Aus Azinuszellen bestehendes Pankreas-Organoid. Abb.: Karolina Kuodyte, Rashmiparvathi Keshara u.a. für das MPI-CBG

Aus Azinuszellen bestehendes Pankreas-Organoid. Abb.: Karolina Kuodyte,
Rashmiparvathi Keshara u.a. für das MPI-CBG

Vorläufer-Organe aus dem Labor sollen bei Suche nach neuen Therapien helfen

Dresden, 25. Januar 2026. Für den Kampf gegen Bauchspeicheldrüsen-Krebs haben Forscherinnen am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) eine Art Miniorgane aus Azinuszellen gezüchtet. „Da Azinuszellen vermutlich eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs spielen, bietet diese Möglichkeit wertvolle Ansätze zur Erforschung der exokrinen Funktion der Bauchspeicheldrüse und der Entstehung von Krebs beim Menschen“, schätzt die Forschungsgruppe von CBG-Direktorin Anne Grapin-Botton ein.

„Über dieses Ergebnis waren wir sehr glücklich“

„Wir haben 54 Wirkstoffe gefunden, die eine signifikante Wirkung auf die Vorläuferorganoide der Bauchspeicheldrüse hatten“, berichtet Studien-Hauptautorin Rashmiparvathi Keshara. Letztlich habe die Gruppe jene Hemmer und Signalwege gefunden, mit der sich ganz speziell Azinuszellen erzeugen lassen. „Wir konnten beobachten, was passiert, wenn wir den Wachstumsfaktor FGF entfernen: Unsere Organoide differenzierten sich weiter und bildeten rosettenartige Strukturen“, ergänzt ihre Kollegin Karolina Kuodyte. „Über dieses Ergebnis waren wir sehr glücklich, denn die Selbstorganisation und Bildung dieser Strukturen ist ein Merkmal von Azinuszellen im lebenden Organismus.“

Azinuszellen als Hauptursache für Bauchspeicheldrüsenkrebs unter Verdacht

Und Organoide – also vereinfachte Organe – aus diesen Zellen können bei künftigen Experimenten helfen, die darauf zielen, die Entstehung von Pankreas-Krebs zu erforschen und neue Medikamente dagegen zu entwickeln. „Azinuszellen werden als Hauptursache für Bauchspeicheldrüsenkrebs vermutet“, betont Studienleiterin Anne Grapin-Botton. Dies könne „zur Entdeckung neuer therapeutischer Ansatzpunkte für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs führen“.

Schwer zu behandeln, oft tödlich

Bauchspeicheldrüsen-Karzinome gelten als besonders heimtückische Krebsart: Zwar ist es mit knapp 20.000 Neuerkrankungen pro Jahr eine eher seltene Plage. Wen es allerdings trifft, sieht dies meist als Todesurteil: Nur jeder Zehnte lebt fünf Jahre nach der Diagnose „Pankreas­karzinom“ noch. Einen Grund dafür benennt das Robert-Koch-Institut (RKI): „Bösartige Neu­bildungen der Bauch­speichel­drüse ver­ursachen in den frühen Stadien oft keine oder nur unspezifische Symptome, sodass der Tumor häufig erst spät erkannt wird. Zudem sind Operationen wie auch die klassische Strahlen-Behandlung schwierig, weil das Pankreas tief im Bauchraum hinter anderem Gewebe und Organen steckt.

Autor: Oiger

Quellen: MPI-CBG, Wikipedia, RKI/Zentrum für Krebsregisterdaten

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt