TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Amazon krempelt sein Bestell- und Lagerprinzip komplett um. Heißt: Identische Produkte verschiedener Anbieter werden ab März 2026 nicht mehr zusammen gelagert. Dann ist Schluss mit der sogenannten Bestandsmischung und jedes Produkt wird eindeutig einem Verkäufer zugeordnet. Ziel soll es sein, die Zahl gefälschter Waren zu reduzieren.

Spätestens ab dem 31. März 2026 soll jeder Artikel eine feste Zuordnung erhalten, berichtet „Netzwelt“. Bislang lief es anders. Beim bisherigen Verfahren lagen baugleiche Artikel unterschiedlicher Anbieter gemeinsam im Lager. Amazon griff für den Versand einfach auf das Exemplar zurück, das im nächstgelegenen Lagerbereich verfügbar war. Fachleute nannten dieses System „Commingling“ – eine Bestandsmischung, bei der gleichartige Produkte verschiedener Händler physisch nicht voneinander getrennt wurden. Darunter konnte sich auch Fake-Ware befinden.

+++ Das sind die Deals des Tages +++

Umstellung hat Folgen für Kunden

Mit der Neuregelung sollen die Produktsicherheit erhöht und das Vertrauen gestärkt werden. Waren lassen sich eindeutiger den jeweiligen Verkäufern zuordnen. Und Kunden, die bei einem etablierten Markenhändler bestellen, sollen dessen Originalware erhalten. Gefälschte oder qualitativ minderwertige Artikel aus zweifelhaften Quellen sollen durch das neue System weitgehend ausgeschlossen werden. Die Umstellung hat aber auch Konsequenzen. Die aufwendigere Logistik kann dazu führen, dass sich Lieferzeiten geringfügig verlängern. Außerdem können steigende Betriebskosten in bestimmten Produktkategorien zu leichten Preissteigerungen führen, weil Händler Mehrkosten an Endkunden weitergeben.

Mehr zum ThemaMehr Transparenz im Handel

Amazon präsentiert den Schritt als Maßnahme für mehr Transparenz im Handel auf dem eigenen Marktplatz. Aber: Grund dürften auch Betrugsskandale sein. Eine bekannte Manipulationsmethode ist etwa das sogenannte „Brushing“. Dabei verschicken Verkäufer unaufgefordert Sendungen, um Bewertungen und Ranking-Positionen zu verbessern. Solche Praktiken haben das Vertrauen in die Plattform messbar geschwächt und machen strengere Kontrollen erforderlich.