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Unweit des Sendlinger Tors steht Münchens ältestes Hochhaus. Es ist beinahe 100 Jahre alt. Im Gebäude gibt es einen seltenen und besonderen Aufzug.

München – In der Münchner Innenstadt steht ein Gebäude, das bald ein besonderes Jubiläum feiert: Münchens ältestes Hochhaus wird 2028/2029 100 Jahre alt. Das Backsteinhaus an der Blumenstraße birgt eine Besonderheit, die heute kaum noch zu finden ist.

  • Das städtische Hochhaus an der Blumenstraße wurde 1928/1929 erbaut und war das erste Hochhaus in München.
  • Der 45 Meter hohe Bau beherbergt heute das Referat für Stadtplanung und Bauordnung.
  • Im Gebäude befindet sich ein Paternosteraufzug – das letzte öffentlich zugängliche Gebäude in München mit dieser seltenen Aufzugsart.

Das städtische Planungshochhaus an der Blumenstraße in München.Das städtische Planungshochhaus ist Münchens ältestes Hochhaus. (Archivfoto) © IMAGO / PanthermediaMünchens ältestes Hochhaus ist 45 Meter hoch – und fast 100 Jahre alt

Das Hochhaus an der Blumenstraße 28b fällt bei einem Spaziergang entlang des südlichen Altstadtrings sofort ins Auge. Der markante Backsteinbau überragt die umliegenden Gebäude deutlich. Mit seinen 45 Metern erfüllt er die Definition eines Hochhauses, bei der der höchste Aufenthaltsraum mehr als 22 Meter über der Geländeoberfläche liegen muss. Das Gebäude wurde zwischen 1928 und 1929 vom Münchner Architekten Hermann Leitenstorfer errichtet. Es war das erste Hochhaus, das in München realisiert wurde.

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Benedikt StrobachBenedikt Strobach ist Redakteur bei tz.de und merkur.de. © privat

Das Bauwerk gliedert sich in einen steinernen Sockel, acht Haupt- und vier Obergeschosse. Ursprünglich diente es als „Technisches Rathaus“ der Stadt. Alle wichtigen technischen Ämter der wachsenden Stadt sollten in einem großen Verwaltungsgebäude zusammengefasst werden. Nach Angaben der Stadt München gilt der Bau „als wichtigstes Münchner Bauwerk im Stil des Münchner Sonderwegs im Neuen Bauen“.

Münchens ältestes Hochhaus ist heute Sitz des Planungsreferats – und hat Paternosteraufzug

Heute dient das 45-Meter-Gebäude nicht mehr als „Technisches Rathaus“. Es ist manchen Münchnern aber immer noch als „Altes Technisches Rathaus“ bekannt. Das Neue Technische Rathaus der Stadt befindet sich mittlerweile an der Friedenstraße und ist mit 63 Metern deutlich höher. Das alte Gebäude dient aber weiterhin der Münchner Verwaltung. Es ist heute Sitz des Referats für Stadtplanung und Bauordnung.

Der mit Ketten betriebene Paternoster im Stadtplanungsreferat an der Blumenstraße 28b war bis 2015 auch für die Öffentlichkeit zugänglich.Der mit Ketten betriebene Paternoster im Stadtplanungsreferat an der Blumenstraße 28b war bis 2015 auch für die Öffentlichkeit zugänglich. © Patricia Stücher

Eine Besonderheit zeichnet das Hochhaus an der Blumenstraße noch heute aus: Laut Stadt München ist es das letzte öffentlich zugängliche Gebäude, das einen Paternosteraufzug betreibt. Bei einem Paternoster handelt es sich um einen Aufzug mit offenen Türen. Die Kabinen fahren kontinuierlich auf und ab – im Kreis. Sie halten nicht in jedem Stockwerk, sondern fahren langsam daran vorbei. Wer ein- oder aussteigen möchte, muss in oder aus der Kabine treten oder springen. Alternativ kann man eine weitere Runde drehen oder auf die nächste Kabine warten.

Seltene Besonderheit in Münchens ältestem Hochhaus: Nur noch wenige Paternoster in der Stadt

Die Aufzugsart ist mittlerweile extrem selten geworden. In ganz München gibt es noch knapp zehn Paternoster. Der Grund: Seit 1974 dürfen sie in Deutschland nicht mehr neu gebaut werden. Der Altbestand schrumpft zudem kontinuierlich.

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sindBezirke in MünchenFotostrecke ansehen

Die besondere Aufzuganlage in der Blumenstraße darf zwar noch betrieben werden. Allerdings kann sie nicht mehr von jeder beliebigen Person genutzt werden. Seit 2015 dürfen nur noch eingewiesene Mitarbeiter mit dem Personen-Umlaufaufzug fahren. (Quellen: Stadt München, eigene Recherche) (bes)