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Washington/Berlin – Der Countdown läuft offenbar. Immer mehr deutet darauf hin, dass die USA vor einem Angriff auf das iranische Regime stehen. In den vergangenen Wochen haben die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz im Nahen Osten massiv verstärkt. Im Zentrum: der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“, der vom Südchinesischen Meer in Richtung Golfregion verlegt wurde, am Sonntagabend sein Ziel erreichte. Auch die verbündeten Briten schickten militärische Verstärkung.

Mit dem amerikanische Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ bringen die USA mehrere Begleitschiffe und Kampfflugzeuge in Stellung. Bereits in den vergangenen Wochen hat die USA Truppen und zusätzliche Kampfjets in die Region verlegt.

US-Präsident Donald Trump (79) bestätigte die Truppenverlegung: „Wir haben eine Menge Schiffe in diese Richtung unterwegs, nur für alle Fälle“, sagte er übereinstimmenden Medienberichten zufolge. Zudem drohte er: „Der Iran muss seine Aggression stoppen, oder er wird die Konsequenzen spüren.“

Warnung vor militärischen Schritten ohne klares Ziel

Außenpolitik-Experte Thomas Jäger hält eine US-Intervention grundsätzlich für möglich. Trump könne seine Drohungen „jederzeit wahr machen“, sagt Jäger. Er rechne jedoch allenfalls mit einer „Bestrafungsaktion“. Ein direktes militärisches Engagement mit dem Ziel eines Regimewechsels werde der Präsident „scheuen“.

Auch der frühere US-General Ben Hodges (67) warnt vor militärischen Schritten ohne klares Ziel. Entscheidend sei, so Hodges zu BILD: „Was kommt nach dem Schlag?“ Ohne „klare Antworten“ sollte der Präsident „keinen Angriff anordnen“.

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Wie ernst die Lage ist, zeigte sich bereits Mitte Januar: In der Nacht vom 14. auf den 15. Januar 2026 ging man Berichten zufolge von einem unmittelbar bevorstehenden US-Angriff auf den Iran aus. Teheran sperrte kurzzeitig den Luftraum, in der Region herrschte höchste Alarmbereitschaft, US-Flugzeuge starteten von Basen im Nahen Osten.

BILD erfuhr aus Kreisen der US-Armee, dass an diesem Abend auch auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland eine Krisensitzung zum Iran stattfand.

Experte Thomas Jäger ordnet ein: „Die USA sind nun militärisch vorbereitet.“ Einen strategischen Nutzen sieht er darin jedoch nicht: Ein Schlag gegen den Iran würde die Position der USA im Nahen Osten „eher verschlechtern als verbessern“, da viele arabische Staaten einen Angriff ablehnten.

Ben Hodges ist ein ehemaliger US-General. Er war von 2014 bis 2017 Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa.

Thomas Jäger ist Professor für internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Ein Schwerpunkt seiner Forschung und Lehre liegt in der Analyse der deutschen und US-amerikanischen Außenpolitik.