Ihre Glanzparty war für die Rheintöchter am Samstagabend ein kleines Wagnis. Schließlich besteht der Karnevalsverein für Frauen erst seit gut einem Jahr. Und schon hatten die Mitglieder ihre Veranstaltung in einen der schönsten Säle der Stadt verlegt, der zudem ganz schön groß ist. Gefeiert wurde dieses Mal nämlich im Rheingoldsaal in der Rheinterrasse.
„Eigentlich war die Rheinterrasse ausgebucht, aber ein Verein ist abgesprungen“, erklärte Petra Tappertzhofen, Rheintöchter-Präsidentin. Genau den Termin habe man übernehmen können. „Wir haben darüber diskutiert, ob wir das wagen möchten, und haben mutig Ja gesagt“, so die Düsseldorferin. Dieser Mut wurde belohnt, denn mehr als 400 meist in Gold, Silber oder mit Strass-besetzten Tüchern gekleidete Jecken waren am Samstagabend in den Saal gekommen.
Darunter waren beispielsweise die „Funky Moms“, eine neue Tänzerinnengruppe, in der die Mitglieder durchschnittlich über 40 Jahre alt sind. „Unsere Kinder tanzen in einem Karnevalsverein und irgendwann haben wir uns gedacht, was die können, können wir schon lange“, sagte Nicole. „Seit Mai 2025 haben wir eine Trainerin und üben einmal pro Woche.“
Die neun Frauen legten auf der Glanzparty einen Auftritt hin, der an einen Flashmob erinnerte. Das animierte viele Besucherinnen und Besucher dazu, ebenfalls die Hüften zu schwingen. Es gab außerdem keinen Song – egal ob von Sänger Thorsten Eichler, dem DJ oder von der Wimmer Band – bei dem die Gruppe der Tanzfläche fern blieb. „Wir sind selbst ganz geflasht von dem, was hier passiert“, sagte Tänzerin Eva. „Es war erst unser vierter Auftritt und dann schon im Rheingoldsaal. Wahnsinn!“
Insgesamt war es ein runder Abend, weil beispielsweise Eichler als Dank für seine Lieder mit flüssigem „Rheingold“ belohnt wurde. „Rheingold ist eine alte Brauerei aus Duisburg, die auch Alt braut“, so Tappertzhofen. „Namentlich passt das ausgezeichnet zu uns.“ Schließlich ist der Name des Karnevalsvereins angelehnt an die Rheintöchter aus dem Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner – der erste Teil des Bühnenwerks heißt „Das Rheingold“.
Vor der Glanzparty in Düsseldorf zog am Samstag jedenfalls auch der absolut karnevalserfahrene Vizepräsident der Prinzengarde Blau-Weiss, Frank Minutillo, seine Narrenkappe. „Die Rheintöchter machen das richtig gut“, sagte er. „Sie bringen eine neue, frische Farbe in den Karneval.“
Der jecke Verein von und für Frauen kooperiert mit den Töchtern Düsseldorfs. Diese wurden 2010 gegründet, um über Musik Mädchen und junge Frauen stark zu machen. Die Band hatte für die Rheintöchter eine neue Hymne entwickelt. Darin heißt es: „Rheintöchter tanzen in Gold und in Glanz, Düsseldorf träumt von Liebe und Tanz. Wir feiern mit Herz, mit Laune und Mut, am Rhein liegt das Glück – alles ist gut!“