profis beim Gang in die Kurve ausgepfiffen.

Weitere Informationen Eintracht Frankfurt – TSG Hoffenheim 1:3 (1:0)

Frankfurt:  Santos – Collins (72. Amaimouni-Echghouyab), Koch, Amenda – Kristensen, Skhiri, Chaibi (61. Larsson), Brown, Doan, Uzun (61. Knauff) – Kalimuendo (72. Bahoya)

Hoffenheim: Baumann – Coufal, Kabak, Hajdari,   Bernardo – Avdullahu, Kramaric (67. Prömel), Burger, Moerstedt (76. Bebou), Prass – Asllani (90. Damar)

Tore: 1:0 Kalimuendo (18.),  1:1 Moerstedt (52.), 1:2 Kabak (60.) , 1:3 Amenda (65./Eigentor)
Gelbe Karten: Coufal, Hajdari, Avdullahu, Bebou

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)
Zuschauer: 58.500

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