Auf dem Maschteich in Hannover sind Menschen auf dem Eis, obwohl die Stadtverwaltung in Hannover vor dem Betreten der Eisflächen warnt.

Stand: 25.01.2026 16:59 Uhr

Polizei und Feuerwehr in Niedersachsen warnen eindringlich davor, Eisflächen auf Seen zu betreten. Einsatzkräfte mussten bereits mehrfach einschreiten. Bisher sind nur speziell präparierte Flächen geöffnet.

Für den Maschsee in Hannover, das Zwischenahner Meer (Landkreis Ammerland) oder den Dümmer (Landkreis Diepholz) gilt hingegen weiterhin beim Betreten der Eisflächen Lebensgefahr.

Menschen auf Eis: Polizei rückte mehrfach aus

In Northeim wurde die Polizei von einer Autofahrerin gerufen. Sie hatte während der Fahrt einen Schlittschuhfahrer auf einem See bemerkte. Die Polizei forderte den 19-Jährigen auf, das Eis zu verlassen. Er blieb unverletzt. Mehrmals rückten die Beamten in Celle in den vergangenen Tagen aus, weil sich Menschen auf Teichen oder Seen aufhielten. Mitte der Woche war laut DLRG ein Jugendlicher im Schlossgraben ins Eis eingebrochen und musste durch die Einsatzkräfte gerettet werden.

Dünnes Eis durch Strömungen

„Die Tragfähigkeit kann stark variieren und ist von außen oft nicht erkennbar“, teilte die Polizei in Celle mit. Auch das Eis auf dem Steinhuder Meer bei Hannover ist nicht freigegeben. „Vor allem natürliche Gewässer sind besonders tückisch, da Strömungen die Eisdecke an manchen Stellen dünner machen können, als es den Anschein hat“, teilte die Steinhuder Tourismus GmbH mit.

Eis auf Maschsee müsste 13 Zentimeter dick sein

Die Stadtverwaltung in Hannover warnt ebenfalls davor, zugefrorene Gewässer zu betreten. Der Maschseee werde erst bei einer durchgehenden Stärke der tragfähigen Eisschicht von mindestens 13 Zentimetern freigegeben. Dann wäre die rot-weiße Stadtflagge mit Stadtwappen am Nord- und Südufer gehisst.

Eisschollen liegen auf dem gefrorenen Maschsee in Hannover.

Das Eis auf dem Maschsee ist noch nicht dick genug, um Menschen sicher zu tragen.

Eine Sprecherin der Stadt wollte keine Prognose dazu abgeben, ob das Betreten des Maschsees in diesem Winter noch möglich sein wird. Sie verwies aber darauf, dass es im schlimmsten Fall nicht nur um die eigene Lebensgefahr gehe. Auch die Retter würden sich im Ernstfall in Lebensgefahr begeben. Eltern und Hundebesitzer werden daher dringend gebeten, Kinder sowie Tiere von den ungesicherten Eisflächen fernzuhalten.

In Neermoor hat Winterspaß auf dem Eis begonnen

Während fast überall vor dem Betreten der Eisflächen gewarnt wird, herrscht seit Samstag auf der Eisbahn des Sportvereins Concordia Neermoor im Landkreis Leer bereits reger Betrieb. Die Fläche kann in diesem Jahr nach der Überflutung des vereinseigenen Geländes zum Schlittschuhlaufen genutzt werden. Das Wasser war nur 30 Zentimeter tief und daher schnell gefroren. „Wir haben zwar nicht mehr so viel Eis wie früher, aber die Tage, wo wir es haben, wird es immer sehr gut angenommen“, sagt Holger Penning vom SV Concordia Neermoor. Der Verein hofft nun, dass sich das winterliche Wetter noch hält. Für Sonntag sei ein kleines Hobby-Eishockeyturnier geplant.

Schlittschuhlaufen auf einer Fläche des Vereins SV Concordia Neermoor im Landkreis Leer.

Jedes Jahr hofft der Verein Concordia in Neermoor, sein Gelände fluten zu können. Nun hat es mit der Eisbahn geklappt.

Hoffen im Wangerland

In Braunschweig ist der Kreuzteich in Riddagshausen freigegeben – der See war dafür auf einen halben Meter abgelassen worden. Der Bauhof der Gemeinde Wangerland (Landkreis Friesland) hat eine Eisfläche am Wangermeer mit einem Bagger bearbeitet, wie die Feuerwehr Hohenkirchen auf Facebook mitteilte. Im Anschluss pumpte die Feuerwehr am Donnerstag Wasser in die 15 mal 40 Meter große Grube und teilte mit: „Jetzt heißt es warten und hoffen, dass es frostig bleibt.“

Göttingen: Eis auf Kiessee wird täglich gemessen

Die Eisdecke auf dem Göttinger Kiessee sei noch nicht dick genug, um betreten zu werden, teilte die Göttinger Sport und Freizeit GmbH mit. Die Eisschicht werde täglich kontrolliert. Solange aber am Ufer eine rote Fahne wehe, sei das Eis nicht tragfähig. Erst ab einer Dicke von mindestens zehn Zentimetern sei ein Betreten möglich. Eine Messung ergab den Angaben zufolge 6,5 Zentimeter auf der Westseite des Sees, auf der Ostseite am Bootshaus sogar nur 4 Zentimeter. Also werde auch an diesem Wochenende die rote Fahne wehen.

Eine Person mit Turnschuhen testet eine Eisfläche.

Minus-Grade und zugefrorene Gewässer locken Menschen vielerorts aufs Eis. Doch das ist meist viel zu dünn. Es besteht Lebensgefahr.

DLRG warnt vor Betreten des Zwischenahner Meers

In Oldenburg gibt es nach Angaben der Stadt keine Flächen, die explizit zum Eislaufen freigegeben wurden. Es hätte sich nach wie vor noch keine tragfähigen Eisflächen gebildet, so die Stadt. Auch die DLRG Bad Zwischenahn warnt davor, das Zwischenahner Meer zu betreten. Zwar sei es an einigen Stellen zugefroren, die Eisdecke aber nicht tragfähig. „Bitte betretet keine Eisflächen, weder auf dem Zwischenahner Meer noch auf anderen Gewässern“, heißt es von der DLRG auf Facebook. Die DümmerWeserLand-Touristik weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass bei lang anhaltendem Dauerfrost ein vorsichtiges Betreten des Dümmers möglich sei. Das Betreten der Eisflächen werde jedoch grundsätzlich nicht offiziell freigegeben und erfolge stets auf eigene Gefahr.

Person steht auf einer Eisfläche.

Der Junge steckte bis zu den Knien im Wasser des Schlossgrabens. Erst Feuerwehr und DLRG konnten ihn befreien.

Mehrere Schlittschuhläufer laufen auf dem Eis.

Vielerorts hoffen Schlittschuhläufer darauf, dass vereiste Flächen freigegeben werden. In Ostfriesland hat der Spaß bereits begonnen.

Ein Lkw liegt quer auf der A1 bei Ahlhorn.

Vor allem der Westen ist betroffen. Inzwischen hat sich die Lage teils entspannt. Vorbei ist die Gefahr jedoch noch nicht.

Blick auf den Maschsee in Hannover

Im Februar 2012 war der Maschsee das letzte Mal offiziell freigegeben. Derzeit ist das Eis noch zu dünn – wie lange noch?

Hannover: Eine Eisfläche mit Mustern bedeckt den Maschsee an der Löwenbastion (Luftaufnahme mit Drohne)

Die Eisfläche sei noch lange nicht dick genug. Es bestehe Lebensgefahr, hieß es. Auch die Stadt Osnabrück warnt.

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