
Nach einem schwachen Start ins Jahr gelingt Bayer 04 Leverkusen in der Fußball-Bundesliga gegen Werder Bremen der Befreiungsschlag – wenn auch mit Mühe. Der erste Bundesliga-Treffer von Lucas Vazquez (37. Minute) reichte Leverkusen am 19. Spieltag zu einem knappen 1:0 (1:0)-Sieg und dem ersten Erfolgserlebnis im Jahr 2026.
Durch den Sieg bleibt Leverkusen mit 32 Punkten als Sechster im Bereich der Europacup-Plätze. Bremen, das jetzt seit acht Bundesliga-Spielen nicht gewonnen hat, treibt mit 18 Punkten als 14. weiter gefährlich nah an den Abstiegsplätzen.
„Es war mehr drin“, meinte Bremen-Trainer Horst Steffen am Sportschau-Mikrofon: „Die Mannschaft hat sich reingeschmissen und kämpferisch alles gezeigt.“
Frühe Bremer Chancen in Leverkusen
Mit drei Niederlagen und dem damit schlechtesten Pflichtspiel-Jahresstart seit dem Bundesliga-Aufstieg 1979 ging Leverkusen mit Druck im Nacken in die Partie. Und das merkte man dem Team von Trainer Kaspar Hjulmand auch an. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß (3.) und einem Konter (5.) gerieten die Gastgeber gleich früh in die Bredouille. Aber Bremen ließ die guten Möglichkeiten liegen. „Ich glaube, da hat man schon uns allen angemerkt, dass uns gerade nicht alles so leicht von der Hand geht“, gab auch Kapitän Robert Andrich im Sportschau-Gespräch zu.
Als dann auch noch Loic Badé (8.) aus kurzer Distanz scheiterte, ein Treffer von Patrik Schick (12.) wegen Handspiels annulliert wurde und Ernest Poku (18.) das Kunststück vollbrachte, den Ball nach einem Schick-Querpass aus vier Metern über das leere Tor zu bugsieren, sah es so aus, als sollte Bayers Negativlauf weitergehen.
Blaswich pariert, Vazquez trifft für Bayer
Denn danach verflachte die Partie. Leverkusen tat sich gegen die griffige Bremer Defensive schwer, die zwischen Anlaufen und Abwarten variierte. Und das Gäste-Team von Trainer Horst Steffen hatte auch immer wieder gute Ansätze nach vorn. So prüfte Romano Schmid (27.) im Anschluss an einen Eckball mit einem Schlenzer aus der linken Strafraumhälfte Bayer-Torwart Jannes Blaswich, der wie schon beim 0:2 in der Champions League bei Olympiakos Piräus den verletzten Mark Flekken vertrat.
Aber dann kam er doch, der eine Moment, in dem bei Leverkusen alles passte. Vazquez spielte von rechts ins Zentrum und startete diagonal durch. Über Alex Grimaldo und Ibrahim Maza landete der Ball wieder beim spanischen Routinier, der mit einem überlegten Schuss ins lange Eck die erste Leverkusener Führung im Jahr 2026 erzielte.
Pfostentreffer von Bremens Njinmah und Leverkusens Maza
Doch Sicherheit gab das dem Spiel der Gastgeber nicht. Justin Njinmah (41.) hätte beinahe postwendend den Ausgleich erzielt. Doch sein Kopfball-Wischer aus zwölf Metern landete nur am linken Pfosten. Da aber auf der anderen Seite auch Maza (45.+1) mit einem Knaller aus dem Stand nur links das Aluminium traf, war Leverkusens Pausenführung alles in allem verdient.
In Halbzeit zwei überließ Leverkusen den Gästen aus dem Norden über weite Strecken das Feld, stellte sich mit seiner Fünferkette tief und wartete ab, was Bremen zu bieten hatte. Das war nicht viel. Werder tat sich schwer, aus Ballbesitzphasen heraus Chancen zu kreieren und auch die Standards verteidigte Leverkusen weg.
„Wir haben es da nicht hinbekommen, im Sechzehner die letzte Gefahr auszustrahlen, sodass wir unterm Strich zu harmlos waren, um einen Punkt mitzunehmen“, lautete das Fazit von Werder-Kapitän Marco Friedl, der sich die fünfte Gelbe Karte abholte und im nächsten Spiel fehlern wird.
Comeback von Leverkusens Palacios nach vier Monaten
Allerdings sorgte das Hjulmand-Team kaum für Entlastung. Erst nach 71 Minuten gab Maza den ersten ernsthaften Torschuss im zweiten Durchgang ab – der allerdings weit drüber ging. Es blieb also eine wackelige Angelegenheit. Hjulmand brachte mit dem zuvor vier Monate verletzten Exequiel Palacios Stabilität fürs Mittelfeld. Und die Gastgeber wachten wieder ein bisschen auf.
Grimaldo (75.) entwischte nach einem Hofmann-Pass auf halblinks, scheiterte aber aus spitzem Winkel am wachen Werder-Schlussmann Mio Backhaus. Werder-Trainer Steffen brachte mit Jovan Milosevic und Keke Topp noch zwei weitere Stürmer, doch anders als beim wilden 3:3 im Hinspiel gelang den Hanseaten der späte Ausgleich dieses Mal nicht.
Leverkusen in Frankfurt, Bremen gegen Hoffenheim und Mönchengladbach
Leverkusen kämpft zunächst am Mittwoch (28.01.2026, 21 Uhr) zu Hause gegen den FC Villarreal am letzten Gruppenspieltag um den Einzug in die K.o.-Phase der Champions League. Am Samstagnachmittag ist die Werkself dann in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt zu Gast (15.30 Uhr).
Auch Werder Bremen steht vor einer englischen Woche mit gleich zwei Heimspielen. Am Dienstag (27.01.2026, 20.30 Uhr) haben die Hanseaten im Nachholspiel des 16. Spieltags 1899 Hoffenheim zu Gast. Und am Samstagnachmittag empfängt Werder im Weserstadion Borussia Mönchengladbach.