- Ein heftiger Wintersturm zieht über weite Teile der USA hinweg
- Es kommt zu starkem Schneefall und niedrigen Temperaturen
- Zehntausende Flüge wurden gestrichen, es kommt zu Stromausfällen
Ein heftiger Wintersturm ist über den Südwesten und das Zentrum der USA hinweggefegt und hat – von New Mexico bis North Carolina – Schnee und Eisregen mitgebracht. Am Samstag (Ortszeit) erreichte der Sturm die dicht besiedelten Mittelatlantik-Bundesstaaten und bewegte sich dann in Richtung Nordosten weiter, während sich kalte Luftmassen über dem ganzen Land ausbreiteten.
In der gesamten Mitte der USA – darunter in den Bundesstaaten Kansas, Oklahoma und Missouri – fiel Schnee. Dem Nationalen Wetterdienst (NWS) zufolge lag dieser am Samstagabend stellenweise bereits 20 Zentimeter hoch.
„Die Auswirkungen von Schnee und Schneeregen werden bis weit in die nächste Woche hinein anhalten, wobei es immer wieder zu Vereisungen kommen wird“, welche die Straßen und Gehwege gefährlich machten, warnte der Wetterdienst.
Die US-Hauptstadt Washington und zahlreiche Bundesstaaten hatten zuvor vorsorglich den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme gelte ganz oder teilweise für New York, Texas, Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia, Maryland, Louisiana, Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi und Missouri, wie die Gouverneure der jeweiligen Bundesstaaten mitteilten.
„Das ist eine gefährliche Kombination aus viel Schnee und extrem niedrigen Temperaturen“, sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul. Mit der Ausrufung des Notstands können die US-Bundesstaaten – falls notwendig – deutlich schneller Hilfsgelder und Personal mobilisieren.

Neuschnee weht über eine Kreuzung in Lowville im Bundesstaat New York.
© Cara Anna/AP/dpa | Cara Anna
Begleitet von heftigen Schneefällen und eisigen Winden breitet sich der Sturm über eine Entfernung von rund 3.000 Kilometern von New Mexico im Südwesten bis nach Maine im Nordosten aus, warnte der Wetterdienst. Medien sprachen von einem „Monstersturm“.
USA: Tausende Flüge wegen Wintersturm gestrichen
Fluggesellschaften hätten vorsorglich bereits Verbindungen abgesagt, hieß es in Medienberichten. Airlines wie United und Delta boten ihren Passagieren an, ihre Reise umzubuchen oder zu einem anderen Zeitpunkt anzutreten. Der TV-Sender CNN berichtete, 14.800 Flüge innerhalb der USA, in die USA oder aus den USA, die für das Wochenende geplant waren, seien gestrichen worden. Das sei ein Viertel aller US-Flüge. Die Flughäfen im texanischen Dallas seien besonders betroffen.
Auch die Lufthansa hat zahlreiche Flüge von und nach Nordamerika gestrichen. Am Sonntag sind nach Angaben einer Sprecherin noch Verbindungen nach Washington, New York, Boston, Philadelphia und Charlotte betroffen. An zahlreichen weiteren Flughäfen im Westen, Süden und Norden des Kontinents sei am Sonntag nur noch mit vereinzelten Verspätungen zu rechnen. Die betroffenen Fluggäste würden über die Ausfälle und alternative Reisemöglichkeiten informiert.

Ein Fahrzeug passiert aufgetürmten Schnee in Lowville (NY).
© Cara Anna/AP/dpa | Cara Anna
Stromausfälle und Taschenlampen
In Teilen der vom Extremwetter betroffenen Bundesstaaten kommt es derzeit zu massiven Stromausfällen. Am Sonntagmorgen besonders betroffen waren die US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi, wo laut CNN insgesamt über 200.000 Haushalte ohne Strom waren.
Für rund 230 Millionen Einwohner gelten Wetterwarnungen oder besondere Hinweise. Die Behörden riefen die Menschen auf, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul warnte, die erwartete Kälte könne „absolut tödlich“ sein. In Teilen von Minnesota und North Dakota könnten die Temperaturen laut Wetterdienst auf minus 45 Grad Celsius (minus 50 Grad Fahrenheit) fallen.
In der US-Hauptstadt Washington im Osten der USA wurde die Nationalgarde um Geländefahrzeuge angefragt, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Es wird mit Einschränkungen im Nahverkehr gerechnet. Der Betreiber der U-Bahn in der Hauptstadt schließt nicht aus, dass es durch das Eis zu Schienenbrüchen kommen könnte.
Die Stadt rief auf, dass man Taschenlampen bereitlegen sollte, für den Fall, dass es zu Stromausfällen komme. Auf einer Pressekonferenz von öffentlichen Vertretern wurde auch empfohlen, Handys aufzuladen. Bewohner der Stadt müssen zudem ihre Autos – falls diese dort geparkt sind – von bestimmten Notstraßen wegfahren. Das gilt von Samstagmittag bis Dienstag.
Trump setzt Spitze zu Klimawandel ab
US-Präsident Donald Trump nutzte unterdessen die Wettervorhersage für eine erneute Spitze gegen Klimaexperten. „Könnten die Umweltaktivisten bitte erklären — WAS IST EIGENTLICH AUS DER GLOBALEN ERWÄRMUNG GEWORDEN???“, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.
Klimawandel bedeutet allerdings keineswegs, dass es keine Kälteeinbrüche oder Winterstürme mehr gibt, sondern, dass die Temperaturen im langfristigen Mittel zunehmen. Im Zuge des Klimawandels steigt Experten zufolge zudem die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen. Dazu zählen auch Stürme und heftiger Niederschlag.

US-Präsident Donald Trump.
© Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa | Julia Demaree Nikhinson
Trump zweifelt immer wieder die Existenz des Klimawandels an. Der Republikaner sprach vor Monaten etwa von dem „größten Betrug“. Auch in seiner zweiten Amtszeit bleibt er damit bei seiner Meinung, die sämtlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegensteht.
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Das Weiße Haus teilte Journalisten unterdessen mit, dass die gesamte Regierung die Wettervorhersagen genau beobachte, um reagieren zu können. Zuvor hatte bereits das Heimatschutzministerium mitgeteilt, dass die Bundesbehörde für Katastrophenschutz mit den Bundesstaaten zusammenarbeite. Verteilzentren der Behörde im Süden und Osten des Landes seien mit mehr als sieben Millionen Mahlzeiten, mehr als zwei Millionen Litern Wasser und Hunderttausenden Decken und Hunderten Generatoren ausgestattet.
dpa/bee