Der Stadtbaumeister in Durlach, Christian Hengst, gründet bereits am 27. Juli 1846 zusammen mit dem Heidelberger Unternehmer Carl Metz eine Feuerwehrmannschaft in Durlach, das Pompier-Corps. Diese Feuerwehr ist eine der Ersten in Deutschland. Es ist diese Mannschaft, die am 28. Februar 1847 in nur 26 Minuten nach Karlsruhe rast und den Brand im Hoftheater mit einer Feuerspritze von Carl Metz löscht.

Carl Metz gründet 1842 in Heidelberg eine Feuerwehrgerätefabrik, die 1905 nach Karlsruhe verlegt wird. Metz erkennt, dass organisierte, gut geschulte Feuerwehrmannschaften nötig sind und erreicht es, freiwillige Feuerwehren zu gründen. Dafür bekommt er den Namen “Vater Metz“ und ein Denkmal in Heidelberg.

Gründung der Feuerwehr in Karlsruhe

Anlässlich des Feuers im Theater wird die Feuerwehr 1847 in Karlsruhe gegründet. Die Wehr besteht aus Turnern und anderen Bürgern, wobei die Mitglieder die Mittel großteils selbst erbringen müssen. Der Gemeinderat gibt 1.500 Gulden dazu und hat Eigentumsrechte an den Geräten. Auch die Hofverwaltung stellt zwei Spritzen zur Verfügung.

Ein Schlauchwagen.

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Ein Schlauchwagen.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Ein Schlauchwagen.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Jeder in Karlsruhe wohnhafte Mann kann Mitglied des Korps werden, wobei die Aufnahme durch den Verwaltungsrat geschieht. Durch seinen Eintritt verpflichtet er sich für drei Jahre Dienstleistung. Im Falle einer im Dienst erlittenen Verletzung hat man Anspruch auf Unterstützung durch die Korpskasse. Das Korps besitzt auch eine Musikkapelle, die 1903 gegründet wird – die meisten Musiker sind aktive Mitglieder im Korps.

Feuerwehrzubehör.

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Feuerwehrzubehör.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Feuerwehrzubehör.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Nach dem Brand im Hoftheater richtet Karlsruhe seine eigene Freiwillige Feuerwehr ein und bestellt auch eine Feuerwehrspritze von der Firma Metz. Carl Metz ist für die Organisation und Schulung des Korps zuständig. Die Spritze liefert 200 Liter in der Minute und braucht zehn Mann für die Bedienung.

Die Freiwillige Feuerwehr bis zur Gründung der Berufsfeuerwehr

Bereits 1848 gibt es den ersten großen Brand in Karlsruhe im Gebäude des Ministeriums, gefolgt von einer Reihe weiterer Brände. Bei den ausgebrochenen Unruhen infolge der Badischen Revolution im Jahr 1848 wird die Feuerwehr als 3. Bataillon der Bürgerwehr zugeteilt, bewaffnet und hat für Ordnung zu sorgen.

Ein alter Feuerwehrhelm.

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Ein alter Feuerwehrhelm.
Foto: aus privatem Besitz

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Ein alter Feuerwehrhelm.
Foto: aus privatem Besitz

Die Wehr wird 1860 als Teil der städtischen Schutzeinrichtung erklärt und von der Stadt mit 2.000 Gulden finanziert. Drei Jahre später tritt der ganze Turnverein dem Korps bei und die technischen Einrichtungen werden verbessert. Während des Deutsch-Deutschen Kriegs im Jahr 1866 ist das Militär abwesend – die Wehr übernimmt die Überwachung der Fächerstadt und erhält erneut Gewehre.

Schild „Freiwillige Feuerwehr“.

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Schild „Freiwillige Feuerwehr“.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Schild „Freiwillige Feuerwehr“.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870-1871 beteiligen sich die Mitglieder der Feuerwehr an der Verpflegung der Truppen, der Pflege der Verwundeten in der Stadt und in Lazaretten in Frankreich. Dadurch gibt es viele Verbesserungen wie die Einrichtung einer Wasserleitung. In der Südstadt wird eine weitere Feuerwehr-Kompanie gebildet.

Verbesserung der Einrichtungen

Durch die Vergrößerung der Stadt wächst auch die Zahl der Brände, was eine Verbesserung der Einrichtung nötig macht. Das Korps erhält 1884 eine Dampfspritze und 1892 kommt eine Telegraphen- und Alarmanlage dazu. Im Gebäude der Gewerbeschule wird eine Nachtfeuerwache eingerichtet und ab 1908 gibt es eine ständige Wache mit Tag- und Nachtdienst. Der Großherzog lässt noch eine Dampfspritze anschaffen.

Ein Wagen für Schläuche.

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Ein Wagen für Schläuche.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Ein Wagen für Schläuche.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Erst im Jahr 1909 geht man von der Pferdebespannung zum Autobetrieb über. Danach kauft die Stadt von der Firma Metz eine Automobilspritze, die 1.500 Liter Wasser in der Minute liefert, eine Zentrifugalpumpe, eine Lafettenmotorfeuerspritze und zwei Drehleitern mit 20 beziehungsweise 26 Metern Steighöhe.

Alter Wagen mit Leiter.

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Alter Wagen mit Leiter.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Alter Wagen mit Leiter.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Die Feuerwehr im Ersten Weltkrieg

Durch den Kriegsausbruch wird die Feuerwehr sehr geschwächt und aus älteren Kameraden wird eine Reserve gebildet. Sie muss durch Wach- und Absperrdienst die Polizei unterstützen, ebenso das Rote Kreuz beim Transport von Verwundeten und muss auch bei Fliegerangriffen ausrücken.

Alter Wagen mit Bronzefeuerlöscher.

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Alter Wagen mit Bronzefeuerlöscher.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Alter Wagen mit Bronzefeuerlöscher.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Nach dem Krieg stellen sich die eingezogenen Mannschaften wieder bei der Feuerwehr ein und helfen auch bei der Novemberrevolution von 1918/19. In den nächsten Jahren wird die Feuerwehr systematisch ausgebaut und erhält eine Reihe moderner Geräte. Der Raum der alten Feuerwache in der Kreuzstraße reicht nicht mehr aus und macht es dringend notwendig, ein neues Feuerwachgebäude einzurichten.

Wagen mit Leiter.

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Wagen mit Leiter.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Wagen mit Leiter.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Dafür wird 1923 der Baublock von Mathystraße, Ritter-, Renck- und August-Dürr-Straße mit 6.565 Quadratmetern gewählt. Die Anlage umfasst die Hauptfeuerwache, das Werkstattgebäude mit Steigturm und Hallen für die Autos sowie die Wohngebäude für die Mannschaft.

Die alte Hauptfeuerwache in der Ritterstraße.

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Die alte Hauptfeuerwache in der Ritterstraße.
Foto: Lukas Hiegle

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Die alte Hauptfeuerwache in der Ritterstraße.
Foto: Lukas Hiegle

Die feierliche Übergabe der neuen Hauptfeuerwache

Am 26. September 1926 ist es endlich so weit: Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe wird mit der Übergabe des Feuerwehrhauses gegründet. Um 15 Uhr übergibt die Stadtverwaltung das Feuerwehrgebäude an das Oberkommando. Dazu sind Behörden und Presse eingeladen. Staatspräsident Trunk kommt in Begleitung von Ministerialrat Frech, von der Stadtverwaltung Oberbürgermeister Finter, Bürgermeister Schneider und der Stadtrat.

Alte Feuerwehrglocke.

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Alte Feuerwehrglocke.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Alte Feuerwehrglocke.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Auch zahlreiche Kommandanten auswärtiger Wehren, Sanitätskolonnen und viele andere Organisationen sind dabei. Abends gibt es ein Festbankett im Festhallesaal mit Musik und Reden von Oberkommandant Heusser und Oberbürgermeister Finter.

Zu diesem Zeitpunkt stehen an Fahrzeugen und Geräten zur Verfügung: Zwei Autospritzen und Mannschaftswagen, zwei Autodrehleitern, ein Unfall- und Gerätewagen, drei Krankenwagen und zwei Personenwagen. Jede der inzwischen vier Kompanien erhält eine Motorkassettenspritze und zur besseren Alarmierung werden mehr Läuterwerke eingebaut.

Tragspritze.

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Tragspritze.
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Tragspritze.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Das Personal besteht aus einem Wachmeister, einem Fahrmeister, zwei Führern und 33 Mann, wovon 24 Mann die Wache ständig besetzt halten und zwei Löschzüge bilden. Damit ist die Karlsruher Feuerwehr komplett: Weil die Freiwillige Feuerwehr die Berufsfeuerwehr unterstützt, muss nach Meinung der Stadtverwaltung die Mannschaft der Berufsfeuerwehr nicht weiter ausgebaut werden.

Die Feuerwehr in Karlsruhe heute

Die Hauptfeuerwache in der Ritterstraße hat inzwischen ausgedient: 2021 siedelte die Karlsruher Berufsfeuerwehr in die nagelneue Wache am Ostring über. Einen Rückblick über die lange Geschichte der Hauptfeuerwache gibt es hier.

Alte Feuerlöscher.

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Alte Feuerlöscher.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

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Alte Feuerlöscher.
Foto: Katherine Quinlan-Flatter/Inhalt: Fahrzeugmuseum Marxzell

Die Karlsruher Feuerwehr besteht indes heute aus einer ­Ab­tei­lung der Berufs­feu­er­wehr und 16 Abtei­lun­gen der Freiwil­li­gen Feu­er­wehr, der Jugend­feu­er­wehr und Alters­ab­tei­lun­gen. Geleitet wird sie von Feuerwehrkommandant Florian Geldner.

Berufsfeuerwehr
Die Berufs­feu­er­wehr verfügt nach Angaben der Stadt Karlsruhe über 250 Einsatzbeamte, die auf zwei Feuerwachen verteilt sind: die 2021 neu erbaute Hauptfeuerwache am Ostring und die Feuerwache West in der Honsellstraße. Die Hauptfeuerwache enthält zudem die Integrierte Leitstelle (ILS), die unter anderem für die Disposition und Abwicklung von Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zuständig ist. 

Integrierte Leitstelle mit der neuen Hauptfeuerwache am Ostring.

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Integrierte Leitstelle mit der neuen Hauptfeuerwache am Ostring.
Foto: Carmele|TMC Fotografie

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Integrierte Leitstelle mit der neuen Hauptfeuerwache am Ostring.
Foto: Carmele|TMC Fotografie

Freiwillige Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus 16 Abteilungen, die über das gesamte Stadtgebiet Karlsruhes verteilt sind. Sie hat laut Stadt insge­sam­t ­etwa 650 Mitglieder, die ehren­amt­lich aktiven Einsatz­dienst verrichten.

Jugendfeuerwehr
Alle 16 Abtei­lun­gen der Freiwil­li­gen Feuerwehr unter­hal­ten eine Jugend­ab­tei­lung. Insgesamt zählt die Jugendfeuerwehr nach Angaben der Stadt etwa 350 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren.

100 Jahre Berufsfeuerwehr Karlsruhe

Am 19. Januar 2026 hat die Karlsruher Berufsfeuerwehr ihr 100-jähriges Bestehen in einem großen Festakt gefeiert. ka-news.de hat mit Feuerwehrkommandant Florian Geldner im Videointerview über das große Jubiläum gesprochen:

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