Der Countdown lief, die Finger schwebten über Maus und Tastatur und dann ging alles sehr schnell. Oder gar nicht. Als am Donnerstag um Punkt 13 Uhr der Vorverkauf für die beiden Deutschland-Konzerte von BTS startete, brach im Netz der Ausnahmezustand aus. Warteschlangen mit fünfstelligen Zahlen, eingefrorene Bildschirme, ablaufende Timer. Für viele Fans wurde der Ticketkauf zum emotionalen Härtetest.
Zwei Termine, Millionen Fans
Die sieben Südkoreaner kommen im Juli 2026 für zwei Konzerte nach München – am 11. und 12. Juli in die Allianz Arena. Mehr Deutschland-Termine gibt es nicht. Die Nachfrage ist entsprechend enorm. BTS zählen seit Jahren zu den erfolgreichsten Bands der Welt, ihre Fanbase nennt sich Army – eine weltweit vernetzte und äußerst loyale Fangemeinschaft. Entsprechend groß war die Begeisterung, als die beiden Deutschland-Konzerte von BTS offiziell angekündigt wurden.
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In Fanforen, Chats und Social-Media-Gruppen brach sofort Euphorie aus. „Jeder wollte hin“, berichtet Mina aus Schwerin. Selbst die Preise schreckten kaum ab: Die günstigsten Tickets in der Preiskategorie 9 lagen bei rund 103 Euro, für die begehrten Platintickets wurden teils bis zu 600 Euro fällig. Für viele Fans stand dennoch fest: Dabei sein ist keine Option – sondern Pflicht.

Fans der K-Pop-Band BTS halten Schilder in die Höhe, während sie auf den Einlass zum jährlichen 2025 BTS Festa warten, mit dem das Debütjubiläum von BTS in Goyang, Südkorea gefeiert wird.
Die Band BTS hat viele Fans. (Foto: Lee Jin-man/AP/dpa)
„Wir saßen plötzlich auf Platz 75.000“
Mina ist 24 Jahre alt, lebt in Schwerin und ist seit Jahren Teil der BTS-Army. Gemeinsam mit fünf Freundinnen bereitete sie sich akribisch auf den Vorverkauf vor. „Wir hatten sechs Laptops gleichzeitig am Start“, erzählt sie. „Jede von uns an einem anderen, parallel in einem Zoom-Call, damit wir uns sofort absprechen können.“ Trotzdem folgte der Schock schnell. „Bei mir stand plötzlich Warteschlange 75.000. Andere hatten 34.000 oder irgendwas dazwischen. Da merkst du erst, wie gigantisch die Nachfrage ist.“
Zehn Minuten Hoffnung – dann waren sie weg
Kurzzeitig schien das Glück greifbar. „Ich hatte Tickets im Warenkorb“, schildert Mina im Chat mit unserer Redaktion. Doch die Euphorie hielt nicht lange. „Wir haben noch verrückterweise überlegt, ob die Plätze gut genug sind oder ob jemand anders bessere bekommen hat.“ Zehn Minuten Reservierungszeit – dann war alles vorbei. „Plötzlich waren sie weg. Direkt an den Nächsten in der Schlange.“ Am Ende hatte eine Freundin Erfolg und konnte vier Tickets sichern – mehr ließ das System pro Person nicht zu. Zwei aus der Gruppe gingen leer aus. „Der Frust war riesig. Eine zweite Chance gab es nicht. Wir waren am Boden zerstört.“
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Nächster Vorverkauf wird noch härter
Am Samstag startet der reguläre Vorverkauf. Für viele Fans ist es die letzte Hoffnung. „Dann wird es noch schlimmer“, ist Mina sicher. Ihre Tipps: „Vorher überall einloggen, Zahlungsdaten speichern, jeder an seinem eigenen Gerät und vor allem gemeinsam im Call bleiben. Allein hat man kaum eine Chance.“ Der Kampf um BTS-Tickets ist noch nicht vorbei. „Wir wollen zusammen hin und kämpfen uns noch einmal durch den Vorverkauf. Es muss einfach klappen!“, so Mina.