Seit über 33 Jahren ist Kai Weber-Sieb in der Gastronomie tätig. 2001 startete er mit Kais Pizza Brückenrestaurant seinen eigenen Betrieb. Über 25 Jahre hielt sich das Restaurant auf Karlsruhes „Kronenplatzbrücke“, auch über Krisen wie Corona hinweg. Nun muss der Traditionsbetrieb wegen einer Brückensanierung schließen. Für Inhaber Kai der Ausweg, nachdem er jahrelang Ausschau gehalten hat: „Es ist gut, wenn man ein Absprungbrett bekommt“, sagt er im Gespräch mit ka-news am 23. Januar.
Kündigung kommt zum richtigen Zeitpunkt
Bereits mehrere Jahre hat der Gastronom überlegt, wie er das Restaurant übergeben oder verkaufen kann. Wie viele andere Restaurants setzte auch seinem Geschäft die Coronakrise schwer zu – auch danach sei es nicht leichter geworden. Die Kündigung seines Mietvertrags seitens der Stadt kommt für ihn somit zum richtigen Zeitpunkt, betont er gegenüber ka-news. „Es ist gut, wenn man rechtzeitig angekündigt einen Termin bekommt, wo Schluss ist“.

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Interview mit Kai Weber-Sieb, Inhaber von Kais Bio Pizza, am 23. Januar 2026.
Foto: Thomas Riedel
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Interview mit Kai Weber-Sieb, Inhaber von Kais Bio Pizza, am 23. Januar 2026.
Foto: Thomas Riedel
Über die Absprache mit der Stadtverwaltung ist er sehr zufrieden. Bereits vor zwei Jahren wurde ihm gesagt, dass die Brücke saniert werden muss. Im August 2025 erhielt er dann fristgerecht die Kündigung seines Mietvertrags: „Es lief alles immer transparent ab.“ In den über 25 Jahren, die er mit der Stadtverwaltung zu tun hatte, sei er immer nett, zuvorkommend, kooperativ und kompetent betreut worden.
„Die Zeit, die ich hier hineingesteckt habe, war nicht verloren“
Über die Jahrzehnte ist Kais Restaurant für ihn zu einem zweiten Zuhause geworden. Wehmütig blickt er der Schließung dennoch nicht entgegen: „Die Zeit, die ich hier hineingesteckt habe, war nicht verloren“, sagt er lächelnd.

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Der Eingang von Kais Bio Pizza am 23. Januar 2026.
Foto: Thomas Riedel
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Der Eingang von Kais Bio Pizza am 23. Januar 2026.
Foto: Thomas Riedel
Schon von Beginn an waren Umweltschutz und Nachhaltigkeit wichtige Pfeiler seines Konzepts: „Ich wollte etwas ökologisch Sinnvolles machen.“ Als einer der ersten Gastronomen von Karlsruhe führte er Anfang der 2000er die Lieferung mit dem Fahrrad ein.

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Die Lieferräder von Kais Bio Pizza.
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Die Lieferräder von Kais Bio Pizza.
Foto: Thomas Riedel
Zunächst von anderen Gastronomen belächelt, setzte sich die Idee durch: „In den guten Zeiten fuhren bei uns 10 Fahrer gleichzeitig, neben dem normalen Betrieb am Sonntag“, erinnert er sich.
Vorreiter auch beim Mehrwegprinzip
Auch das heute übliche Mehrwegprinzip führte er als einer der Ersten ein: Die Pizzen zum Abholen erhielten Kunden damals für zusätzliche 50 Pfennig in einem wiederverwendbaren Karton. „Wenn der Karton beschädigt war, haben sie auch einen Neuen bekommen“, erzählt er.

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Kai Weber-Sieb, Inhaber von Kais Bio Pizza, am 23. Januar 2026.
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Kai Weber-Sieb, Inhaber von Kais Bio Pizza, am 23. Januar 2026.
Foto: Thomas Riedel
Später führte er die beheizbaren Lieferboxen ein, um Kunden die warme Pizza direkt auf den Teller liefern zu können, ganz ohne Verpackungsmüll. In den Jahren darauf folgte die Bio-Zertifizierung all seiner Produkte und ein veganes sowie glutenfreies Angebot.
Kundschaft bedauert die Schließung der Pizzeria
Nostalgisch stimmt Weber-Sieb, wenn Kunden ihm jetzt mitteilen, wie traurig sie sind, dass ein Betrieb schließen muss: „Gestern war eine Frau hier, die nur glutenfrei, vegan und Bio isst“. Für Menschen wie sie sei die Schließung natürlich ein recht großer Verlust, schließlich gebe es kaum Pizzerien, die diese drei Kriterien vereinen.
„Keine Gastronomie mehr, Gastronomie ist für mich durch“
Wie geht es nun für den Chef von Kais Pizza weiter? „Keine Gastronomie mehr, Gastronomie ist für mich durch“, sagt er lachend. Stattdessen möchte er sich „Irgendetwas Schönem“ widmen. Eine sinnvolle Arbeit mit geregelten Arbeitszeiten. „Wenn man so lange in der Gastro gearbeitet hat, möchte man auch mal am Sonntag oder an den Feiertagen freihaben“.

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Interview mit Kai Weber-Sieb, Inhaber von Kais Bio Pizza, am 23. Januar 2026.
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Interview mit Kai Weber-Sieb, Inhaber von Kais Bio Pizza, am 23. Januar 2026.
Foto: Thomas Riedel
Kais Pizza bietet letzte Woche halbe Preise an
Für die letzte Woche von Kais Pizza Ende Februar plant er eine „Alles muss raus Woche“. Bedeutet: alles zum halben Preis!. „Es wäre schon gut, wenn die Ware, die wir noch haben, wegkommt.“

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Die „Kronenplatzbrücke“ am 23. Januar 2026.
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Die „Kronenplatzbrücke“ am 23. Januar 2026.
Foto: Thomas Riedel
Von der Stadt habe er aus Kulanz noch den März bekommen, um das Restaurant auszuräumen. „Idealerweise findet sich ein motivierter Mensch, der ein Restaurant eröffnen möchte. Küchenzubehör neu zu kaufen, ist sehr teuer.“
Für einen Besichtigungs- und ersten Verkaufstag lädt er am 1. März von 10 bis 15 Uhr in sein Restaurant ein.
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Franziska Gebhard
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