BASF Produktionsstandort Schwarza, Rudolstadt, Thüringen

marktbericht

Stand: 23.01.2026 14:18 Uhr

Der DAX-Chemieriese BASF hat im abgelaufenen Jahr 2025 zu kämpfen gehabt und verfehlt die Erwartungen der Börse. Gleichzeitig schlägt der Branchenverband VCI Alarm. Eine brisante Mischung.

Ein überraschend schwächer als erwartet ausgefallenes operatives Ergebnis (Ebitda) drückt heute die Stimmung der BASF-Aktionäre. Der Ludwigshafener Chemieriese aus dem DAX hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 nach vorläufigen Eckdaten 6,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Das Unternehmen blieb damit unter den Schätzungen der Analysten von 6,7 Milliarden Euro. Auch die eigene in Aussicht gestellte Bandbreite zwischen 6,7 und 7,1 Milliarden Euro wurde nicht erreicht. Bei gesunkener Nachfrage wirkten sich besonders niedrigere Verkaufspreise und Währungseffekte negativ aus.

Ein Sonderertrag aus dem Verkauf des Geschäftes mit Farben und Lacken für Gebäude sowie ein höherer Beitrag aus der Beteiligung des Ölkonzerns Wintershall Dea bescherte allerdings im Jahresvergleich ein höheres Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Enttäuschung überwiegt nach den Zahlen

Analyst Peter Spengler von der DZ Bank sprach von einer Ernüchterung zum Jahresstart. BASF habe erneut enttäuscht. Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan rechnet nun mit deutlich sinkenden Analystenschätzungen. Struktureller sowie zyklischer Gegenwind lasse die hohe Bewertung der BASF-Aktie anfällig erscheinen.

Allgemein sei das schwache vierte Quartal des Chemiekonzerns kein gutes Signal für die gesamte Branche. Es bleibe allerdings unklar, wo genau der Schuh drückt, da BASF die vorläufigen Zahlen nicht auf einzelne Geschäftsteile heruntergebrochen habe, so Udeshi. BASF will am 27. Februar das detaillierte Zahlenwerk veröffentlichen.

Aber es gab auch vereinzelte Lichtblicke. Aus Sicht von UBS-Experte Geoff Haire ist immerhin der freie Barmittelzufluss, der Cashflow, von BASF besser ausgefallen als gedacht. Laut Metzler-Analyst Thomas Schulte-Vorwick hilft das bei der Entschuldung und untermauert weitere Dividendenausschüttungen sowie Aktienrückkäufe.

„Alarmstufe Rot“

Zu Wort meldet sich auch der Branchenverband der chemischen Industrie (VCI) – und dies mit drastischen Worten: Die Interessenvertretung der deutschen Schlüsselindustrie warnt gar vor einem Kollaps der Chemieindustrie hierzulande und rief die „Alarmstufe Rot“ aus. In der Branche waren zuletzt immer wieder hohe Energiepreise und Kosten thematisiert worden. Bei BASF wird in diesem Zusammenhang immer wieder der Heimatstandort Ludwigshafen genannt, an dem der Konzern zwar festhält, für den es aber auch ein Sparprogramm gibt.

Dämpfer für Aktie

Auch die Anleger an der Börse reagieren: Die BASF-Aktie hatte sich seit dem Herbst im DAX unter Schwankungen wieder nach oben bewegt. Am Vortag waren die Papiere des Chemiekonzerns noch auf 46,71 Euro und damit den höchsten Stand seit Ende August gestiegen. Heute nun ziehen sich die Anleger zurück. Am frühen Nachmittag gibt das Papier rund zwei Prozent nach und gehört damit zu den größten Verlierern im DAX.

Beruhigung im DAX

Der Gesamtmarkt beruhigt sich heute nach den Grönland-Schwankungen der Vortage. Der DAX bewegt sich bisher in einer engen Handelsspanne zwischen 24.796 und 24.906 Punkten. Aktuell handelt er nahe seines Schlussstandes vom Vortag, der bei 24.856 Punkten gelegen hatte.

Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von Siemens Energy nach einem positiven Analystenkommentar an der DAX-Spitze und erreichen bei knapp 142 Euro ein Rekordhoch. Schlusslicht sind Adidas nach einem negativen Analystenkommentar der Royal Bank of Canada (RBC). Adidas schlage sich in einem recht schwierigen globalen Umfeld gut, doch die Markterwartungen für 2026 seien hoch, schrieb der Analyst Piral Dadhania.