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Ende einer beruflichen Partnerschaft: Daniela Bader und Roland Mainzl, gemeinsame Geschäftsführer der BaderMainzl GmbH & Co. KG, teilen die Autohäuser künftig auf. So wird das Autohaus in Heufeld bei Bruckmühl (oben) in die „Autowelt Bader“ integriert, das Autohaus in Feldkirchen-Westerham (unten) in die „Mainzl Group“.Ende einer beruflichen Partnerschaft: Daniela Bader und Roland Mainzl, gemeinsame Geschäftsführer der BaderMainzl GmbH & Co. KG, teilen die Autohäuser künftig auf. So wird das Autohaus in Heufeld bei Bruckmühl (oben) in die „Autowelt Bader“ integriert, das Autohaus in Feldkirchen-Westerham (unten) in die „Mainzl Group“. © Mathias Weinzierl, re

1999 als BaderMainzl GmbH & Co. KG gegründet, findet die Autohaus-Partnerschaft der Familien Bader und Mainzl nun ihr Ende. Künftig werden die Partner als „Autowelt Bader“ und „Mainzl Group“ getrennte Wege gehen. Was zur Trennung führte – und was das für Kunden und Mitarbeiter bedeutet.

Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham – Gerüchte gab es bereits vor gut einem Jahr, doch jetzt ist es Fakt: Die Familienstämme Bader und Mainzl, die sich kurz vor der Jahrtausendwende zur BaderMainzl GmbH & Co. KG zusammengeschlossen hatten, gehen künftig getrennte Wege. Das bestätigten die Geschäftsführer des Unternehmens, Daniela Bader (35) und Roland Mainzl, gegenüber dem OVB.

„Die Entscheidung zur gesellschaftsrechtlichen Trennung beruht auf unterschiedlichen Auffassungen der Familienstämme über die künftige Strategie und Ausrichtung der BaderMainzl GmbH & Co. KG in einem sich immer schneller verändernden Automarkt“, teilten die beiden Geschäftsführer gemeinsam mit. „Der ,Geist‘ von BaderMainzl GmbH & Co. KG – insbesondere hinsichtlich Kundenorientierung, Qualität und Zuverlässigkeit – wird selbstverständlich auch nach gesellschaftsrechtlichem Vollzug der Trennung von jedem der übernehmenden Rechtsträger fortgeführt.“

Das Autohaus in Feldkirchen-Westerham wird in den Händen der Familie Mainzl bleiben.Das Autohaus in Feldkirchen-Westerham wird in den Händen der Familie Mainzl bleiben. © Mathias WeinzierlDas Autohaus in Heufeld bei Bruckmühl wird das Stammhaus der Autowelt Bader werden.Das Autohaus in Heufeld bei Bruckmühl wird das Stammhaus der Autowelt Bader werden. © Mathias Weinzierl

Dass bei BaderMainzl, dessen Portfolio aus den Marken VW, Audi, Škoda, Seat, Cupra und VW Nutzfahrzeuge besteht, maßgebliche Veränderungen bevorstehen, konnten Kunden und Interessierte bereits seit Wochen im Internet verfolgen: Denn unter der Internetadresse www.badermainzl.de wird auf zwei getrennte Homepages verlinkt – zum einen die der Autowelt Bader, zum anderen die der Mainzl Group. Im Impressum findet sich immer noch die BaderMainzl GmbH & Co. KG wieder, doch auch das soll sich nach Angaben der beiden Geschäftsführer in den kommenden Monaten ändern.

Daniela BaderDaniela Bader © re

„Die Gesellschafterstämme Bader und Mainzl beabsichtigen eine gesellschaftsrechtliche Trennung in diesem Jahr“, teilten die beiden Geschäftsführer dazu auf OVB-Anfrage mit. „In Vorbereitung hierauf erfolgte innerhalb der BaderMainzl GmbH & Co. KG bereits jetzt eine Trennung unter den Bezeichnungen ,Autowelt Bader‘ und ,Mainzl Group‘.“

Roland MainzlRoland Mainzl © re

Wie die Aufteilung der vier Autohäuser des Unternehmens in Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham, Rosenheim und Wolfratshausen letztlich aussehen könnte, zeigt das aktuelle Verfahren, das die beiden Geschäftsführer als „interne Maßnahme“ bezeichnen: „Die Standorte Bruckmühl-Heufeld sowie Wolfratshausen werden kaufmännisch aktuell vom Familienstamm Bader geführt, die Standorte Feldkirchen-Westerham und Rosenheim vom Familienstamm Mainzl.“ Dies erfasse auch die jeweils an den betroffenen Standorten vertriebenen Herstellermarken. Rechtsträger aller Geschäftsaktivitäten und Vertragspartner der Kunden bleibe bis zum „Vollzug der gesellschaftsrechtlichen Trennung“ aber weiterhin die BaderMainzl GmbH & Co. KG.

Von der kleinen Reparaturwerkstatt bis zum großen Autohaus

Die Geschichte des Autohauses BaderMainzl reicht bis ins Jahr 1950 zurück, als unter der Leitung von Josef Mainzl in Feldkirchen-Westerham eine kleine Reparaturwerkstatt mit vier Mitarbeitern entstand, die sich um Fahrzeuge aller Fabrikate kümmerte. 1958 übernahm Hermann Mainzl den Betrieb, der 1962 ausgebaut wurde und sich auf VW- und Audi-Fahrzeuge spezialisierte.

Währenddessen hatte 1965 Josef Bader, der seit 1958 einen Landmaschinenbetrieb führte, den Kfz-Betrieb der Firma Schneider in Bad Aibling übernommen, ehe 1982 an der Münchener Straße in Heufeld bei Bruckmühl seitens Baders der Grundstein für ein Audi- und VW-Autohaus gelegt wurde.

Um den wachsenden Anforderungen des Volkswagenkonzerns als Vertragshändler gerecht zu werden, vereinbarten Werner Bader, der mittlerweile die Geschäftsleitung von seinem Vater Josef übernommen hatte, sowie Roland und Hermann Mainzl junior, die Hermann Mainzl senior in der Geschäftsleitung nachgefolgt waren, die Zusammenschlüsse der beiden Unternehmen zur BaderMainzl GmbH & Co. KG.

Nachdem 2020 auch Hermann Mainzl junior aus der Geschäftsführung ausgeschieden war, zum 1. Januar 2023 zudem Werner Bader an seine Tochter Daniela übergeben hatte, bildeten seitdem Roland Mainzl und Daniela Bader das Führungsduo des Autohauses.

Gibt es Veränderungen beim Personalbestand?

Doch was bedeutet diese Entwicklung für die Beschäftigten des Unternehmens? Bislang seien diese weiterhin bei der BaderMainzl GmbH & Co. KG angestellt. „Erst mit Vollzug der gesellschaftsrechtlichen Trennung erfolgt dann ein Übergang der Anstellungsverhältnisse jeweils auf den übernehmenden Rechtsträger der Familien Mainzl beziehungsweise Bader.“

Dass es durch die Trennung zu einem Stellenabbau kommen könnte, danach sieht es derzeit nicht aus. Ganz im Gegenteil: So hat es nach Angaben von Daniela Bader zwar bereits eine Veränderung im Personalbestand gegeben, aber keinen Abbau. Schließlich werden laut Bader einige Abteilungen – beispielsweise die Buchhaltung – nun sogar doppelt benötigt: „Wir haben dadurch mehr Personal, als zuvor.

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