Mit der Rückkehr von Lea Seidler aus Spanien haben sich bei den Rollhockey-Damen des RSC Cronenberg in der nun anbrechenden entscheidenden Saisonphase die Hoffnungen noch einmal vergrößert, die Titel Deutscher Meister und Pokalsieger verteidigen zu können und vielleicht auch im Europapokal noch ein Ausrufezeichen zu setzen. Wie berichtet hatte die 25-jährige Nationalspielerin und langjährige RSC-Torjägerin die Chance genutzt, in Spanien 1. Liga spielen und mal in einem anderen Land leben zu können. Dort ging sie für das Team von Las Rozas aus Madrid auf Torejagd und hätte auch die Chance gehabt, weiter bleiben zu können. Zum Abschluss ihres Masterstudiums in Psychologie (am Donnerstag hat sie in Münster ihr Masterarbeit zum Thema „Einfluss von belastenden Kindheitserfahrungen auf Gehirnvolumina“ abgegeben), ist sie aber wieder in Deutschland und steht dem RSC wieder zur Verfügung.
„Lea genießt das Spielen auf dem Platz wie keine andere. Sie hat einen natürlichen Torinstinkt und sie bereichert die Mannschaft mit einer hervorragenden Mischung aus Spielfreude, Leichtigkeit und Reife“, lobt sie Trainerin Marin Wichardt, und ist froh sie wieder zur Verfügung zu haben. Vielleicht helfen ihr bei der Leichtigkeit und Reife ja ihre psychologischen Kenntnisse? „Ich wende das nicht bewusst an, aber es kann schon sein“, sagt sie lächelnd. Am meisten hilft ihr ganz sicher, dass sie eine vielseitige sportliche Vorerfahrung mitbringt. „Als Kind habe ich Rollkunstlauf gemacht, Hockey und Tennis gespielt“, berichtet sie. Und eben Rollhockey – wohin sie ihr Bruder Lucas, längst auch Spieler im Herrenteam des RSC, irgendwann mal mitgenommen hatte. Die anderen Sportarten traten für sie dann irgendwann in den hintergrund. „Mein Herz hat schon immer am meisten für Rollhockey geschlagen“, sagt sie. Mit ihrem Bruder pushe sie sich da immer wieder gegenseitig, wobei Lea, was Titel angeht, längst die Erfolgreichere ist.
Die Chancen, dass in dieser Saison mit den Dörper Cats weitere hinzukommen, scheinen nicht schlecht zu stehen. „Die Mannschaft ist schon etwas anders als die im Sommer, als ich gegangen bin. Mit den Rückkehrerinnen Pia Bremer, Miriam Simon und Nachwuchspielerin Paula Rapp haben wir junge Spielerinnen dazubekommen.“ Das Potenzial sollte also eher noch gewachsen sein, wobei Seidler dem Team mit ihrer Erfahrung sicher guttut.
Wie lange sie noch Rollhockey spielt und wo, das hänge davon ab, wo sie nach der Approbation (staatlicher Zulassung), die sie jetzt als Nächstes anstrebt, eine Stelle bekommt, oder wo sie weitere Fortbildungen machen kann. „Diese Saison werde ich hier aber auf jeden Fall zu Ende spielen“, verspricht sie. Ihre Teamkolleginnen, die Trainerin und die Fans in Cronenberg werden es gerne hören. Das nächste Mal können sie Lea Seidler mit der Mannschaft an diesem Samstag erleben, wenn es um 19 Uhr gegen Dauerrivale Calenberg geht, der inzwischen eine Spielgemeinschaft mit Recklinghausen bildet, aber sicher weiter zu beachten ist.