Derzeit wird in Japan der L0-Serie-Zug entwickelt, der voraussichtlich Geschwindigkeiten von bis zu 603,5 km/h erreichen wird und damit der weltweit schnellste Zug ist.
Japan entwickelt derzeit den weltweit schnellsten Zug, die L0-Serie, einen japanischen Magnetschwebezug, der von der Central Japan Railway Company (JR Central) hergestellt und getestet wird.
Dieser Zug soll in der Lage sein, Geschwindigkeiten von bis zu 603,5 km/h zu erreichen, was den derzeit einzigen kommerziellen Magnetschwebezug der Welt, Chinas Shanghai-Maglev, der Geschwindigkeiten von bis zu 460,2 km/h erreicht, deutlich übertrifft.
Im Gegensatz dazu liegen Europas Schnellzüge, der französische TGV und der italienische AGV Italo, bei Höchstbetriebs-Geschwindigkeiten von 306 bis 354 km/h.
Reduzierung der Reisezeit zwischen Tokio und Nagoya auf nur wenige Minuten
Üblicherweise kann eine Zugfahrt von Tokio nach Nagoya zwischen einer Stunde und 26 Minuten bis zu zweieinhalb Stunden oder mehr dauern, je nachdem, ob Reisende die schnelleren Shinkansen-Dienste oder die langsamerer Kodama- oder Hikari-Verbindungen nutzen.
Die gegenwärtig im Bau befindliche Chuo-Shinkansen-Linie der L0-Serie wird diese Reisezeit voraussichtlich auf nur 40 Minuten reduzieren. Ein Dienst zwischen Nagoya und Osaka soll später ebenfalls eingeführt werden, wodurch die drei Städte zu einer größeren, zusammenhängenden Serviceregion verbunden würden.
Um ein Europa-basiertes Beispiel zu geben, würde dieser Zug die Reisezeit zwischen London und Edinburgh auf nur 60 Minuten reduzieren – eine Fahrt, die mit den derzeitigen britischen Zügen zwischen vier Stunden und fünfundvierzig Minuten liegt.
Was macht die L0-Serie so schnell?
Die L0-Serie wird Magnetschwebe (Maglev) verwenden, eine Technologie, die den Zug über die Gleise hebt und es den Wagen ermöglicht, von einem weiteren Elektromotor vorwärts getrieben zu werden.
Durch den gleichzeitigen Einsatz von Elektrizität und Magneten ermöglicht diese Methode dem Zug, sich mit zuvor unvorstellbaren Geschwindigkeiten durch die Luft zu bewegen.
Sobald er kommerziell einsatzbereit gilt, wird der Zug der L0-Serie in der Lage sein, die Strecke von Tokio nach Osaka in einer Stunde zurückzulegen, eine Reise, die derzeit zwischen zwei Stunden und 20 Minuten und vier Stunden liegt.
Ohne Zweifel erfordert dieser futuristische Zug enorme Investitionen, die bislang auf rund £52 Mrd. (€59,9 Mrd.) geschätzt werden.
Ursprünglich war die Fertigstellung für 2027 vorgesehen, doch das Projekt wurde bereits um acht Jahre verzögert, und ein realistischerer Eröffnungszeitraum liegt nun wahrscheinlich zwischen 2034 und 2035.
Würde dieser Zug auch in Europa funktionieren?
Obwohl Bahnfans sich über diese neue Entwicklung freuen werden, bleibt die eigentliche Frage: Könnte dieser Zug außerhalb Japans funktionieren, auf Märkten wie dem Vereinigten Königreich oder in Europa?
Die Integration eines so Hochgeschwindigkeitszuges in den britischen oder europäischen Markt könnte deutlich anspruchsvoller sein, als es scheint. Denn diese Märkte legen typischerweise gleichermaßen, wenn nicht sogar stärker, Wert auf Benutzkomfort, das gesamte Reiseerlebnis, Luxus und Zugänglichkeit von Bahnreisen, die oft für ihre langsame, landschaftlich reizvolle Schönheit geschätzt werden.
Sofern er nicht auf rein funktionale und Geschäftszwecke gerichtete Strecken beschränkt wird, wie London nach Paris oder London nach Brüssel; diese Vorliebe könnte einen Ultra-Hochgeschwindigkeitszug in diesen Märkten sofort benachteiligen.
Außerdem würde ein Zug wie die L0-Serie erhebliche Investitionen sowie eine Infrastrukturunterstützung benötigen, da er nicht auf bestehenden Gleisen verkehren könnte. Großteils der Strecke müsste zudem durch Tunnel geführt werden, die speziell für diesen Zweck ausgehoben werden müssten.
Er ist außerdem deutlich energieintensiver als normale britische oder europäische Züge, was die Kosten weiter erhöht. Und er hat eine geringere Kapazität als die meisten europäischen Züge, was es schwieriger machen würde, die Kosten zu decken.