
Der VfB Stuttgart feiert einen deutlichen Auswärtssieg bei Borussia Mönchengladbach und verteidigt damit den vierten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga. Die Fans der Borussia pfiffen ihre Mannschaft aus.
Mit 3:0 (1:0) gewann die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß, der sich damit nun über zehn Punkte aus den ersten vier Bundesligaspielen des Jahres freuen darf.
Der Sieg war ein wichtiger, denn der VfB antwortete damit auf die Vorlagen vom Samstag, als die Konkurrenten aus Dortmund, Hoffenheim, Leipzig und Leverkusen sämtlich gewonnen hatten.
Ernüchterung in Mönchengladbach
Ernüchterung dagegen bei den Hausherren: Gladbach war mit einem 4:0 gegen den FC Augsburg ins Jahr gestartet. Danach ging es aber wieder bergab. Dem 1:5 bei der TSG Hoffenheim folgte ein müdes 0:0 beim HSV und nun die Niederlage gegen den VfB. Der Vorsprung der Borussia auf den Relegationsplatz beträgt fünf Punkte, allerdings könnte St. Pauli in einem Nachholspiel gegen RB Leipzig dafür sorgen, dass es Dienstag nur noch vier sind.
„In der ersten Halbzeit haben wir mindestens so gut gespielt wie Stuttgart“, sagte Gladbachs Trainer Eugen Polanski nach der Partie. „Aber um das Spiel komplett auf unsere Seite zu lenken, muss halt alles laufen.“
Gladbachs Tabaković verschießt Elfmeter
Die erste Halbzeit lässt sich auf zwei Szenen reduzieren. Beide missfielen den Fans der Gladbacher unter den gut 49.000 Zuschauern im Borussia-Park.
Dabei war die Freude zunächst groß, als Schiedsrichter Sören Storks auf einen Elfmeter entschied. Franck Honorat hatte geflankt, Leweling flog der Ball an den Arm, nachdem er von der Brust leicht abgeprallt war.
Die Entscheidung hielt der Überprüfung durch den Videoassistenten stand. So erhielt Haris Tabaković die Chance, die Borussia in Führung zu bringen, doch Alexander Nübel flog in die richtige Ecke und wehrte den Schuss ab (13. Minute).
„Mein verschossener Elfer war ein Keypoint, das war ein Knick im Spiel, dann ist Stuttgart aufgewacht“, ärgerte sich Tabakovic nach der Partie.
Scally legt für Stuttgarts Leweling auf
Das Aufwachen der Stuttgarter führte dann zur erwähnenswerten Szene – und wieder war Leweling die Hauptperson. Er nutzte einen Fehler von Joe Scally, der ihm den Ball mit der Brust vorlegte, als sei er ein Mannschaftskollege.
Der deutsche Nationalspieler, der im Gegensatz zu seinen DFB-Kollegen Chris Führich, Maximilian Mittelstädt und Deniz Undav nicht zunächst auf der Bank saß, schoss mühelos aus etwa sieben Metern ein.
Gladbachs Scally trifft ins eigene Tor
Für Undav war Ermedin Demirović in die Startelf gekommen. Der Bosnier fiel kaum auf, hatte allerdings eine sehr gute Chance, die Führung auszubauen. Er scheiterte jedoch an Torwart Moritz Nicolas (49.), der zunächst zum besten Gladbacher der zweiten Halbzeit wurde. Ihm war es auch zu verdanken, dass der zweite Treffer erst in der 67. Minute fiel, denn fünf Minuten zuvor wehrte er mit einem starken Reflex einen Schuss von Badredine Bouanani ab.
Beim 0:2 wurde der Tag dann engültig zu einem schwarzen für Scally. Der Rechtsverteidiger lenkte einen Eckball des eingewechselten Führich ins Tor.
Schlusspunkt vom eingewechselten Stuttgarter Undav
Die Pfiffe der Gladbacher Fans wurden lauter. Die zweite Halbzeit ihrer Mannschaft frustrierte sie, denn der VfB stellte nun das eindeutig bessere Team. Die Schwächen übertrugen sich sogar auf Nicolas, der einen Schuss von Undav ins Netz durchließ, obwohl der Ball zu halten gewesen war. Allerdings müssen sich auch die Verteidiger fragen, warum sie den Nationalstürmer im Strafraum gewähren ließen und Abstand hielten.
Der Borussia-Park leerte sich anschließend zügig. Die verbliebenen Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit Pfiffen, während im Auswärtsblock beste Stimmung herrschte. „Hinten raus war es absolut verdient und eine starke Leistung“, freute sich VfB-Coach Hoeneß nach der Partie.
Gladbach in Bremen, Stuttgart in der Europa League, dann gegen Freiburg
Gladbach ist am Samstagnachmittag bei dem um zwei Punkte schlechteren Werder Bremen zu Gast (15.30 Uhr). Stuttgart empfängt am Sonntagnachmittag den SC Freiburg (15.30 Uhr). Zuvor sind die Schwaben aber noch in der Europa League gefordert. Am letzten Spieltag der Ligaphase treffen sie am Donnerstag auf die Young Boys aus Bern.