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Wien (Österreich) – Das echte Wiener Schnitzel (Kalb) ist ein Luxusgericht, kostet im Restaurant oft 25 bis 30 Euro. Ein deutscher Koch hat jetzt ein Schnitzel auf seine Karte gesetzt, das vermutlich das teuerste Wiener Schnitzel der Welt ist: 395 Euro kostet seine Kreation für zwei Personen. Und verkauft wird’s ausgerechnet in einem Lokal mit dem Namen „Spelunke“ im 2. Wiener Bezirk.
Schnitzel mit Gold und Beluga-Kaviar
Küchenchef Alexander Knelle (29) zu BILD: „Wir haben uns im Team überlegt, wie man den Wiener Klassiker auf ein neues Level heben kann, und sind dann auf Beluga-Kaviar als Beilage gekommen. Und der Geschmack hat uns tatsächlich überrascht.“

Küchenchef Alexander Knelle kochte früher im Restaurant „Neuwirt“ in Kitzbühel
Foto: Spelunke/APA-Fotoservice/Tanzer
Knelle, geboren in Grünstadt (Rheinland-Pfalz), kochte bis zum vergangenen Jahr noch in Kitzbühel und hatte sich dort zwei Gault-&-Millau-Hauben erkocht.
Hat er für sein Luxus-Schnitzel aus japanischem Wagyu-Filet den Spott der Wiener Wirte geerntet? Knelle zu BILD: „Unsere Lieferanten fanden es genial. Von den Kollegen habe ich bisher nichts gehört, wir haben’s ja erst ganz neu auf der Karte.“

Schnitzel für 395 Euro: Preiselbeeren, Petersilienkartoffeln und ein bisschen Salat gibt’s auch dazu
Foto: House of Viva
Auf dem Schnitzel („Kaiser Franz“) selbst liegen 0,5 Gramm Gold-Flitter, den Wareneinsatz schätzt Knelle insgesamt auf etwa 163 Euro.
Wirt hofft auf Touris aus den Emiraten
„Wir haben lange recherchiert und weltweit kein teureres Wiener Schnitzel gefunden“, sagt die PR-Beraterin der „Spelunke“, Elena Vacano (31). „Wir wollen damit natürlich wohlhabende Touristen, vor allem aus den Emiraten, anlocken. Mit Luxus und Dekadenz.“

Die „Spelunke“ ist eines der gehobenen Restaurants in Wien am Donaukanal
Foto: House of Viva
Soviel Bling auf einem Schnitzel, verschreckt das nicht das österreichische Stammpublikum? Elena Vacano zu BILD: „Wer’s traditionell mag, für den haben wir auch ein normales Wiener Schnitzel im Programm.“

Restaurant-Inhaber Michael Dvoracek (44, l.) mit seinem Küchenchef Alexander Knelle (29)
Foto: Spelunke/APA-Fotoservice/Tanzer
Das ist dann mit 29 Euro (mit Petersilienkartoffeln, Preiselbeeren und Zitrone) fast schon ein Schnäppchen. Doch auch für das Goldschnitzel gibt’s für dieses Wochenende bereits zwei Vorbestellungen. Knelle zu BILD: „Nach den Namen zu schließen, sind das sogar Wiener.“
Ein User bei Instagram kommentierte das Video von dem Nobel-Schnitzel übrigens so: „Die Erbschafts- und Vermögenssteuer kann nicht schnell genug kommen.“
Transparenzhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass 5 Gramm Gold-Flitter auf dem Schnitzel seinen. Dabei handelte es sich um einen Fehler. Tatsächlich sind 0,5 Gramm Gold-Flitter richtig. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, diesen zu entschuldigen.