Frau betrachtet Glasskulptur

AUDIO: 100 Jahre GEDOK: Auftakt zum Jubiläumsjahr in St. Georg (3 Min)

Stand: 24.01.2026 13:16 Uhr

Vor 100 Jahren wurde in Hamburg die „Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine“, kurz GEDOK, gegründet. Nun ist die Jubiläumsausstellung unter dem Titel „…da blüht uns was“ im Kunsthaus der Koppel 66 zu sehen.

von Kerry Rügemer

Zarte und streng aus einem steifen Stoff gefertigte Mohnblüten zittern sanft bei jedem Lufthauch auf ihren kaum sichtbaren Metallstengeln. In einer alten kleinen Truhe liegen bunte, akkurat ausgeschnittene Blumenkelche aus Papier, und die Modedesignerin Vivienne Westwood schaut prüfend aus einem Porträt heraus. Die rund 70 Werke unterschiedlichster Künstlerinnen werden dicht an dicht präsentiert – es ist ein Vergnügen für die Augen.

Sabine Reinhold, Vorsitzende der GEDOK in Hamburg, erklärt: „Wenn Sie sehen, dass Frida Kahlo ein Bild für, ich glaube, viereinhalb Millionen bei einer Auktion erzielt, ist das enorm. Wenn Sie sehen, dass in der gleichen Woche das Bild, von dem man nicht weiß – ist es ein Leonardo oder nicht – 400 Millionen bringt, dann sehen Sie, wo die Unterschiede sind.“

Wandel auf dem Kunstmarkt

Bundesweit sind in der GEDOK 23 Regionalgruppen mit insgesamt fast 3.000 Mitgliedern organisiert. Hamburg-Chefin Reinhold erzählt, dass Kunst längst keine Männerdomäne mehr sei und Künstlerinnen durchaus mittlerweile wahrgenommen werden. Es studieren auch deutlich mehr Frauen in diesem Bereich als Männer, und „es sind mehr Frauen in den kulturpolitischen Funktionen als Museumsdirektorinnen, als Festivalleiterinnen“, so Sabine Reinhold. „Das alles hat schon eine Menge Veränderungen in den letzten 20, 30 Jahren gebracht, länger nicht. Der Markt ist der Unterschied.“

Heißt im Klartext: Künstler konnten weitaus besser von ihrer Kunst leben als Künstlerinnen. Das ist teilweise auch heute noch so. Aber es gibt einen Wandel, meint die Kunstexpertin: „Man muss schon sagen, dass es sich ändert. Mit zeitgenössischer Kunst werden jetzt Frauen entdeckt – aus früheren Jahrhunderten, aus früheren Zeiten.“

Ausschnitt aus dem Katalog

Das Sprengel Museum würdigt das Werk der aus Salzgitter stammenden Künstlerin. Ihre Holzschnitte sind jetzt in Hannover zu sehen.

Zeitgenössische weibliche Kunst: Bunt, sehenswert, kritisch und verschieden

Hamburger Künstlerinnen wie Anita Rée, Gretchen Wohlwill oder Alma del Banco zum Beispiel. „Das waren alles Frauen, die zu den Gründerinnen der GEDOK gehörten, die nach dem Krieg als richtig große Künstlerinnen entdeckt worden sind.“ Netzwerken, gemeinsam arbeiten, ausstellen, sich gegenseitig inspirieren und sich für die Gleichberechtigung im Kunstbetrieb engagieren – seit 100 Jahren widmet sich die GEDOK erfolgreich der weiblichen Vielfalt in der Kunst.

Von Anfang an auch immer von Förderern unterstützt, die bis heute ausschließlich ehrenamtlich die Verbandsarbeit leisten. Unter dem Titel „…da blüht uns was!“ zeigt die Ausstellung eindrücklich, wie bunt, sehenswert, kritisch und verschieden zeitgenössische weibliche Kunst ist.

Paula Modersohn-Becker um 1900

Am 8. Februar 1876 kommt die expressionistische Malerin zur Welt. Die Bedeutung ihres Werkes hat damals kaum jemand verstanden.

Muschda Sherzada und Gülay Ulaş sitzen auf den Stufen einer Treppe im Hauseingang

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Frau betrachtet Glasskulptur

100 Jahre GEDOK: Auftakt zum Jubiläumsjahr in St. Georg

Eine Ausstellung im Kunsthaus der Koppel 66 in Hamburg zeigt, wie bunt und kritisch zeitgenössische weibliche Kunst ist.

Datum:
24.01.2026, 10:00 Uhr
Ende:
28.02.2026
Ort:

Kunstforum der GEDOK/Koppel 66

Lange Reihe 75

20099

Hamburg

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