In Braunschweig gibt es ein neues Café und das ist alles andere als gewöhnlich. Denn hier stehen nicht nur Kaffee, Kuchen und Matcha im Mittelpunkt, sondern auch Katzen aus dem Tierschutz.

Hinter dem neuen Katzencafé Katzenzeit steckt ein bekanntes Gesicht aus Braunschweig: Inhaberin Lily. Sie kannten wir vorher aus dem Popup Matchastore (HIER haben wir darüber berichtet) , nun erfüllt sie sich mit diesem Ort einen Traum, den sie seit vielen Jahren in sich trägt.

Braunschweig: Eine Idee mit Herz für den Tierschutz

Ganz überraschend kam die Eröffnung für viele nicht. Lily hatte früh deutlich gemacht, dass ihr vorheriger Matchastore nur ein Zwischenschritt war. „Der Matchastore war ja nur ein Pop-up-Store. Und es war tatsächlich von Anfang an geplant, dieses Café zu öffnen“, erzählt sie. Der Store diente vor allem dazu, Budget aufzubauen. Direkt aus dem Studium heraus ein komplettes Café auf die Beine zu stellen, sei schlicht nicht möglich gewesen. Jetzt ist es aber endlich soweit. Die Matchastore-Karte bleibt – jedoch mit einer süßen Ergänzung. Auf rund 200 Quadratmeter leben aktuell sechs Katzen. Sie sind alle aus dem Tierschutz, aus unterschiedlichen Tierheimen und Organisationen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Lily hat ein größeres Ziel im Blick: Das Café soll auch eine Vermittlungsstelle werden. In Zukunft sollen die noch leeren Wände mit Fotos und Steckbriefen von Katzen aus ganz Niedersachsen gefüllt werden. Die Gäste können sich hier informieren, Charaktere kennenlernen und herausfinden, ob eine Katze zu ihnen passt. Das Café wird also eine Anlaufstelle sein und der Kontakt zum Tierheim folgt direkt darauf.

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Die Idee dahinter ist eindeutig: Lily sagt viele Menschen höre mit der Suche auf, wenn das nächste Tierheim nicht die passende Katze hat. Statt weiterzuschauen, wenden sie sich an Züchter oder im schlimmsten Fall sogar an Vermehrer. Genau das möchte die Inhaberin verhindern. Ihre Vision: Adoption einfacher machen und Vorurteile abbauen. Lily hat bereits zehn Jahre in der Gastronomie gearbeitet – genau so lange war sie auch im Tierschutz aktiv. „Ich wollte schon immer Gastronomie und Tierschutz kombinieren“, sagt sie. Das Café ist für sie der perfekte Schritt. Wichtig war für sie vor allem eins: Die Katzen müssen zu dem Konzept passen. Sie haben Rückzugsräume und entscheiden selbst, wann sie bei den Gästen sind. Überraschenderweise zeigten sie schnell Nähe. Schon nach wenigen Tagen ließen sie sich streicheln, schlafen auf Schößen oder neben Gästen auf dem Sofa.

Das neue Katzencafé von Innen.In Braunschweig gibt es ein neues Café und das ist alles andere als gewöhnlich. Foto: News38Das neue Katzencafé von Innen.In Braunschweig gibt es ein neues Café und das ist alles andere als gewöhnlich. Foto: News38Zwischen Skepsis und Begeisterung: Die Reaktionen der Gäste

Natürlich lief nicht alles reibungslos.Vor allem zu Beginn, habe Lily starke Kritik mitgenommen. Die Einrichtung war ein großes Thema in den sozialen Netzwerken. Die junge Inhaberin sei anfangs von den negativen Stimmen sehr getroffen gewesen, aber schätze trotzdem alles an Kritik, was sie bekommen, denn daraus wollen sie wachsen. Sie appelliert an ihre Gäste: „Da bitte ich einfach immer sehr um Verständnis, dass alles noch nicht ganz fertig ist.“

Doch positive Rückmeldungen begleiten den Laden trotz allem auch. Menschen berichten von Adoptionen, schicken Bilder, bedanken sich für die Beratung. Das sind die Momente, die bleiben. Das Café wächst noch. Prozesse, Teams und alle Details entwickeln sich noch weiter. Aber eines ist klar: In Braunschweig ist mit dem Café Katzenzeit etwas Neues entstanden. Ein Ort für Kaffe, Matcha viele süße Pfötchen und einem Herzensprojekt, was weit über den Tresen hinausgeht.