Bielefeld. Der Schnee war angekündigt, und viele Bielefelder haben sich im Berufsverkehr darauf eingestellt. Dennoch ist am Montagmorgen, 26. Januar, an vielen Stellen in der Stadt Geduld gefragt. Auch und gerade auf den Bergstrecken kommen Fahrer und Fahrzeuge an ihre Grenzen. Auf den Autobahnen A2 und A33 rund um Bielefeld geht es nur noch sehr langsam voran. Dennoch meldete die Polizei Bielefeld am Morgen nur kleinere Unfälle. Man muss jedoch deutlich mehr Zeit einplanen.

Auf der A2 brauchen Verkehrsteilnehmer aktuell etwa 30 Minuten mehr. Zwischen den Anschlussstellen Herzebrock-Clarholz und Ostwestfalen-Lippe zeigt die Karte von Verkehr NRW, dass maximal mit 40 km/h gefahren werden kann. Zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück hat es einen Unfall gegeben, eine Fahrspur ist gesperrt. Auch auf der A33 geht es vom Kreuz Bielefeld bis zum Kreuz Wünnenberg-Haaren nur langsam voran. Die parallel zur A2 verlaufende L751 von der Detmolder Straße (B66)in Richtung Süden nicht zu empfehlen. Dort staut sich der Verkehr richtig. Wartezeiten von einer Stunde werden bis zum Kreuzkrug in Schloß Holte-Stukenbrock angezeigt. Auch der Bielefelder Ostring ist keine Wahl. Dort ist unter anderem ein Lkw liegengeblieben und behindert den Verkehr. Dort geht es aktuell nur mit rund 15 km/h voran.

Die Bielefelder Verkehrsbetriebe Mobiel melden auf einer Vielzahl von Linien Verspätungen und Fahrtausfälle auf zahlreichen Linien. ÖPNV-Nutzer sollten sich vor Fahrtantritt unbedingt informieren, ob sie auf diesem Weg am Montagmorgen zum Ziel kommen.


Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Schneefall bis in den Mittagsstunden. - © Screenshot: NW

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Schneefall bis in den Mittagsstunden.
| © Screenshot: NW

Bereits am Samstagmorgen, 24. Januar, stellte sich die Situation in Bielefeld entspannt dar. Nach Glatteiswarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist die Verkehrssituation in Bielefeld ruhig. Auch am Sonntag, 25. Januar, teilt die Leitstelle der Polizei mit, dass es in der Nacht und den Morgenstunden keine unfallbedingten Einsätze gab.

Der DWD hatte Warnungen für Bielefeld herausgegeben. Glatteisgefahr bestand laut DWD in Bielefeld am Freitagnachmittag, 23. Januar, bereits ab 17 Uhr nachmittags. Alle Verkehrsteilnehmer sollten ihr Verhalten im Straßenverkehr den Wetterverhältnissen anpassen, so die Empfehlung.

Ab Mitternacht galt dann am 24. Januar die erhöhte Warnstufe vor „markanter Glätte“ aufgrund von gefrierendem Regen. Sogenanntes Blitzeis könnte sich bilden.

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Durch überfrierende Nässe oder gefrierenden Regen bei eiskalten Böden kann in Bielefeld blitzartig Glatteis entstehen. - © Barbara Franke

Durch überfrierende Nässe oder gefrierenden Regen bei eiskalten Böden kann in Bielefeld blitzartig Glatteis entstehen.
| © Barbara Franke

Die Leitstelle der Polizei Bielefeld teilte auf Anfrage von nw.de am Samstag und am Sonntag mit, dass es in der Nacht und den Morgenstunden keine Unfälle oder Glatteiseinsätze gab.

Auch wenn die Straßensituation aufgrund starker Streueinsätze im Griff scheint, sollten Spaziergänger auf glatte Böden achten, zum Beispiel auf Parkplätzen oder Einfahrten.

Die Handlungsempfehlungen des Wetterdienstes bei Glatteiswarnung sind: Nicht notwendige Aufenthalte im Freien sowie Fahrten sollten vermieden werden. Wo das nicht möglich ist, sollte das Verhalten im Straßenverkehr angepasst werden. Verzögerungen und Behinderungen seien einzuplanen.

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Ab 17 Uhr wird es wieder glatt in Bielefeld, gefrierender Regen kann die Lage in der Nacht weiter verschärfen. Die DWD-Karte zeigt den betroffenen Bereich an. - © Screenshot: DWD/cpa (23. Januar)

Ab 17 Uhr wird es wieder glatt in Bielefeld, gefrierender Regen kann die Lage in der Nacht weiter verschärfen. Die DWD-Karte zeigt den betroffenen Bereich an.
| © Screenshot: DWD/cpa (23. Januar)

Zuvor hatte der DWD am 23. Januar bereits eine kurzfristige Warnung in den Morgenstunden herausgegeben, die bis 9 Uhr ebenfalls vor markanter Glätte und gefrierendem Regen warnte. Später wurde die Warnung bis 11 Uhr verlängert. Die Polizeileitstelle berichtete bis 7 Uhr von lediglich zwei kleineren Unfällen im Zusammenhang mit Glatteis.

Bei mehreren Glatteis-Unfällen auf der eisglatten A44 sind unterdessen am frühen Freitagmorgen, 23. Januar, in direkter Nachbarschaft des Kreises Paderborn drei Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei sollen sich innerhalb kurzer Zeit 17 Unfälle ereignet haben.

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