Die älteren Warener kennen die Große Burgstraße 8 in der Nähe der Marienkirche noch als Intershop. Intershops waren staatliche DDR-Geschäfte, in denen begehrte Westwaren ausschließlich gegen Westwährung oder später Forumschecks verkauft wurden. Was sich heute in den fünf Räumen befindet, ist vielen dagegen noch verborgen: die Galerie Kant-ART. Das will Marco Kanthack ändern.

Empfohlene Artikel

Der Kulturpreisträger der Stadt Waren geht dabei neue Wege – gemeinsam mit dem Marketingexperten Thomas Engels. Ihr Konzept: Musik und Malerei zusammenbringen. Schon am 31. Januar starten sie mit „Favo 3“, einer Jazzband aus Berlin. Das Trio verbindet eigene Kompositionen mit Bearbeitungen unter anderem von Astor Piazzolla, den Beatles und vielen anderen.

Natürlich wird es auch Getränke an der Bar geben, wo eine nostalgische Reihe Kinostühle zum Chillen einlädt. Ein Innenhof, dem die Künstler unter hohem körperlichem Einsatz neuen Charme eingehaucht haben, dürfte die Besucher allerdings erst dann ins Freie locken, wenn die Temperaturen wieder steigen. Denn die Konzerte sollen fortgesetzt werden.

Musiker bringen frischen Jazz in die Region

„Wir wollen uns auf den Jazzbereich konzentrieren, weil es hier eine Fangemeinde gibt, die meist nach Rostock, Lübeck oder Berlin fährt“, sagt Thomas Engels. Gleichzeitig gebe es jedoch kaum Bands, die diese Musik in der Region spielten.

Deshalb holen die beiden die Musiker nun an die Müritz. Ende März geht es bereits mit einer Band aus Rostock weiter. Engels hatte in der Vergangenheit schon mehrere Jazzreihen organisiert – stets ausverkauft. Daran knüpft er nun an.

In der Galerie Kant-ART gibt es einen Bereich, in dem junge Künstler ihre Werke ausstellen können. Bild vergrößern

In der Galerie Kant-ART gibt es einen Bereich, in dem junge Künstler ihre Werke ausstellen können. (Foto: Miriam Brümmer)

„Jazz und Malerei ist eine coole Kombi“, findet Marco Kanthack. Christian Glor, ebenfalls für das Marketing zuständig, ergänzt, dass die Akustik der Räume wie gemacht für diesen Sound sei. Dabei unterscheiden die Beteiligten klar zwischen einer Vernissage mit musikalischer Begleitung und dem, was sie vorhaben: Die Musik steht im Vordergrund. In den Pausen können Gespräche geführt, etwas gegessen oder getrunken werden. Geplant ist diesmal ein indischer Imbiss.

Empfohlene Artikel

Wer einen Blick auf die Ausstellung werfen möchte, ist dazu in den Pausen herzlich eingeladen. Denn Kanthack geht noch einen Schritt weiter: Er bietet jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform. Aktuell sind Werke von Luise Polinski, Christin Selke und Toni Plenz zu sehen, die bereits jetzt mit kreativen Arbeiten überzeugen. Damit will er die Nachwuchskünstler motivieren, am Ball zu bleiben.

Dass es an diesem Ort wieder Leben gibt, wissen viele Warener noch gar nicht. Nach der letzten Nutzung als Modehaus war hier lange Stille eingekehrt. Für die Stadt bietet sich damit auch eine Chance: Zum Saisonstart entsteht ein weiterer Anlaufpunkt für Gäste. „Eine Galerie ist ein Ort, an dem man sich gut mehr als eine Stunde aufhalten kann, wenn man interessiert ist“, sagt Thomas Engels. Tickets für das Konzert gibt es unter https://pretix.eu/Galerie-Kant-Art/galerie-kant-art/.