Gesundheitsrisiko
„Unmittelbar spürbar“: Feinstaub belastet Frankfurt
Aktualisiert am 25.01.2026 – 21:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Karte des Wetterdienstes „AccuWeather“ zeigt die Luftqualität in Hessen an. Die rot und lila eingefärbten Flächen stehen für „schlechte“ und „ungesunde“ Luft. (Quelle: AccuWeather/t-online)
In ganz Deutschland ist die Luft schlecht, auch in Frankfurt. Schuld sind Feinstaubpartikel, die gesundheitsschädlich werden können.
Nach wie vor ist die Luftqualität in Frankfurt derzeit stark belastet. An allen vier Messstationen im Stadtgebiet wird aktuell eine schlechte Luftqualität gemessen.
Die Prognosekarten des Umweltbundesamtes zeigen nahezu flächendeckend erhöhte Feinstaubwerte, große Teile der Bundesrepublik sind rot eingefärbt. Verantwortlich ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die anhaltende Hochdrucklage der letzten Tage: Die Luft konnte nicht einfach so aufsteigen und darum haben sich Schadstoffe in den unteren Schichten gesammelt.
Die Wetterlage kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Besonders bedenklich ist die vorhergesagte Belastung durch Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern. Die winzigen Teilchen dringen bis in die Lungenbläschen vor. Laut Experten haben sie negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und können Entzündungen sowie Zellstress verursachen.
Der Wetterdienst „AccuWeather“ gibt für das Frankfurter Stadtgebiet einen Luftqualitätsindex (AQI) von 148 an und stuft die Luft als „ungesund“ ein. Das bedeutet: „Die Luft ist stark verschmutzt. Empfindliche Personengruppen werden unmittelbare gesundheitliche Auswirkungen spüren.“ Das kann etwa Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma betreffen.
Für empfindliche Menschen gilt eine verschärfte Empfehlung. Man sollte möglichst wenig Zeit im Freien verbringen, empfiehlt der Wetterdienst. Wer Symptome wie Hustenreize oder Atembeschwerden wahrnimmt, sollte sich nicht im Freien aufhalten – sonst drohen Infektionen der Atemwege. Und auch eigentlich gesunde Menschen werden nun spürbare Auswirkungen wahrnehmen können.
Teilweise wurde berichtet, dass die Feinstaubpartikel insbesondere über Berlin aus Osteuropa stammen würden. Tatsächlich kommt es immer mal wieder vor, dass aufgrund der Wetterlage – wie aktuell aufgrund starker und kalter Ostwinde – Feinstaubpartikel zu uns kommen. In Ländern wie Polen ist die Belastung höher, weil es dort noch aktive Kohlekraftwerke gibt.
In Frankfurt ist das allerdings nicht der Fall. Der EU-Klimawandeldienst Copernicus, dessen Satelliten die Atmosphäre genau überwachen, schlüsselt die Feinstaubpartikel nach ihrer Herkunft auf. Das zeigt: 57,5 Prozent stammen aus Deutschland.
Und geht man nach Sektoren, wird das Bild deutlicher: 31,3 Prozent steuerte die Landwirtschaft bei; während 29,2 Prozent der Schadstoffe aus privaten Haushalten kommen. Letzteres hängt mit der Witterung zusammen: Es war in den letzten Wochen deutlich kälter, weshalb deutlich mehr geheizt wurde. Und in Deutschland gibt es nach wie vor viele Häuser, in denen mit Holz geheizt wird: Sei es mit alten Kamin- und Kachelöfen oder einer Hackschnitzelheizung.
