Hier wurde über das Grundgesetz beraten

Traditionsgasthof schließt nach 200 Jahren

Aktualisiert am 25.01.2026 – 11:20 UhrLesedauer: 1 Min.

Der "Schaumburger Hof" in besseren Zeiten. Nun ist Schluss. (Archivbild)Vergrößern des Bildes

Der „Schaumburger Hof“ in besseren Zeiten. Nun ist Schluss. (Archivbild) (Quelle: imago stock&people/imago)

Einst sollte es das Gästehaus des Landes Nordrhein-Westfalen werden. Doch jetzt muss der „Schaumburger Hof“ seine Pforten schließen.

Seit 200 Jahren wurden Gäste im „Schaumburger Hof“ bedient, doch jetzt ist der Betrieb eingestellt worden. „Dauerhaft geschlossen“ vermerkt das Restaurant aus Bonn-Bad Godesberg auf seiner Webseite. Offenbar reichte das Geld nicht mehr, die Inhaber haben laut einem Bericht der „Kölnischen Rundschau“ Insolvenz angemeldet.

Damit verliert die Region einen Betrieb, der auch bundesweit Geschichte geschrieben hatte. Hier tagte der Parlamentarische Rat nach dem Zweiten Weltkrieg, um über die zukünftige Verfassung der Bundesrepublik zu beraten. Das Land Nordrhein-Westfalen erwog sogar, das Anwesen zum Gästehaus des Landes zu machen. Das zerschlug sich aber nach dem Umzug der Hauptstadt nach Berlin.

Der Insolvenzverwalter Andreas Schulte-Beckhausen sieht derzeit keine Chance für eine Weiterführung des Traditionsbetriebs. Wie viele andere Restaurantbetreiber hatte auch der „Schaumburger Hof“ Schwierigkeiten, ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. „Man hatte qualifizierte Arbeitskräfte, aber eben nicht genug, um einen so großen Betrieb am Laufen zu halten“, so Schulte-Beckhausen. Und damit Mitarbeiter bleiben, müssten Gehälter angehoben werden, auch wenn das die Einnahmen eigentlich nicht zulassen.

Schwierig sei auch, dass das denkmalgeschützte Fachwerkhaus nicht dem Betreiber des Hofes gehört. Nun müssten Gespräche mit dem Eigentümer geführt werden.

In den kalten Monaten blieb außerdem das Geschäft mit dem Biergarten aus. „Sie haben es einfach nicht geschafft“, sagt Andreas Schulte-Beckhausen der Zeitung. Die Belegschaft ist zumindest für die kommenden drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert.