Nachdem am Samstagmorgen in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota erneut eine Person bei einem Einsatz der US-Grenzschutzbehörde CBP erschossen worden ist, werden auch in der Sportwelt die Proteste immer größer.
„Alex Pretti wurde ermordet“, schrieb etwa Tyrese Haliburton, NBA-Ikone und Basketballer der Indiana Pacers, in den sozialen Medien. Bis Sonntagmittag wurde sein Beitrag bereits elf Millionen Mal angesehen und erhielt fast 300.000 Likes.
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Nach Angaben von Polizeichef Brian O’Hara wurden auf den 37-jährigen Pretti mehrere Schüsse abgegeben, später habe man ihn im Krankenhaus für tot erklärt. Der nicht vorbestrafte weiße Mann lebte in Minneapolis und war US-Staatsbürger. Am 7. Januar war in Minneapolis bereits die 37-jährige Reene Good bei einem Einsatz von Bundesbehörden erschossen worden.
„Er hatte ein großes Herz“ Wer war Alex Pretti, der in Minneapolis von ICE-Beamten erschossen wurde?
Nur wenige Stunden nach dem Tod von Pretti hatte die NBA das für Samstagabend geplante Spiel zwischen den Minnesota Timberwolves und den Golden State Warriors im Target Center, das sich nur wenige Kilometer entfernt vom Ort der Schießerei befindet, auf Sonntagnachmittag örtlicher Zeit verschoben. Die Liga erklärte, die Entscheidung sei getroffen worden, um „der Sicherheit der Gemeinde Minneapolis Vorrang einzuräumen”.
„The Atletic“ zufolge empfahlen Verantwortliche der Timberwolves der Liga, das Spiel nicht auszutragen, um allen Zeit zu geben, die Ereignisse zu verarbeiten und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen besser vorzubereiten.
Am Freitag waren Tausende Demonstranten durch die Straßen von Minneapolis marschiert und hatten sich im Target Center versammelt, um gegen die verschärften Einwanderungskontrollen in den Twin Cities zu protestieren. Unter den Demonstrierenden soll sich auch Alan Page, Mitglied der Pro Football Hall of Fame, befunden haben. In den sozialen Medien kursierte ein Foto, das Page bei den Demonstrationen zeigt.
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Der mittlerweile 80-Jährige spielte mehr als ein Jahrzehnt in der NFL bei den Minnesota Vikings und den Chicago Bears. Nach seinem Karriereende wurde er in den Obersten Gerichtshof von Minnesota gewählt, wo er bis 2015 tätig war. 2018 wurde er von US-Präsident Donald Trump mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet.
Weitere Reaktionen von NFL-Stars
Ein weiterer Sportler, der seine Ablehnung gegenüber den jüngsten Vorkommnissen in den USA zum Ausdruck brachte, ist Dwight McGlothern Jr., Cornerback der Minnesota Vikings. „Was in Minnesota passiert, ist nicht richtig“, schrieb er auf X.
Der ehemalige NFL-Star Ryan Clark würdigte Pretti auf dem Kurznachrichtendienst als „Helden“ und schrieb: „Meine Gebete gelten seiner Familie und seinen Angehörigen. Ein sinnloser Tod … WIEDER!!“
Denkbar ist, dass es bei den beiden kommenden Championship Games der NFL am Sonntag zu weiteren politischen Statements und Solidaritätsbekundungen kommt. In den vergangenen Jahren und insbesondere in der Folge des Todes von George Floyd 2020, der in Minneapolis bei einer Festnahme durch Polizeibeamte verstorben war, kam es zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt, auch im US-Sport.
In der NFL knieten Spieler während der Hymne, trugen „Black Lives Matter“-Botschaften und äußerten sich öffentlich. Die Liga schlug einen neuen Ton an und räumte ein, Proteste wie die von Colin Kaepernick zuvor nicht ernst genug genommen zu haben – Schweigen war fortan kaum noch möglich.
Die Spielergewerkschaften der National Women’s Soccer League (NWSL) und der Women’s National Basketball Association (WNBA) veröffentlichten bereits am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung. Sie bekundeten ihre Solidarität mit „allen Menschen, die Sicherheit, Würde und Chancen suchen“, nachdem es kürzlich zu Razzien der Einwanderungsbehörde ICE und anschließenden Protesten in Los Angeles gekommen war.
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Auch Angel Reese äußerte sich nach den Ereignissen in Minnesota in den sozialen Medien. „Ich bete für unser Land“, schrieb die US-amerikanische Basketballspielerin, die in der WNBA bei Chicago Sky unter Vertrag steht.
Die Ereignisse in Minneapolis zeigen erneut, wie eng Sport und Gesellschaft miteinander verknüpft sind. Spielerinnen und Spieler nutzen ihre Reichweite, um auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, Solidarität zu zeigen und Diskussionen anzustoßen.