
Am 43. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga besiegten die Adler Mannheim RB München mit 4:3 nach Penaltyschießen. Die Kurpfälzer sind damit Tabellenzweiter.
Das war Werbung fürs Eishockey! Im Top-Spiel der DEL lieferten sich die Adler Mannheim und RB München ein packendes Duell vor 13.600 Zuschauern in der ausverkauften Arena. Mannheim war zunächst durch O’Donnell in Führung gegangen (9. Minute), ehe den Gästen im Schlussdrittel durch Rieder, Ferguson und Ehliz ein Dreierpack binnen sechs Minuten gelang. Plachta (55.) und Bennett (59.) schafften aber noch den 3:3-Ausgleich. Nach torloser Verlängerung entschieden die Adler im Penaltyschießen das Spiel zum 4:3-Endstand für sich. Siegtorschütze war Brendan O’Donnell.
Supertor von O’Donnell zur Mannheimer Führung
Mannheim war nach acht Minuten mit einem sehenswerten Treffer in Führung gegangen. Die Adler hatten gerade eine Unterzahl auch dank Nationaltorhüter Maxi Franzreb überstanden, als sie einen schnellen Angriff starteten und der Kanadier Brendan O’Donnell von der linken Seite den Puck mit unglaublicher Wucht zum 1:0 unters Gestänge in die Münchner Maschen setzte. Der dritte Saisontreffer des erst spät verpflichteten früheren Düsseldorfers nach acht Minuten. Die Schußgeschwindigkeit von O’Donnells Führungstor: Satte 147,1 km/h! Es war auch der Spielstand nach den ersten 20 Minuten in einer schnellen und intensiven Partie zwischen den beiden Top-Teams, in der sich die Adler mehr Torgefahr erspielt hatten.
Rieders Ausgleich im Schlussdrittel für München
Die Partie blieb lange Zeit torarm. Erst im dritten Durchgang folgte der nächste Treffer, der Ausgleich für die Münchner. Nach wunderbarem Pass von Max Daubner aus dem eigenen Drittel heraus war Tobias Rieder in Position gefahren. Der frühere NHL-Profi verwandelte mit der Rückhand ins obere Tordreieck zum 1:1 nach 44 Minuten. Es war Rieders elfter Saisontreffer, Nationalmannschaftskollege Franzreb im Mannheimer Gehäuse blieb in dieser Szene chancenlos.
Ferguson und Ehliz drehten zunächst die Partie für die Gäste
Die Partie war danach zunächst völlig offen, die Adler-Olympioniken Justin Schütz und Leon Gawanke hatten jeweils die Chance zur erneuten Mannheimer Führung. Stattdessen drehte München im Gegenzug die Partie. Brady Ferguson ging nach einem geblockten Schuss von O’Donnell auf und davon und brachte die Gäste mit 2:1 in Führung (49. Minute). Es war der zehnte Saisontreffer des 31-jährigen US-Amerikaners. Und München legte nach. Nationalverteidiger Lukas Kälble vertändelte im Aufbauspiel den Puck, Yasin Ehliz schnappte sich die Scheibe, tanzte die Adler-Abwehr aus und schoss cool und flach an Franzreb vorbei zum 3:1 für München ein (50.).
Plachta und Bennett mit dem späten Ausgleich für Mannheim
Drei Treffer der Oberbayern binnen sechs Minuten – Mannheim, sonst so abwehrstark mit den wenigsten Gegentreffern der Liga, zeigte sich in dieser Phase bei den schnellen Angriffen der Gäste mehrfach unsortiert. Vier Minuten vor dem Ende war aber nochmal Hochspannung angesagt: Mannheims Oldie Matthias Plachta verkürzte in Überzahl auf 2:3, AdlerTrainer Dallas Eakins hatte sogar den Torhüter vom Eis genommen, um hier mit sechs Feldspielern agieren zu können. Mit Erfolg.
Und eine Minute und 47 Sekunden vor dem Ende schafften die Adler tatsächlich noch den Ausgleich. Wieder hatte Matthias Plachta von der rechten Seite abgezogen, Sturmkollege Kris Bennett hatte noch den Schläger dazwischen und fälschte zu seinem 13. Saisontor zum 3:3 ab. Was eine Dramaturgie.
Drei Adler-Treffer im Penaltyschießen
Nach torloser Verlängerung musste schließlich das Penaltyschießen entscheiden. Und da gelang den Adlern die Maximalausbeute: Mit Luke Esposito, Brendan O’Donnell und Justin Schütz trafen alle drei Mannheimer Schützen, einzig Jeremy McKenna für München. Damit hieß es 4:3 für die von ihren Fans frenetisch gefeierten Gastgeber, die nun auf Platz zwei der DEL-Tabelle stehen.