Dika Mem wird Man-of-the-Macth im Spiel gegen Portugal

Stand: 24.01.2026 17:34 Uhr

Die Franzosen zeigen sich bei der Handball-EM weiter in unglaublicher Torlaune. Gegen Portugal stellte das Team von Guillaume Gille den eigenen Bestwert von 46 Toren in einer Partie, erst vor einer Woche aufgestellt, am Samstag ein und fegten Portugal mit 46:38 (28:15) von der Platte.

Es war eine klassische ‚Halbzeit zum Vergessen‘ für die portugiesischen Handballer. Während Frankreich in der ersten Hälfte eine fast erschreckende Treffsicherheit zeigte und mit 28 Toren in 30 Minuten einen weiteren EM-Rekord aufstellte, wirkte Portugal wie ein Schatten seiner selbst. Zwei technische und zwölf Ballverluste leistete sich der Dänemark-Bezwinger, gewann zumindest die 2. Hälfte mit 23:18 und schraubte die Gesamtzahl von 84 erzielten Toren ebenfalls auf einen neuen EM-Höchstwert.

Bei den Franzosen, die die ersten 20 Würfe allesamt im Tor unterbrachten, zeigte der Spieler des Spiels Dika Mem eine überragende Leistung mit acht Toren, vier Vorlagen und eine Trefferquote von 100%. Nach der Niederlage gegen Dänemark zum Auftakt der Hauptrunde meldete sich der Titelverteidiger damit eindrucksvoll zurück und übernimmt vorübergehend die Tabellenspitze der Hauptrunden-Gruppe I.

Prandi markiert erste Zehn-Tore-Führung in der 18. Minute

Die Partie brauchte keine lange Anlaufzeit, beide Teams starteten direkt mit schnellen Treffern. Der nach einer Sperre zurückgekehrte Victor Iturriza zeigte umgehend seine Bedeutung für das portugiesische Team und traf zum 1:2 (3.). Aber auch der Kreisläufer konnte nicht verhindern, dass die Franzosen nach Belieben und vor allem ohne Gegenwehr zum Abschluss kommen konnten.

Linkshänder Dika Mem traf in der zehnten Minute bereits zum vierten Mal, während die Costa-Brüder nur einen ihrer sechs Versuche trafen. Sogar der sonst treffsichere Siebenmeterschütze Kiko Costa scheiterte vom Strich am gut aufgelegten Charles Bolzinger. Fehlwürfe gab es im französischen Team dagegen keine, die ersten 20 Würfe landeten allesamt im gegnerischen Tor.

Frankreich startet auch in zweite Hälfte hochkonzentriert

Sogar in Unterzahl fand die sonst für ihre Aggressivität bekannte portugiesische Abwehr kein Mittel gegen die französische Durchschlagskraft – Thibaud Briet zum 21:10 (21.). Zur Hälfte erzielten Mem und Co. einen Turnierbestwert von 28 Treffern, während Portugal mit neun technischen Fehlern und 11 Fehlwürfen nur physisch anwesend schien. Trainer Paulo Pereira versuchte es nach der Pause mit dem zusätzlichen Feldspieler, das Ergebnis blieb gleich.

Portugal konnte die einfachen Fehler offensiv nicht abstellen und in der Abwehr ließen sie Mem weiter gewähren. Selbst als sich beim bis dato fehlerfreien Briet leichte Unkonzentriertheiten einschlichen, blieb der Rest des Teams gandenlos effektiv. Und hochmotiviert. In der 43. Minute standen für die französische Abwehr bereits sieben Steals und drei Blocks in den Statistikbüchern.

Sieg im zweiten Abschnitt: Portugal mit Schadensbegrenzung

Ausbaufähig war lediglich die Performance von Frankreichs Schlussmann Bolzinger, der in der zweiten Hälfte überwiegend blass blieb. Eine bessere Leistung war aber auch nicht nötig, weil Frankreich in der Schlussphase weiter aufs Tempo drückte und Nicolas Tournat sogar mit der falschen Hand traf (43:32). Einzig der 47. Treffer, der einen erneuten Rekord bedeutet hätte, fiel nicht mehr.