Bielefeld. „Hier hast Du die Ratsche und hier den Schraubenschlüssel, und jetzt lösen wir mal die Muttern“, sagt Volker Stüwe zu seinem Gast. Der 15-jährige Felix kniet bereits bei seinem Adhoc-Ausbilder, nimmt das Werkzeug entgegen und, legt an und legt los: kontern mit dem Schlüssel, lösen mit der Ratsche, Lob vom Coach, und weiter gehts auf der Demo-Baustelle von RTS in der Bielefelder Messehalle: Auf den Kraftakt folgt die Fingerfertigkeit.

Die Rohrnetz-Technik Schaumburg sind einer von 90 Ausstellenden auf der 3. „Beruf & Bildung“, die sich am Samstag und Sonntag dem potenziellen Nachwuchs präsentierten. Und mit ihrem routinierten Elektriker schickten sie einen engagierten Entertainer ins Rennen um die Gunst der Besucher, der vormachte, anspornte und motivierte – Felix hatte seine Freude am Bewältigen der kleinen Aufgaben und auch seine Mutter gefiel der Einsatz.

Die beiden waren extra aus dem Lippischen angereist, um sich auf der Messe umzusehen, Inspirationen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Denn Felix möchte nach der 10. Klasse gerne einen Beruf erlernen, wie er erzählt, nicht im Büro, sondern gerne in der Werkstatt oder auf der Baustelle. So warteten am Sonntagnachmittag noch einige Firmen auf seinen Besuch, denn der Branchenmix der Messe bildete die gesamte Berufswelt ab. „Wir haben kleine betriebe hier, die gezielt Auszubildende suchen oder große Unternehmen, die sich in der Breite ihrer Jobangebote neben dem kaufmännischen Bereich auch an Hochschulabsolventen wenden für die eigene Forschung und Entwicklung“, sagt Jörn Schulte Hillen.

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Spürbare Zurückhaltung in der Wirtschaft

Als Projektleiter betreut er die Ausstellenden und berichtet dieses Jahr von einer spürbaren Zurückhaltung bei einigen Firmen angesichts der gegenwärtig eher angespannten Wirtschaftslage. So passte die Mess-Mischung: Neben Vertretern aus der Privatwirtschaft präsentierten sich auch Kommunen, sowie Land und Bund als Arbeitgeber. Wobei der Stand von der Flecktarn-Fraktion des Bundes geradezu belagert wurde: Trotz der nicht unumstrittenen Rückkehr zur Wehrpflicht war das Interesse groß – kurze Wartezeiten inklusive.

Die Bundeswehr wirbt momentan auf großflächigen Plakaten mit dem Begriff „Verantwortung“. Wie diese Verantwortung im zivilen Berufsleben ausschauen kann, zeigten die Botschafter verschiedener Kliniken und Rettungsdienste an ihren Ständen. Das reichte vom lebensrettenden Rucksack eines Notfallsanitäters bis zum Handling digitaler Medikamentenpläne.


Bei der Messe vor Ort: NW-Herausgeber Klaus Schrotthofer (v.l.), Stefan Süß (Barlag-Messen), Bürgermeister Frank Strothmann, Marcus Lindenschmidt (NW), Jörn Schulte-Hillen (Barlag-Messen) und Hallen-Manager Stefan Kipp. - © Mike-Dennis Müller

Bei der Messe vor Ort: NW-Herausgeber Klaus Schrotthofer (v.l.), Stefan Süß (Barlag-Messen), Bürgermeister Frank Strothmann, Marcus Lindenschmidt (NW), Jörn Schulte-Hillen (Barlag-Messen) und Hallen-Manager Stefan Kipp.
| © Mike-Dennis Müller

Dass selbst das Beherrschen einer perfekten Schweißnaht den Besitzer dieser Fähigkeit interessant macht für Jobs rund um den Globus, erklärte Andreas Reimann von der Schweißtechnischen Kurstätte (SK) Bielefeld, einem Aus- und Weiterbildungszentrum, das praktisch allen Berufen offen stehe: „Unsere Absolventen verfügen über naturwissenschaftliches, mathematisches und werkstoffkundliches Knowhow, sind in ihren Positionen oftmals Ingenieuren gleichgestellt und können mit den Zertifikaten auf der ganzen Welt arbeiten.“

Nachfragen, ausprobieren, Kontakte knüpfen

Was für den Laien durchaus verblüffend klang, hatte Oberbürgermeisterin Christiana Bauer in ihrem Grußwort genau so formuliert: „Fragen Sie nach, probieren Sie aus, knüpfen Sie Kontakte“, lautete ihre Formel für den Erfolg. In dem Sinne packten die jungen Besucher wie Felix Birkmann mit an, drückten hier, steuerten da, und über der ganzen neugierigen Betriebsamkeit schwebte eine Stimmenwolke, gemischt mit Loungemusik und dem regelmäßigen Rattern der Glücksräder. Damit den kleinen Geschwistern nicht langweilig wurde oder den Eltern.

Bielefeld: Impressionen von der Messe „Beruf & Bildung“ in der Stadthalle

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Wobei Messe-Macher Schulte Hillen im Verlauf des Gesprächs noch den nicht ganz unbeabsichtigten Nebeneffekt der Doppelnutzung der Messer ansprach: „Da kommen die meisten Jugendlichen in Begleitung ihrer Eltern und dann ganz beiläufig wird deren Interesse an einem Jobwechsel geweckt, oder an einer Umschulung, hier ist vieles möglich“, sagte der Organisator.

Dazu zählte auch der Bewerbungs-Check durch die Profis der „Swiss Life“, wie ihn Jennifer Liedwon am Sonntag mit ihren Kolleginnen absolvierte: Anschreiben, check, Lebenslauf, check und dann gleich weiter in die Maske fürs Bewerbungsfoto.

4. Beruf & Bildung 2027

Besucher, Aussteller und Veranstalter zeigten sich zufrieden mit der diesjährigen Messe und fürs kommende Jahr steht schon der Termin: 30. und 31. Januar 2027.