ver.di ruft auf zum Warnstreik an Hamburger Hochschulen
In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder erhöhen Beschäftigte der Hochschulen, am Mittwoch, den 28. Januar mit einem bundesweiten Branchenstreiktag den Druck. In Hamburg ruft ver.di alle studentischen Beschäftigten, alle Tarifbeschäftigten, Auszubildenden und Praktikant*innen, sowie Dual Studierende aller Universitäten und Hochschulen, der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und am ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft Standort Hamburg auf, die Arbeit niederzulegen.
Die gemeinsame Streik-Demonstration beginnt am 28. Januar 2026 um 11 Uhr auf dem Campus der Universität Hamburg (Von-Melle-Park 9 / beim Ententeich) und endet bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.
„Der Betrieb unserer Hochschulen läuft auf Verschleiß: Aufgrund von Personalabbau und Einsparungen verlieren Studierende ihre Ansprechpersonen, die Öffnungszeiten der Bibliotheken werden eingeschränkt, Technik wird nur notdürftig repariert und der Lohn der Beschäftigten reicht kaum aus, um in Hamburg zu leben“, sagt René König, Personalratsvorsitzender des nichtwissenschaftlichen Personals an der Uni Hamburg. „Die Menschen an unseren Hochschulen wollen gute Arbeit leisten. Sie wollen gute Lehre, gute Forschung und guten Service ermöglichen. Dafür brauchen sie jedoch Sicherheit und eine faire Bezahlung.“
Tarifvertrag für studentische Beschäftigte
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 15./16. Januar kein verbindliches Angebot vorgelegt. ver.di fordert Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem will ver.di erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt. „Ohne uns studentische Beschäftigte würde der Hochschulbetrieb nicht funktionieren. Als Beschäftigte im öffentlichen Dienst brauchen endlich auch Hilfskräfte und Tutor*innen Sicherheit und Anerkennung durch einen Tarifvertrag – mit Mindestvertragslaufzeiten und angemesseneren Löhnen“, erklärt Heidi Heil, die sich bei TV Stud Hamburg engagiert. In der letzten Tarifrunde konnte ver.di eine sogenannte schuldrechtliche Vereinbarung erreichen, die Mindeststandards bei Bezahlung, Vertragslaufzeiten und Stundenumfängen vorsieht. Diese werden jedoch nicht überall eingehalten und können nicht individuell juristisch durchgesetzt werden.
„Ob studentische Beschäftigte, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Beschäftigte in Technik und Verwaltung – alle am Campus sind für gute Lehre und Forschung wichtig“, betont Lars Reissmann, IT-Systemadministrator an der Technischen Universität Hamburg. „Schon jetzt gibt es vielerorts Probleme, freie Stellen zu besetzen. Die Hochschulen müssen als Arbeitgeber attraktiv sein, um ihre gesellschaftlich so wichtige Aufgabe zu erfüllen. Dafür setzen wir uns gemeinsam ein.“
Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt.