Kultur soll ein wesentliches und belebendes Element der Landesgartenschau sein. Doch die Kreuz-Skulptur des Kostenpflichtiger Inhalt Künstlers Karl B. Loeffen aus Rosellen hätte es fast nicht in den ehemaligen Rennbahnpark geschafft. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen lehnte die alleinige Platzierung eines christlichen Symbols ab und forderte im Kulturausschuss stattdessen eine inklusive Lösung. Doch dafür fand sich am Donnerstagabend keine Mehrheit, auch wenn der Ausschussvorsitzende Michael Ziege (SPD) gegen Loeffens Arbeit stimmte. Er hätte ein interreligiöses Zeichen besser gefunden, sagte Ziege nachher.
In Auftrag gegeben wurde die Skulptur von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK), die im Laga-Gelände bereits eine Lichtkirche errichtet hat und daneben nun die Arbeit des 76-jährigen Künstlers platzieren wollte. Die Lichtkirche, in der die christlichen Konfessionen ein eigenes Programm zur Laga anbieten wollen, wird Ende Oktober wieder abgebaut werden, sagt die ACK-Vorsitzende Ulrike Nienhaus, das Kreuz aber, das erst im Sommer aufgerichtet wird, werde dauerhaft bleiben. Es soll einen Ort markieren, „wo man Ruhe findet“, sagt Nienhaus.
Die Grünen wollten aber eine künstlerische Arbeit haben, die entweder alle in Neuss vertretenen Religionsgemeinschaften einbezieht, oder auf religiöse Symbole vollständig verzichtet. Eine, so wörtlich, weitere Exclusivstellung des Christentums sei nicht vertretbar. „Die Landesgartenschau soll ein Ort der Begegnung und des Zusammenhalts sein – nicht der religiösen Dominanz“, argumentierte Dorothee Schackow für ihre Fraktion. Wenn man ein Kreuz aufstelle, müsse man auch Symbole anderer Glaubensrichtungen berücksichtigen.
Diese Kritik lässt Nienhaus so nicht gelten: „Allen Religionen wurde angeboten, sich zu präsentieren, einen Ort, ein Symbol zu schaffen“, sagt sie. Dem kann Bürgermeister Reiner Breuer als Aufsichtsratsvorsitzender der Landesgartenschau GmbH nur zu stimmen. Er wiederholte das Angebot und zeigte sich überzeugt, dass noch weitere Orte entstehen, wo sich die Religionen wiederfinden. „Das Gelände ist groß genug“, sagte er.
Vor dem Kulturausschuss hatte sich bereits die Kommission „Kunst im öffentlichen Raum“ mit der Arbeit beschäftigt und diese ohne Gegenstimme aber bei drei Enthaltungen angenommen.
Loeffens Entwurf besteht aus zwei Stahlplatten, die in einem Abstand von 30 Zentimetern nebeneinander platziert werden und in die die beiden horizontalen Kreuzelemente eingeschnitten werden. Diese horizontale Öffnung wendet sich der Stadt zu und verbindet, wie es der evangelische Pfarrer Sebastian Appelfeller und Kreisdechant Hans-Günther Korr in einem Erläuterungstexte formulieren, „das Zeichen des Glaubens mit dem Panorama des menschlichen Lebensraumes – mit Arbeit, Alltag und Begegnung.“