Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat anhaltende Vorwürfe der US-Regierung erstmals
ausführlich gekontert und als falsch bezeichnet. Die WHO warnte zudem vor einer
zunehmenden Unsicherheit für die USA und die Welt, nachdem die US-Regierung in
dieser Woche ihren Austritt aus der Organisation besiegelt hat.

„Leider sind
die Gründe, die für die Entscheidung der USA, aus der WHO auszutreten,
angeführt werden, unwahr“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom
Ghebreyesus am Samstag auf X. Der Rückzug der USA aus der
Gesundheitsorganisation mache „sowohl die USA als auch die Welt weniger
sicher“, betonte Tedros.

US-Regierung beschuldigt WHO

Der WHO-Chef bezog
sich auf eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung vom Donnerstag. Darin hatten
US-Außenminister Marco Rubio und US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. gemeinsam
bekannt gegeben, dass ihr Land jetzt offiziell aus der WHO ausgetreten sei. Sie
warfen der Organisation zahlreiche Versäumnisse während der Corona-Pandemie vor
und beschuldigten sie, wiederholt gegen die Interessen der USA gehandelt zu
haben.

Der Rückzug der USA aus der WHO diene dem „Schutz der amerikanischen
Souveränität und der Rückgabe der öffentlichen Gesundheit in die Hände
des amerikanischen Volkes“, betonte der Gesundheitsminister.

„Selbst als wir
die Organisation verließen, hat die WHO alles, was Amerika für sie getan hat,
in Verruf gebracht und in den Dreck gezogen“, schrieben Rubio und Kennedy Jr. Als Beispiel führten sie an, die
WHO habe sich geweigert, eine US-Flagge auszuhändigen. Sie meldeten später, die
Flagge sei nun wieder in US-Besitz. 

WHO hofft auf Rückkehr der USA

„Das Gegenteil ist wahr“, sagte nun Tedros. Wie sie es mit jedem
Mitgliedstaat tue, habe die WHO stets versucht, „mit den Vereinigten
Staaten in gutem Vertrauen zusammenzuarbeiten.“

© Lea Dohle

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Die WHO
widersprach den Anschuldigungen in einer gesonderten Erklärung. Sie habe nichts
in Verruf gebracht oder in den Dreck gezogen, heißt es darin. 

Auch den Vorwurf,
die WHO habe in der Corona-Pandemie „zeitnahe und genaue Weitergabe wichtiger
Informationen behindert“, wies die WHO zurück. Sie habe 2020 schon früh im
Januar Regierungen auf allen Kanälen über die ungewöhnlichen Krankheitsfälle in
China informiert und aufgefordert, Vorkehrungen zu treffen. Sie habe am 30.
Januar eine Notlage internationaler Tragweite ausgerufen, die höchste
Alarmstufe, als es außerhalb Chinas noch weniger als 100 Corona-Fälle und
keinen Todesfall gab. 

Die Organisation teilte mit, sie hoffe, dass
die US-Regierung in die WHO zurückkehre. US-Gesundheitsminister Kennedy Jr. hatte auch der deutschen Bundesregierung schwere Vorwürfe wegen Coronamaßnahmen in Deutschland gemacht. Gesundheitsministerin Nina Warken hat die Anschuldigungen ebenfalls als falsch zurückgewiesen.

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