Es war eine vergleichsweise ruhige, aber dennoch jecke Veranstaltung. Die Karnevalsfreunde der katholischen Jugend (KakaJu) hatten am Sonntag zu ihrer Gesprächsrunde „Jecke Tön und närrische Takte“ eingeladen. Präsident Thomas Puppe begrüßte auf der Bühne mehrere Gäste. Sie diskutieren zum Thema „Frauen im Düsseldorfer Karneval – schmückendes Beiwerk oder Power pur“.

So kamen in der Brauerei Schumacher einige Düsseldorferinnen aus dem Winterbrauchtum zu Wort. Thomas Puppe und Ulla Gerling, Trainerin der KakaJu-Tanzgarde, moderierten das Gespräch mit den beiden ehemaligen Venetien Rebecca Frankenhauser und Sara Steiger sowie Janine Kemmer, Vizepräsidentin des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC). Rede und Antwort standen auch Sängerin Nicole Lindecke, Büttenrednerin Monika Badtke und Mostertpöttches-Baas sowie Büttenrednerin Hildegard Dahmen.

Letztere lieferte anschaulich einen Blick in die Vergangenheit. „Ich habe in einer Zeit angefangen, in der Frauen im Karneval nichts zu melden hatten“, sagte Dahmen. „Damals gab es Vereine, die sagten: Bei uns kommen keine Frauen auf die Bühne.“ Sie selbst sei auf eben diese Bühnen getreten, um Selbstbewusstsein aufzubauen. So habe sie sich einst nicht getraut, vor Leuten zu sprechen. „Aber ich konnte schreiben. Meine erste Rede hat mein Vater zum Vorstellabend des Karnevalsausschusses mitgenommen und mich angemeldet“, erinnerte sich Dahmen. „Als ich rausgegangen bin, kam Hermann Schmitz hinter mir her und hat mich direkt für die Sitzung der Unterrather Funken gebucht.“

Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in Vereinen war und ist Dahmen aktiv – so wie heute als Baas der Mostertpöttches. Frauen organisieren den Düsseldorfer Karneval also längst mit. Dass man dabei eigene Rollenbilder überdenken sollte, war am Sonntag auf der Bühne ein Thema. Warum zum Beispiel sollten Rednerinnen nicht auch mal als Ministerin auftreten?

„Wir können und müssen uns verändern. Wir können über Veränderungen bei Veranstaltungen klagen, müssen aber mitgehen und können dennoch Traditionen bewahren“, sagte Gerling. „Wir können Veranstaltungen organisieren, die unterschiedlich sind. Bei den einen werden Partys gefeiert, bei den anderen wird zugehört.“

Das galt auch für „Jecke Tön und freche Takte.“ Zum aktuellem Thema sagte CC-Präsident Lothar Hörning: „Es gibt viele Frauen im Karneval. Bei uns im CC-Vorstand sind drei Frauen aktiv.“ Das Thema sei spannend. „Es ist richtig, das immer wieder zu bespielen.“ Der Düsseldorfer erklärte auch: „Wir müssen den Karneval immer wieder neu durchleuchten, strukturieren und in die Zukunft führen.“